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Dritter Hauptteil, Die Schweizeralpen.
b) Von den Mineralquellen.
Ed. Killias, Rhätische Kurorte und Mineralquellen, Chur 1883.
G. Nußberger, Heilquellen und Bäder im Kt. Graubünden , 1914 (mit einer geolog. Übersicht ,,Ge-birgszonen und Mineralquellen“ von Tarnuzzer).
Das ostalpine Graubünden ist reich an Mineralquellen. Dieselben sind meistens, wie auchdie übrigen in Graubünden , chemisch gut untersucht, zuerst von A. v. Planta-Reichenau, spätereAnalysen stammen von Husemann, E. Boßhard, Nußberger und von W. Treadwell und siesind als Heilquellen beschrieben von Ed. Killias u. a.
Die meisten Mineralquellen Graubündens entspringen dem Bündnerschieferi. w. S., eine kleinere Zahl der Trias, nur wenig dem altkristallinen Gebirge. Mitwenigen Ausnahmen (Gruppe Oberengadin und Disentisj gehören alle MineralquellenGraubündens der penninischen Unterlage der ostalpinen Dn. an. Eine erste Gruppevon Mineralquellen fließt aus dem gefältelten Prättigauerflysch in Prättigau und Plessurgebiet aus. Manche sind treffliche Eisensäuerlinge, z. T. mit Gehaltvon Jod, Bor oder Arsen.
Hierzu gehören die in Bädern und durch Wasserversand verwerteten zahlreichen Mineralquellender Rabiusaschlucht bei Passugg hinter Chur , Sassal, der noch nicht verwendete schöne Säuer-ling von Castiel imSchanfigg (in der Schlucht unter der Bahnlinie), Praden und die Quelle des Bades.Fideris im Prättigau, Vals , Tomils , Andeer-Pignieu,Tenigerbad, Peiden, Alvaneu ,Bergün u. a. m. Der Eisensäuerling von Solis in der Schynschlucht (stark radioaktiv) und die-jenigen unter Tiefenkastel, in Rotenbrunnen und unter Rhäzüns sind jodhaltig. AuchS ch w efel q u eil e n liefert der penninische Flysch. Das Schwefelbad Gan e y ob Seewis bei 1300man der berühmten Fundstelle zahlreicher Fucoiden ist verfallen und verlassen, dagegen wird dieSchwefelquelle Ser neu s unterhalb Klosters in einem Badeetablissement verwendet.
Eine weitere große Gruppe von Mineralquellen aus Bündnerschiefer findet sichim Unterengadinerfenster. Es erscheinen auf einer Strecke von etwa 6kmLänge wohl über 20 Mineralquellen mannigfaltigen Charakters — Salzquellen undEisensäuerlinge, viele perlend oder aufschäumend durch Kohlensäuregas, auchbloße Kohlensäuremofetten. Die meisten liegen im Inneinschnitt, Tarasp — Schuls,am Fluß oder in geringer Höhe über demselben.
Alk alis ch-s alini s ch e Quellen: Die L u z i u s q u e 11 e und die E m e r i t a q u e 11 e liegenrechts des Inn gegenüber Kurhaus Tarasp, neu im Fels gefaßt durch A. Scherrer 1899. Die gelöstenHauptbestandteile sind Natrium-Chlorid, -Carbonat und -Sulfat. Die Ursusquelle und die neueBadequelle sind schwächere Salzquellen auf der linken Innseite etwas unterhalb dem Kurhausgelegen. Zu den Eisensäuerlingen zählen Carolaquelle im Widerlager der gedeckten Inn -brücke, sehr CO._. reich; Bonifaziusquelle rechtsseitig des Inn oberhalb der Einmündung desZuortbaches. Starker Säuerling im Innbette an der untersten Innbrücke Schuls — Pradella. Links-seitig des Inn : Quelle in V. P üz z a, Fontana del Bügl, untere Fuschnaquelle oder Ba-raiglaquelle, obere Fuschnaquelle, gasreicher Säuerling im Innufer, jetzt vom Inn ver-schüttet u. a. m. Auf dem Plateau von Schuls liegen Wy-Quelle, Sotsassquelle und Quellein der Chialzinaschlucht. Im Magnacuntunnel ob Ardez wurde eine Quelle von eisen-haltigem sulfatischem Bitterwasser angeschnitten.
Der Mofetten von C0 2 mit etwas H 3 S finden sich in der Umgebung von Schuls viele. Stark, sind besonders deren drei. Die Mofette der Cattüra Felix mündet ineinen weiten kraterähnlichen Trichter. Sie liefert im Tag etwa 11 Millionen LiterGas. Tote Insekten liegen überall ringsum, auch Vögel, Mäuse, Eidechsen. DieVersuche, unter den Mofetten Mineralquellen zu finden, sind erfolglos geblieben.