Beilage C. 67
dafs auch bei verschlossenen Thüren des Tages über darin eine Tageshellewar, aber auf eine andere Weise, als bei Glasfenstern, gleich einem einge-schlossenen, und nicht von aufsen eingedrungenen Lichte *). Eine andereAnwendung machte Domitian von dem Phengites. Er liefs die Wände derHallen, worin er zu spazieren pflegte, mit diesem Steine bekleiden, damitsie ihm als Spiegel dienten, um zu sehen, was um ihn auch rücklings vor-ging (Suet. in Domit. c. 14.).
Man sieht hieraus, dafs der Stein mehr als Seltenheit und Sache desLuxus galt, und er scheint zur Erhellung der Gebäude nur geringen Ein-gang gefunden zu haben.
Anders verhielt es sich mit einem andern Fossil, was wir Marien-oder Frauenglas, und die Hörner Lapis specularis nannten, für welches aberdie Griechen keinen besondern Namen gehabt zu haben scheinen, wenn an-ders Theophrast (de Lap. c, 111.) den Stein nicht unter der Gattungder Gypse begreift, wie sein Ausleger und Uebersetzer, John Hill geneigtist anzunehmen. Sicher ist es, dafs man aus dem Lapis specularis den be-sten Gyps bereitete **),
Die Hauptstelle bei PI ini us (36,45. cf. 3, 4. S. 7.) den Lapis specularisbetreffend, besagt: „dafs er sich sehr leicht in jede Art dünner Scheibenspalten lasse; dafs man ihn einst nur im jenseitigen Spanien fand, und zwarauch nur in einem Bezirk von 100 Miglien um die Stadt Segobrica; dannentdeckte man ihn auch in Cypern, Cappadocien ***), Sicilien, und zuletztnoch in Africa ; aber der bessere blieb der Spanische. In Italien , im Ge-biete von Bononia gab es kleine und mäklige.“ Von dem Gebrauche die-ses Steines zu Fenstern geschieht aber bei dieser Gelegenheit keine Anzeige.Blofs in einer andern Stelle (21, 47.) versichert Plinius , dafs Viele dieBienenkörbe aus Lapis specularis machen liefsen, um die Thierchen darinarbeiten zu sehen. Auch sagt er (35» 36* S. iß.): dafs derFirnifs, welchenApeiles über seine Gemälde zu ziehen pflegte, die Wirkung machte, wiewenn man von weitem durch einen Lapis specularis sehe.
*) Etiam foribus opertis interdiu claritas ibi diurna erat, alio quam specularium modo tanquam in-clusa luce, non transmissa.
**) Plinius (36, 59.): Gypsum . . . omnium autem optimnm fieri compcrtum est e lapide specu-lari; squamamve talein haben!®.
***) Den Lapis specularis, den man in Cappadocien fand, scheint schon Strabo (12, p, 540,) anau-deoten unter dem Ausdruck flm/.oq , Man führte ihn in grofsen Stücken aus.
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