VIII
Dem ersten Zürchergelehrten haben wir ein Denkmalsetzen wollen.
Der unbekannte Mönch von St. Gallen erzält inseiner Biographie Carls des Großen gar viele Züge, welchezeugen, wie der Kaiser es nicht unter seiner Würde hielt,dem Gottesdienst täglich beizuwohnen, Gesang und Musikselbst zu leiten. Nicht mit Unrecht hat man ihn — undhat er sich selbst — mit dem König David verglichen.Der Biograph erzält unter anderem folgende Geschichte: ^
Da also (II c. 7) die Griechen, nachdem der Morgen- 'gottesdienst an der Octave der Theophanie (Erscheinung des Herrn 6. Januar, 8 Tage drauf, also am 13. Januar)vor dem Kaiser gefeiert war, insgeheim in ihrer SpracheGott lobsangen, und jener, in der Nähe verborgen, sichan der Süßigkeit der Lieder ergetzte, befahl er seinenGeistlichen, nicht eher etwas zu genießen, bevor sie die-selben Antiphonen, ins Lateinische übersetzt, ihm überreichthätten . . . Dieselben Gesandten brachten auch alle Artenvon musikalischen Instrumenten nebst verschiedenen andernDingen mit sich. Alles das betrachteten sich die Werk-leute des einsichtigen Carl, ohne sich etwas vermerken zulassen, und bildeten es sehr genau nach; vorzüglich aberjenes vortrefflichste aller Instrumente, welches vermittelstder mit Luft gefüllten ledernen Blasbälge, die wunderbardurch eherne Pfeifen blasen, das Rollen des Donners