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Roggwyler-Chronik oder historisch-topographisch-statistische Beschreibung von Roggwyl, im Ober-Aargau, Amts Aarwangen, Cantons Bern / bearbeitet und herausgegeben von Johannes Glur
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^0. 1715. Etlich gebüßt, weil sie gegen das VerbotFaßnachtfeuer auf der Bergbünten angezündet.

1716, Etlich gebüßt, weil sie an der Auffahrt aufder Boägerten öffentlich getanzt.

^o. 1739. Ist der Schulmeister wegen liederlichem Leb-wescn für i I. in seinem Dienst eingestellt worden.

1749. Ist ein Ulrich getauft. N». Dieses Kindwurde 12 Wochen nach der Hochzeit geboren.

-ä». 1750. Ist ein Niklaus getauft. Dieses Kindist getauft worden, da seiner Eltern Hochzeit das zweiteMal verkündet wurde.

1768. Sind dem Hrn. Pfarrer Fisch gestohlen uudvon Nachtfrevlern die Fenster verderbt worden.

Während Roggwyl noch nach Wynau kirchgenössig war,wurde die Sittenpolizei hier schlecht gehandhabt, daher dieRoggwyler fast verwilderten. Beispiele von Voller«, Nacht-lärmen, Weiberhändel, Fluchen, liederlicher Lebensart, schlech-tem Haushalten, Haus- und Ehestreit, Bübereien aller Art,Diebereien, Schlägereien, Segnerei (als der Seel schäd-lich), nachläßiger Besuchung dcS Gottesdienstes, leichtfertige»Reden, der Täuferei anhängig, böse Mäuler, zanksüchtigemWesen — waren vor der Trennung der Kirchhöre und auchnachher noch lange, häufig. Hiezu gaben vorzüglich Ver-anlassung die Winkelwirthschaften und die Kilten; besonderswaren um jene Zeit die Weiber stark dem Trunk ergeben.So waren die Roggwyler zu Ende des 17. Jahrh, gutmü-thige „Trötschine", doch beinebens auch hie und da ei»zank- und streitsüchtiges Völklein, roh und unbändig, undböse Mäuler; dabei von launigter heiterer Gemüthsart, mach-ten sich gern lustig, und waren gern froh und „unschenirt".

Nach Errichtung der Pfarre wurde strengere Aufsichtgehalten; das that nun den Roggwylern weh und unge-wohnt: daher diese wegen aus Unachtsamkeit, übler Gewohn-heit oder purer Verwelllichung begangener Fehler, besoo-