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xandrinischen Juden das Glas kannten, aber nicht das Steinglas, dessen Ge-brauch sich noch hauptsächlich auf Rom und Italien beschränken mochte.Uebrigens gehörten damals schon die Glasarbeiten zu Alexandria zu den be-rühmtesten (Strabo 16. p. 758* cf. Epist. Ilndriani in Saturnino Vopiscic, ß. calices allassontes versicolores).
Noch wollen wir eine Stelle aus einem spätem, dem Lactantius *)anführen, welche nicht nur von dem Gebrauche des Lapis specularis, son-dern auch von dem des künstlichen Glaseis zu Fenstern spricht. Sie heifst :„es ist das Gemiith, welches vermittelst der Augen das, was ihnen entge-gensteht, durchspähet, gleichsam wie durch Fenster, die mit durchsichtigemGlase, oder mit dem Lapis specularis bezogen sind.“ Andere Stellen, denLapis specularis betreffend, kenne ich nicht.
So wie wir es bis jetzt von dem Lapis specularis thaten, wollen wirnun auch die Hauptstellen, das künstliche Glas der Alten betreffend, vor-tragen.
Die Hauptstelle über die Erfindung und das Alter des Glases findenwir wieder bei Plinius (36, 65.). Wir berühren aber nur dasjenige hie-von , was zunächst zu unserm Zwecke dient.
Der Zufall leitete auf die Erfindung des Glases: ein Schiff legte andem sandigen Strande von Phoenizien an, wo der Flufs Belus sich in dasMeer ergiefst. Bei Aufstellung der Kessel zum Kochen holten die Schifferaus Mangel anderer Steine gröfsere Stücke Nitrum aus dem Schiffe, um dieKessel höher zu stellen; und so geschah es, dafs der Sand am Strande mitdem Nitrum. vermischt, am Feuer sich auflösend, in der Form einer durch-sichtigen Flüssigkeit sich ergofs. — Durch viele Jahrhunderte(per multa saecula) diente dann der Sand von diesem Strande allein zumGlasmachen.
Dann spricht der Autor von'andern Substanzen, die man zum Glas-machen tauglich fand, von dem Schmelzen der Massen in den Oefen, vondem Verfertigen des Glases durch Blasen (flatu)**), durch Abdrehen, unddem Einschneiden bildlicher Gegenstände darauf, wie bei dem Silber. Durchsolche Arbeiten'machten sich vor Zeiten (quondam) die Werkstätte za
*) De Opif. dei c. 8. Mens est, quae per oculos ca , quae sunt opposila, transspicit quasi per fene-slras lucente vitro aut speculari lapide obductas.
■**) Auch Seneca (Ep. 90. p. 579,) spricht hievon: Vitrarium , , . qui spiritu \itrum in habitusplurimos format.