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88(150 883. femeldter Stucken leicht vorbiegen kan. Doch kan man keine gewiſ-fin und allgemeinen Reglen in ſolchen Faͤhlen ſetzen und vorſchreiben;Dann die Naturen unterſchiedenlich/ und die ufchle mancherley ſindund die gute Wiekung des Bades nur in rechtem Gebrauch deſſelb-en beſtehet. Wird alſo ein verſtaͤndiger Arzet ſchon einem jeden wifen zurghten/ nach Beſchaffenheit ſeiner Complexion, Art und Natur/ſeines Zuſtands/ Alters/ der Zeit/ des Orths/ und anderen erforder-lichen Umſtaͤnden. Summa/ man ſolle eines jeden Bads Wirkungmehr nach eignen Krafften/ als nach Erfüllung gewiſſer Stundenmeſſen/ und alſo der Natur/ und derſelbigen Krafften/ ſo nicht jedei-weilen in gleicher Beſchaffenheit/ vor und nachgeben. i2 Aus dem Ausſchlagen/ welches meiſtentheils ſich bey den Badel-den pfleget ſpuͤren zulaſſen/ wil man dem gemeinen Wohn nach/ urthe-len/ ob das Bad ſein endtliche Wirkung erꝛeichet oder nicht/ audaraus gute und boſe Zeichen ſchlieſſen/ darauf man ſich aber nichtſchlechter dinges/ ſondern mit Uebereinſtimmung gewiſſer Umſtändelverlaſſen kan. Und darff man eben ſolches a b halben/ er ſeheda oder nicht/ wann man ſich ſonſt uberal wol befindet/ nicht laͤngeals es der Sachen Beſchaffenheit erforderet/ baden/ noch/ wann ſolherfruͤh kommen ſolte/ und man doch darauf noch kein ſonderliche Beſ-ſerung ſpuͤrete/ deßwegen gedenken/ das Bad habe ſchon ſeine meisteWirkung gehabt/ und werde nach dieſem weiter nichts verꝛichten/dann ſolcher Ausſchlag/ ob er wol vom Bad ſeinen Urſprung hat/dannoch nur ein zufaͤlliges Ding/ und vor kein gewiſſes Zeichen der

Cur allezeit zuachten.

Das Nösl⸗ Bad/ auf dem Rid

Ligt nahe bey Zürich an der Spanweid/ und dienet nicht nuldieſem Siechenhauß/ ſondern alljahrlich einer zimlichen Aalehaffter armer Patienten/ welche von Loblicher ſo genanter Geſchau an-eee

ad⸗Zeit uͤber mit Speiſe Trank/ und Geliger verſorget werden.Dieſe Gutthat genieſſen alljaͤhrlich zweymal inſonderheit die Ausſätzi-affen a Geſchwaren/ und anderen auſſerlichen Schaden be-haffteten/ ſo auch die eine fahrende Gleychſucht/ und nach ausgeſtande-nen Fieberen/ oder anderen Krankheiten/ eine Staͤrkung ihrer Gliede-ren noͤhtig haben. Bey vielen wirket mehr die Speiſe und dorch f