Gebäude für offentl. V$rhandlungen luPrivabverltehr. 177
grofs scheine. Wird die Länge in drei Theile getheilt; so nehme manzwei davon zur Breite. So erhalt der Markt eine längliche Gestalt, wel-che für die Schauspiele die passendste ist. Die obern Säulen sollen um einViertel geringer seyn, als die untere, so wie es auch die Natur bei demWüchse des Baumes zeigt, wo der untere Theil des Stammes stärker ist,als der obere, indem er von der Wurzel an gegen den Gipfel sich allmäh-lig verjüngt.“ Taf. XXF. Fig. III. und IV.
Eine solche längliche Anlage, wie Vitruv sie für die Märkte derItalischen Städte angiebt, sehen wir noch in dem Forum zu Pompeji . Eswar seit dem Erdbeben unter Nero — sechszehn Jahre vor der gänzlichenVerwüstung unter Titus (Gesch. der Bauk. II. p, 338-) noch im Wieder-bau begriffen, aber die Ueberreste zeigen, dafs auch die Säulengänge um-her einfach und zweistöckig waren. Dafs auch das grofse Forum in Rom dieselbe Form und Einrichtung hatte, dürfen wir um so weniger bezwei-feln, da es zugleich als Schauplatz für die Fechterspiele das Vorbild fürähnliche Anlage in andern Italischen Städten war.
§. 3. Nach der Angabe der gewöhnlichen Formen für die Griechi-schen und Lateinischen Märkte betrachten wir eine alterthümlichere An-lage eines Griechischen Forum, wie solche Pausanias (6, 24.) noch inElis sah. Er sagt hievon: es habe nicht die Form, welche die Ionier, oderdie mit Ionien grenzenden Städte den Märkten zu geben pflegten, sonderneine viel alterthümlichere (s. Taf. XXI. Fig. V.). Die Säulengänge a seyenvon einander getrennt und Gassen b dazwischen angelegt; der gröfserePlatzA aber heifse jetzt der Hippodrom, weil die Einheimischen die Pferde dar-auf abrichteten. Die Stoa B gegen Mittag sey von Dorischer Bauart, unddurch die Säulen in drei Schiffe abgetheilt, wo den gröfsten Theil des Ta-ges über die Hellanodiken sich aufhielten. Der an der Seite dieser Stoahin dem Markte sich nähere, habe zur Linken, der Stoa gegenüber, dasWohngebäude C der Hellanodiken, doch getrennt von dem Mai'kte durcheine Gasse 0. In diesem Gebäude sey die Wohnung der Hellanodiken zehnMonate anhaltend, um während dieser Zeit von den Gesetzkundigen in al-lem unterrichtet zu werden, was bei der Feier der grofsen Spiele zu Olym-pia zu beobachten war.
Nahe der Halle, worin die Hellanodiken sich versammelten, und nurdurch eine Gasse getrennt, liege der Corcyräische Säulengang D, auch vonDorischer Bauart, und mit zwiefacher Säulenstellung, die eine c gegen den
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Hirt, Gebäude.