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Dritter Band.
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L Abschnitt <

Auch Nebenstatuen zierten das Innere, meistens Weihgeschenke, wo-zu auch Bildnifsstatuen gehörten. Noch mehr fanden sich aber solcheWeihgeschenke im Vorhause, und in den äufsern Räumen umher. Derge-stalt wurden manche Tempel allmählig so überfüllt, dafs man wieder auf-räumen mufste, wie in dem Tempel der kapitolinischen Gottheiten.

Manche, nicht blofs grofse, sondern auch kleinere Tempel mufstenin ihrem Innern gleich Museen aussehen, wie in Rom der des Hercules Mn-sag^tes von Fl accus N obilior, und der des Neptun von Cn, Domitius.Im ersteren waren neben der Hauptstatue des Gottes zugleich die der neunMusen aufgestellt, und in dem zweiten befand sich die berühmte Gruppedes Scopas, welche gleichsam den ganzen innern Raum füllen mufste (S.Gesch. der Baut. II. p. ioß. und 217.), Im Pantheon liefs M. Agrippa ,aufser den sieben Colossalstatuen, und den andern kleinern in den Taber-nakeln, die Caryatiden des Diogenes über den, zu den Seiten der grofsenNischen vortretenden, Säulen aufstellen, und ähnliche vorspringende Säulenan beiden Seiten hatten im Innern die beiden Heiligthümer der Venus undder Roma, und dazwischen noch Tabernakel (Taf. XVIII. 8. 10, und 11.).Auch das Olympium in Athen enthielt mehrere Nebenstatuen, theils in sel-tenen Steinarten und von Erz; darunter viele Bildnisse des Kaisers Ha­ drian , welche ihm die Städte, die ihn als ihren Gründer betrachteten, er-richteten, die gröfste derselben war aber die, welche ihm die Athener selbstin dem Hinterhaus weihten (Paus. 1,18*).

Den Friedenstempel erbaute Vesp asian absichtlich so geräumig, umdarin die seltensten Kostbarkeiten und Kunstwerke aufzustellen; besondersscheint das Auserlesenste darin vereinigt worden zu seyn, was das goldeneHaus des Nero, welches Vespasian gröfstentheils wieder niederreifsenliefs, an Kunstwerken enthielt.

Noch spät wird das Heraeum zu Samos , der gröfste Tempel, denHerodot gesehen zu haben angiebt, als ein Sammelplatz der kostbarstenGemälde und Bildwerke, die theils das Innere zierten, theils äufserlich umden Tempel aufgestellt waren, gepriesen (Strabo 14, p. 637.).

Zu so bedeutenden und reichen Tempelzierden kamen noch manch-mal die Colossen auf den Vorplätzen. Zu Halicarnafs stand vor dem Tem-pel des Mars der Golofs dieses Gottes, der Burgstein genannt, weil er aufdem höchsten Absatz der Stadt sich befand, wo Mausolus die Burg ange-legt hatte. In der Burg zu Athen übertraf das erzene Bild der Minerva ,