Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
657
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L.

* Laan (A. van der), Zeichner und Stecher»it der Nadel und dem Grabstichel, wie manlaubt geb. zu Utrecht um 1690. (nicht M8. wies bey dem elenden Basan beißt). In Paris ,>0 er sich einige Zeit aufhielt, arbeitete er vor-chmlich für die Buchhändler und die Kunstver-ger. Seine Landschaften nach Glaube,- sind, zumheil gemeinschaftlich mit diesem, mit einer feinenlade! geätzt; bey genauer Untersuchung aber findet>an, baß es ihnen an Bestimmtheit fehlt. Mannnt auch von ihm einige Bildnisse; wie z, B.«sjenige von Laur. Koster, dem beglaubten Er-der der Buchdruckerkunst, ohne Namen desalers. Rost VI. soH. Brandes führt vonin eine burleske Jagd von Zwergen an.

Laar (A. van). So heißt irgendwo einMerer holländischer Künstler, der um ,8oö. Un-tricht im Zeichnen, in der Zeichenschule zuAnhem gab.

oder Laer (Peter von), von seinerLtbesgestalt sowohl als seiner Kunstgattung wegenBmboccio genannt. Derselbe kam jung nachRm. Seine Eompositioncn enthalten gewöhnlichein große Menge Figuren von Menschen undTgeren, und sind theils mit Architekturen geziert,theils mit Seeaussichten belebt. Nach »einer Rück-ten ins Vaterland hatte er sich zu Hartem nieder-gelissen; und da ihm seine schwächliche Leibscon-stitjtion nur eine oft unterbrochene Gesundheitgemhrte, so vermehrten sich gegen sein Sechzig-stes seine Beschwerden so sehr, daß der Mann,welher sonst durch seine römische Figur, seinmuikeres Gemüth, und sein Saitenspiel alleSeilschaften zu beleben gewohnt war, in eineschnprze Melancholie verfiel, und von da anbis an seinen, 167Z, 7^, oder 70. erfolgten,Tod, Andern und sich selbst zur Last wurde. Nach'Hoibrackett wäre er hauptsächlich aus Verdrußgestuben, daß man ihm Wouwermann's vorzog,der leine Arbeiten zu niedrigern Preisen verkaufte,was aber von Dielen gänzlich widersprochen wird.Nach Andern hätte er sich gar, eines mit mehrernlosen Gesellen verübten Mordes wegen, in einemBrunnen ertränkt. Allein wir wollen lieber deinwackern Sandrart glauben, welcher uns kurzsagt:Peter sey von diesem irrdischen.Wirrwarrin die ewige Ruhe übergegangen." In einer Cha-rakteristik von ihm, bey LVareler, liest man, ne-ben Andern,:Man versichert, daß er seine Pro-spekte meistens aus dem Gedächtnisse malte. Diemehr und weniger leichten Dünste, mit denen dieLuft nach den verschiedenen Tagsstunden, oder nachden Abwechselungen der Atmosphäre angefüllt ist,drückte er mit »»gemeiner Leichtigkeit aus." Und:»Er gieng nie eher an die Arbeit, bis er durchSpielung irgend eines Instruments seinen Geistgleichsam zu dem Ton erhoben hatte, der ihmnöthig war." »Seine meistens nur spannenlangeFiguren" (heißt es dann bey Lanzi I. big.)»waren so lebhaft und so gut colorirt, und mit

so natürlichen Umgebungen begleitet, daß man(wie Passer, bemerkt, Alles wie durch ein of-fenes Fenster zu erblicken glaubte. Auch ernsthafteMaler studirten daher in seinen Werken, wenig-stens die große Wahrheit seiner Tinten; selbst solche,die es übrigens »»gerne sahen, daß die Kunst sichzu so nichtswürdigen Gegenständen erniedrige"Und eben auch darüber ereifert sich der wackere'orillo I. 17Z. wie folgt: »Von L«ar" sagter)erwarb sich vermittelst seiner durch ein glän-zendes Kolorit und einen kecken Pinselstrich geho-benen Possen so großen und allgemeinen Beyfall,daß selbst Männer von Talent, die schon einebessere Bildung empfangen hatten, um Arbeit zubekommen, genöthigt waren, den richtigen Wegder Kunst zu verlassen, und sich auf geschmackloseFratzen zu legen, weil nur diese von den Großengeliebt und begünstiget wurden. Das Wunder-barste dabey ist, daß dieses Uebel nirgends in ganzItalien so sehr einriß, wie zu Rom (man seheFacchi's und Akbarii's Briefe hierüber in dersselsiiis plttrios II. 267. k-t 5099 gleichsam imAngesicht unzähliger Denkmäler der eo.lsten grie-chischen und altrcmische» Kunst; dem Vatikan ,der Capella Sistina, und tausend andern daselbstbefindlichen Meisterwerken zum Trotz; in Rom zueiner Zeit, wo die geschickteste» Meister aus derSchule der Caracci diese Stadt verschönerten;in Rom endlich, wo man glauben sollte, daßwenigstens in den Adern der Großen noch irgendein Trovie von, Blut jener alten Romcr flösse,von denen sie ihr Geschlecht ableiten. Aber geradediese Pamfili, diese Colonna, diese Borghesi warenes, die in ihren Pallästcn, statt der heroischenThaten ihrer Vorfahren, die platten und niedri >enDarstellungen eines Tcnicrs, eines Ostade, einesLaar, und so viel anderer bernhmten Rhyparo-graphen (llanibocciariri) aufnahmen "; wobeynoch eben dieser Schriftsteller bcmcrkt: Schwerlichmöchte sich in einer andern neuer» Sprache einWort finden, das dem italiänischen Ausdruck sogut entspräche, als der eben erwähnte griechische,der, eben so wie jener, an die Wahl unedler:Gegenstände sogleich auch den Begriff des Un-würdigen und Verachteten knüpft. Wie übrigensunser von Laar dergleichen Vorwürfe gleich-sam zum Voraus beantwortet hat, liest man indem merkwürdigen Schreiben von ihm an den M.Hondekoerer ^dat. Harlem ,66h.) wo es nebenAndern, heißt:Du weißt, in Italien war ichein Freund der großen Künstler. Selige Erinne-rung fuhrt mir noch oft den Genuß ihrcs Zu-trauens, womit sich wahre Freundschaft, scherzendeGrazie und Bruderliebe verbanden, ins Gedächtnißzurück. Ihr Umgang war für mich die Schule,worinnen ich die Schwierigkeiten habe kennenlernen, womit sie bei Höfen zu kämpfen hatte».Aus dieser Ursache wurde ich veranlasset, den Wegdes guten Geschmacks zu verlasse», um der Kri-tik und der affektirte» Liebhaberei), die den Künstlermeistens verhungern laßt, nicht mehr zu hofircu;mit wahrer Ueberleguna ward mein Pinsel einOpfer der Geschmacklosigkeit, die mich jezt bezahlt

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