Buch 
Geschichte der Englischen Revolution bis zum Tode Karls des Ersten : mit dem Portrait Karl's I / von Franz Guizot
Entstehung
Seite
395
JPEG-Download
 

8» Buch.

Verlegenheit der Independenten.

395

vielen andern Orten schlug man unter dem geringfügigsten Vorwandedie Lärmtrommel, die Einwohner ergriffen die Waffen, und nicht immerkam das Militär mit einem drohenden Parademarsche davon. Baldwar sogar mehr noch zu befürchten als Aufruhr und widerspenstigeStädter. Im südlichen Theile von Wales, der Grafschaft Pembroke,fielen die Obersten Poyer und Pawel und der Generalmajor Langhorn,ausgezeichnete Officiere, die im Parlamentsheere ihr Glück gemacht, vonihm ab, steckten das königliche Panier aus und waren, unterstützt vonden Cavalieren, binnen wenig Tagen Besitzer des ganzen Landes. Fast zugleicher Zeit trat das schottische Parlament zusammen. Unter dem Schutzeeines Bündnisses mit den gemäßigten Presbyterianern war es Hamiltonund den Royalisten gelungen, bei den Wahlen die Oberhand zu erhal-ten. Vergeblich waren die Anstrengungen Argyle's und des eifrigerenTheiles der Geistlichkeit, ihre Erfolge zu hemmen, vergebens verwandtenvon London nach Edinburgh geschickte Conuniffäre Geld und Drohungen.Voller Umsicht, in seinen Ausdrücken gegen die Fanatiker bescheiden, imGanzen aber entschieden zu Gunsten des Königs, votirte das Parla-ment (3. März 1648) ohne Säumen die Bildung eines mit der aus-übenden Gewalt betrauten Gefahrausschusses und die Auf-stellung eines 40,009 Mann starken Heeres, um den Covenant unddas Königthum gegen die Republikaner und die Sektirer zu verthei-digen. Die Kavaliere im nördlichen England hatten nur aus diesesZeichen zum Ansbruch gewartet; schon seit mehr als einem Monate ver-weilten ihre vornehmsten Führer, Langdale, Glenham, Musgrave, zumTheil öffentlich, zum Theil verborgen in Edinburgh und waren mit Ha-milton an ihrem Entwurf zum Aufstand thätig. In Irland erklärtesich der Präsident der Provinz Munster, Lord Jnchiquin, bisher eineder festesten Stützen des Parlaments, gegen die Aufständischen, ebenfallszu Gunsten des Königs. Als alle diese Botschaften in London zusam-mentrafen , erhoben endlich die Presbyterianer der beiden Häuser undder City wieder ihr Haupt und machten, um ihre Hoffnungen zu ver-bergen, großen Lärm von ihren Befürchtungen. Ein gewisser JohnEverard erklärte eidlich vor dem Communalrathe, daß er, während ervor zwei Abenden zu Windsor im Gastbofe zum Hosenband im Bett ge-legen, gehört habe, wie im benachbarten Zimmer mehrere Officiere, un-ter andern der Generalquartiermeister Grosvenor und der Oberst Ewers,einander das Versprechen gegeben, daß, sobald die schottische Armee dasKönigreich betreten würde, die Armee in die City marschiren, dieBürgerentwaffnen, unter der Androhung einer Plünderung eine Million Pfd.erpressen und außerdem einen Jeden, der Neigung zum Kriegsdienst be-zeuge, auf Kosten der Bürger ausrüsten zulassen. Jreton war nach Eve-