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Der Kaffee in seinen Beziehungen zum Leben : für Haus und Familie und für Gebildete aller Stände / geschildert von Dr. Heinrich Boehnke-Reich
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mit unseren empfindsamen Schönen verdorben hat, mag vonNacht und Grab, von Schulmeister, Pfarrer und Teufelherkommen, die alle schwarz sind - vom Kaffee kommt eseinmal gewiß nicht, woniit sie so gut schwärzen, als dieSöhne der Minerva, die auf dem schwarzen Meere der Dinteund Druckerschwärze leben."

Das möchte für die Rubrik „Kaffeeklatsch" genügen.

Der Kaffee ist, wie Saphir witzig meint, das Sinnbilddes Mannes. Der Kaffee ist von Natur bitter und muß,wie der Mann durch die Liebe des Weibes, erst durch Zuckerversüßt werden. Der Kaffee ist aber auch das Sinnbild desWeibes. Man kann leicht etwas bei ihm verschütten, undfrisch schmeckt er stets besser als aufgewärmt. Der Kaffeeist endlich das Sinnbild der Liebe. Man liebt ihn schwarz,brünett, blond und weiß, aber stets — heiß!

Bleibt ihm treu, Ihr jungen, weniger jungen und nichtmehr ganz jungen Kaffeeschwestern, ihm, diesem edlen, wackern,erprobten Geliebten! Liebt ihn, aber liebt ihn stets rein undohne alle weitere egoistische Beimischung. Verbannt jedwedeCichorie, Runkelrübe oder Gerste! Wie der Wein nicht anzu vielem Sauerstoff, so darf der Kaffee nicht an zu vielemWasserstoff leiden oder gar möhrumschlungensein. Machetauch nicht aus sechs Bohnen neun Tassen, auf daß nicht dieLeute hingehen und sprechen, so Ihr nicht dabei seid: „EureTasse Kaffee sei keine Bohne werth!"

Und Ihr, Kaffeebrüder, möget Ihr mit oder ohne bessereHälfte sein, erwidert diese Liebe ebenso rein und heiß!

Sollte es bei der Zudringlichkeit des Kaffee's in alleSchichten der Gesellschaft einer Entschuldigung bedürfen, daßich diesem „Gebräu des Himmels" einige Bogen Papier geopfert habe, um ihm jetzt beim Herannahen seines zwei-hundertjährigen Jubiläums in Oesterreich und Deutschland (Wien 1885; Regensburg l 886; Hamburg >887; Prag 1888;Frankfurt a. M. 1889) einen Tempel zu errichten? Ich hoffenicht. Denn es existiren über dieses Bedürfnißgetränk nochso viele falsche Ansichten, es wird oftmals in so rücksichtslos