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Dritter Band.
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Gebäude für öjfenbl . V'srhandlungen u. Privatverkehr. 187

hörde sich zu ihren Berathungen versammelte, von den Griechen Buleute-rion oder auch Gerusia genannt. In Athen bestand der grofse Rath ausfünfhundert, und in Rom , wo ursprünglich nur hundert Senatoren waren,mehrte sich die Zahl derselben allmählig, bis Augustus sie auf 600 fest-setzte. _ Selbst der Rath der Bundesgenossen zu Corfinium gegen Rom be-stand aus 500 (Diod. Fragm. 37. p. 185. ed. Bip.). Ich erwähne dies blofs,um bemerklich zu machen, dafs ein Saal, der so viele Räthe aufzunehmenhatte, in manchen Städten von sehr bedeutendem Umfange seyn mufste.Man denke sich dazu das Buleuterion zu Megalopolis, wo der ganze Arca-dische Bund sich versammelte, oder das sogenannte Phokikon unweit Dau-lis, wo alle Abgeordneten der Städte aus Phocis sich beriethen (Paus. 8,32. und 10, 5.).

Zuweilen dienten auch Tempel zu den Senatsversammlungen, wiezu Rom der Tempel der Concordia und andere.

Das Rathshaus, sagt Vitruv ( 1 . c.) soll hauptsächlich der Würdeder Stadt oder der Gemeinde entsprechen. Wird dasselbe im Viereck an-gelegt j so gebe man ihm ein und ein halbes Mal die Breite zur Höhe. Istdie Form aber länglich, so rechne man Länge und Breite zusammen, undnehme die Hälfte davon zur Flöhe bis unter die Decke. Ferner ist in dermittlem Höhe der Wände eine Gürtung umher zu ziehen, entweder inHolz oder in Weifswerk. Denn wenn dies unterlassen wird; so verliertsich die Stimme des Sprechenden in der Höhe, und kommt nicht klar zuden Ohren der Hörenden. Sind aber die Mauern mit einem Gesimse ge-gürtet; so verweilt die Stimme unterwärts, ehe sie in der Höhe verklingt,und wird so den Hörern verständlich (vergl. Taf. XXI. Fig. III. F.).

Wir bemerken hiezu blofs, dafs die Angabe Vitruvs in Hinsichtder Höhenvevhältnisse etwas Auffallendes hat. Hiernach würde einSaal imQuadrat, jede Seite zu 40 Fufs angenommen, eine Höhe von 60 Fufs for-dern; dagegen würde ein anderer Saal von 60 Fufs in der Länge, und 40Fufs in der Breite nur 50 Fufs hoch werden dürfen. Der Grund zu die-sen Angaben läfst sich schwer errathen. Indessen scheinen die Alten in aku-stischer Hinsicht Erfahrungen gemacht zu haben, die uns Neuern aus Man-gel genügsamer Beobachtungen noch ein Räthsel sind.

Von Säulenstellungen im Innern einer Curia thut Vitruv keine Mel-dung. Indessen lernen wir aus Pausanias, dafs das sogenannte Phokikonan den langen Seiten des Saales Säulen hatte, welche die Decke stützen

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