Band 
Dritter Band.
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Das Stadium , der Hippodromus und der Circus. 125

Betrachtet man ferner; dafs die Kampfrichter, wie die Hellanodikenzu Olympia, gerade am obern Halbzirkel des Stadiums ihre Sitze habenmufstett, weil sich allda der Wettlauf endigte; und natürlich so auch ebenallda die andern Athleten in der Nähe vor den Augen der Kampfrichteräufzutreten hatten; so mufste es sich schon frühzeitig finden, dafs die Zu-schauer sieh nach jenem Endpunkte des Stadiums hindrängten, und von ih-ren Sitzen in die Bahn herabsteigend, von selbst eine Art von Halbzirkelbildeten, demjenigen entgegengesetzt, -worauf die Richter ihre Sitze hatten.So ergab sich die amphitheatralische Form von selbst, ehe noch irgend einbaulicher Zustand eingetreten war. Noch mehr; leicht mochte zwischendem Wettlaufen und den andern Kämpfen eine Art von Stillstand eintreten,welcher erlaubte, in der Geschwindigkeit hölzerne Gerüste, wovon die ein-zelnen Zimmerstücke schon in Bereitschaft seyn konnten, an solcher Stellefür die Zuschauer zu errichten. Hiernach darf es nicht befremden, wennbei neu zu erbauenden Stadien die amphitheatralische Form zugleich mitin den Plan aufgenommen ward, gerade in der Art, wie sich unsern Augenüoch der Ruin von Ephesus darstellt. Die Gerüste von Holz, wozu die indas Feld der Bahn einspringenden Mauerstücke bb als Stützpunkte dienten,errichtete man blofs für die Zeit der Spiele, und in der Mitte dieser Ge-rüste, wahrscheinlich über einem Durchgang, fand sich am füglichsten derHauptsitz der Kampfrichter, welche bei dem Wettlauf ihr Gesicht nach derlangen Bahn richteten, und dann sich blofs wendeten, um die andern alh-letischen Spiele, die Ringer, Faustkämpfer u. s. w., in der amphitheatrali-schen Bahn zu sehen. Wir haben daher kein Bedenken getragen, die Rissevon Pococke hier wieder zu geben, und den Ephesischen Ruin als einBlusterstadium späterer Art vorzulegen.

§. 7. Es gab aber auch ein von dem olympischen verschiedenesStadium, welches 1000 Römische Fufs mafs, und das Pythische hiefs (Cen-sorin. de D. N. c. 13.)» wahrscheinlich von dem Stadium zu Delphi, wel-ches auf einer Ebene über der Stadt lag (Paus. 10, 32.). Ohne Zweifelfand auch diese apollinische Bahn anderwärts Nachahmung, wie noch derRuin des Stadiums zu Laodicea zeigt, welches nach Chaudler (Asia p.225. cf. Ion. Antiq. Tom. II. p. 3. PL 48.) wirklich 1000 Fufs in der Länge,und nach Pococke (Tom. III. p. 7g.) 90 Fufs in der Breite mifst. Wirdürfen aber hierbei nicht vergessen, anzugeben, dafs nach zwei Inschriften,die Chandler allda entdeckte, dies Laodicenische Stadium später eineAb-

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