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Dritter Band.
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Die Wohngebüude. 281

§. 11. Hiernach giebt Vitruv (6, 4 *) an, hach welchen Himmels*gegenden die verschiedenen Abtheilüngen für ihren Gebrauch liegen sollen.

Die Winterspeisesäle und die Bäder sollen nach dem Winterunter-gang sehen, deswegen weil man bei dem Essen das Licht der Abendsonnebedarf, und diese durch ihre Stralen die Gegend um diese Zeit angenehmerwärmt. Die Zimmer und Büchersäle sollen gegen den Aufgang sehen,denn ihr Gebrauch erfordert das Morgenlicht,* und dann stocken 'die-eher in den Bibliotheken nicht. Hingegen wird alles, was gegen Mittagund Abend sieht, leicht von den Milben und von der Feuchtigkeit ange-griffen, denn die feuchten von diesen Seiten hei'kommenden Winde erzeugenund unterhalten solche, und die Schriftrollen bleichen aus. Die Frühlings-und Herbst-Speisesäle sollen gleichfalls nach dem Aufgang sehen, doch mitverhangenen Fenstern, denn während die Sonne indessen gegen Abend fort-gerückt ist, ist die Luft darin ermäfsigt zur Zeit, wo man sich ihrer zubedienen pflegt. Die Sommerspeisesäle verlangen die Lage gegen Norden,weil diese Seite zur Zeit der Sommersonnenwende nicht, wie die andern,wegen der Hitze beschwerlich ist; von dem Laufe der Sonne abgewendet,bleibt sie immer kühl, gesund und angenehm. Auch die Gemäldesäle er-fordern die Lage nach der Nordseite, so wie die Werkstätte der Kunst-weber und der Mahler, indem die Farben, der Beständigkeit desselben Lich-tes wegen unverändert ihre Wirkung machen. Man bemerke hiezu, wasVitruv in solcher Beziehung noch bei der Anlage des Griechischen Hau-ses beibringt,

§. 12. Dann bemerkt unser Autor (6, 5.) beiläufig: dafs einige Ab-theilungen in den Wohngebäuden dem Besitzer Vorbehalten blieben, wiedie Zimmer, die Speisesäle, die Bäder und anderes; dagegen wären andereöffentlich, wo auch Unberufene eintreten könnten, als die Vorhäuser, Atrienund Peristylien, und was von ähnlicher Bestimmung ist.

Ferner bemerkt er in Rücksicht der Stände:Leute von mäfsigemVermögen bedürften weder ansehnlicher Vorhäuser noch der Archive, nochder Atrienj denn diese pflegten Andern den Hof zu machen, wo dagegenAndere erwarteten, dafs er ihnen gemacht würde. Solche, die sich mitErzeugnissen des Feldbaues abgeben, legen in dem Vorhause Ställe und Bu-den an; im Innern aber Kellerräume, Speicher^ Vorrathskämmern und der-gleichen, alles mehr zur Unterbringung der Felderzeugnisse, als zurZierde eingerichtet. Andere, wie die Wechsler und Staatspächter, suchen

Hirt, Gebäudes 56