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Dritter Band.
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I. Abschnitt.

Die älteste Nachricht vom Frauenglase wie es scheint, kommt heiHerodot (3, 24.) vor. Nach der Sage sollten die Aethiopen die Mumienin Särgen aus Glas — ££ veKov — beisetzen, aber das Glas war nicht künst-lich, sondern im Lande gegraben, — 0 QV<ro"ST 0 U — was, wie es scheint,nur auf Lapis specularis rathen läfst. An einen blofsen Firnifs, wie wirmanchmal die Äegyptischen Mumienkasten überzogen sehen, läfst sich hiernicht denken.

Auch kann der nach Art des Glases durchsichtige Stein, den manin Arabien fand, und dessen man sich allda anstatt der Fensterscheiben (prospecularibus) bediente (Juba bei Plinius 36, 46.), nur als Lapis specula-ris angesehen werden.

Ferner scheint man eine Stelle bei Seneca *) auf den L. specularisbeziehen zu müssen. Er sagt: „Einiges ist erst, wie wir wissen, in unse-rem Alter zum Vorschein gekommen, als der Gebrauch der Fenster — spe-culariorum — von durchsichtigem Gestein — testa —, die ein klares Lichtdurchscheinen lassen.“ Was Seneca hier erst in unserm Alter, sagen wollte,verräth das Nachfolgende: '„wie die Doppelboden in den Bädern,“ welcheletztere nachPlinius (2 6 ; 8-) im Zeitalter des Pompejus Magnus durchden Arzt Asclepiades allgemein wurden**), und so hat es auch alleWahrscheinlichkeit, dafs man erst um dieselbe Zeit anfmg, den Lapis spe-cularis für die Fenster zu gebrauchen, den man erstlich nur aus Spanien zog, und wahrscheinlich nicht vor dem Ser torischen Kriege (Plin 1 . c.).

Gewifs ist es, dafs der Gebrauch des Fossil-Glases für Fenster in derZeit der ersten Kaiser für die Orientalen noch etwas Befremdendes hatte.

Philo (Tom. II. p. 599. ed. Mangey) erzählt, dafs, als die von Ale-xandria abgesandten Juden, zu denen Philo selbst gehörte, in Rom vorCaligula verhandelten, der Kaiser plötzlich abbrach, um in einem andernSaale zu spazieren, wo er befahl, um und um die Fenster mit durchsich-tigen Steintafeln, ähnlich dem weifsesten Glase, zu schliefsen. Hiedurchward der Zugang des Lichtes nicht gehindert, aber der Wind und die Son-nenhitze abgehalten ***). Offenbar zeigt diese Stelle, dafs zwar die Ale-

*) Episi. 90. p. 577. Ed. Lipsio: Quaedam nostra demum aetate prodisse memoria scimus, ut spe-culariortim usiim perlucente testa darum tranamiUentium lumen, ut suspensuras balnearum etc.

**) Die Stelle im Plinius (9, 79.), nach -welcher Sergius Orata im Zeitalter des Redners Cras-sus der Erlindei* der suspensurae balnearum seyn sollte, ist mehr als zweifelhaft.

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