98o Nuvolone.
Werk. Anstatt der Citat. Guarient» im Lex. setzediejenige von Averoldo.
* Nuvolone (Joseph), Pampöilus jün-gerer Sohn. Von diesem nun sagt Lanzi (t. c.46 s- 65 .): »Derselbe war macchinoser und hattemehr Feuer und Fantasie als sein jüngerer Bru-der; aber seine Wahl war nicht immer die beßte,und seine Schatten öfters zu stark. Er malte weitmehr als «tarl, sowohl in der Lombardie als imDenetianischen, zu Brescia u. s. f. Sein großesBild in St- Dominica zu Cremona , welches dieAuferweckung eines Todten durch diesen Heiligenvorstellt, ist von dem natürlichsten Ausdrucke be-lebt, mit der schönsten Architektur verziert, undgehört überhaupt zu seinem Beßten. Andern siehtman dann freylich sein hohes Alter an, da ernämlich noch bis in sein Achtzigstes malte. AuchFiorillo l. c. 638 . nennt, als treflich, seinen Hie-ronymus in St. Thomas zu Piacenza .
— (Pamphilus). Lanzi II. 3 / 6 . und45 «. nennt ihn sowohl unter der Cremonesischenals unter der Mailändischen Schule, und setztseine Dlüthczeit um 1608. an. An der erster»Stelle heißt es von ihm: »Sein Meister Maloffo(Trott!) liebte ihn sehr, und anfänglich ahmte erdiesen nach; späterhin befliß er sich eines festem,gründlichern Styls. Seines St. Ubaldus, dereinem Kranken den Segen giebt, in der KircheSt. Augustin zu Piacenza , wird gewöhnlich nichtgedacht." Und am zweyten Ort: »Von diesemmit mehr Fleiß als Einbildungskraft begabtenKünstler findet man zu Mailand wenige großeArbeiten, seinen reichen Mann und armen Lazaran einem Deckenstück bey den Nonnen zu St.Dominicus und Lazarus ausgenommen; ein Bild,das, man möchte sagen mit einem wahren Luxusgemalt ist; und dann eine Geburt der H. Jung-frau in der Kirche della Paffione ebendaselbst. Inseinen Altarblättcrn zu Parma endlich sowohl, alsin dem was er für die dortige Großherzogl. Ga-lerie gemalt, bestrebte er sich in allem Geschicht-lichem , mehr gute als viele Figuren zu geben.Er hatte viere von seinen Söhnen in der Kunstunterrichtet, von welchen aber zwey in der Ge-schichte unbekannt sind.
* zJuyt, s. Nooit.
* lJuzzi (Mario), zu Penna in der DioceseFermo geboren. In der Schrift, Winkelinannund sein Jahrh. G. 191. heißt es von ihm (in Ver-gleichung mit Gobbo de Carracci und P. A. Bar-bier! , welche in derselben Gattung zu der näm-lichen Zeit arbeiteten): »rJuzzi führte den Pinselvorzüglich dreist; weil aber sein Farbenauftragetwas roh war, so haben seine Werke, in der Nähebetrachtet, nicht das Gefällige, Zarte, die Tan-schung und Wahrheit, welche man bey Gegen-ständen dieser Art mit so größcrm Rechte fodert,als eben die täuschendste Wahrheit in ihnen auchdas möglichst Vollkommene auszumachen scheint."Lanzi I. 52 i. dann sagt von seinen Blumen, daßsie freylich schön» aber nicht auf die Dauer ge-malt waren, nach wenig Jahren ihre Frischheitund Glanz verloren, und entweder matt oder dun-kel geworden, und also viel von ihrem Werth ein-gebüßt hatten. Von R. Earlom kennt man nach ihmein großes schön geschabtes Blatt, das ritt Vögel-conzert vorstellt.
* »Jyerr (Alex. Dionysius de), s. Werk.
ypc> 0 rr (I. van), ein wenig bekannter Bam-bochemaler und Kupferätzer. Von ihm selbst geätztkennt man: Eine Bauerngesellfchaft und den Zahn-arzt. lJach ihm gestochen dann hat P. Kilian dasBildniß von Johann Duns, Scot genannt.
* kJye (Emanuel). Von diesem wahrschein-lich eher als von dem unten ff. Schüler von vanAelst (Lonk. Männlich I. 5 io. u. II. 5 i.) befin-det sich ein Bild in der Galerie zu München , wel-ches das Innere eines Schupfens vorstellt, und
O b r e g v n.
von dem es an letztqedachker Stelle heißt: »Die-ses flüchtige kleine Bild (auf Holz) ist um so wich-tiger, als es die Art über ein Gemäld einen Ge-neralton zu verbreiten, den wir in den Werken derNiederländer bewundern, deutlich angiebt.
tJys (F. de) , ein wenig bekannter Maler,nach welchem jedoch P. Pontius drey Bildnisse:Des spanischen Generals Grafen Ambrosius vonHoore, des Barons I. von Beck und des Arztes W -.Marquis gestochen hat.
* — — ( de), der Schüler von Evert van Aelst (nicht van Ach , wie es bey Männlich heißt).Seine Bilder waren von kräftiger durchsichtigerFärbung, und zeugten von außerordentlicher Fer-tigkeit.
O.
Gbee, s. )subee und Dreppe in den gegen-wärtigen Zusätzen.
Oberdörfer (Joh. Christoph), ein Kupfer-stecher, der um 1719. zu Leipzig schlechte Bildnisse(wie z. B. dasjenige des Arztes A. Petermann,ohne Namen des Malers) fertigte, und um173«. ebenfalls zu Leipzig scheint verstorben zuseyn. /l 7 §c.
Oberecker oder Obereger (Joh. Hein-rich). So hieß ein Maler zu Leipzig , der im dor-tigen Adreßkalender v. -755-67. angeführt wird.
Oberkogler( ),ein deutscher Zeichnerund Kupferstecher, gebürtig von Augsburg , ar-beitete um 1809. zu Zürch in der Schweiz , vor-nehmlich für die Buchhänder, und gab dort zu-gleich treuen und guten Unterricht in der Zeichen-kunst. Von ihm sah man schon früher zwey sehrartige Blätter aus der alten Appenzellergeschichte.Dann auf dem Zürcher -Kunstsalon von 1809. eineGruppe Zürcher -Bauernmädchen, die aufdem dorti-gen Frucht- und Gemüsemarkt feil haben u. s. f. Vonneuestem Datum sind von ihm in Luschmanier dieTitelvignetten zu mehrern Theilen der in Zürch erschienenen epigrammatischen Anthologie von Haugund Weisser, und verschiedene Blätter Schweizer -trachten in dem helvetischen Almanach.
Oberschall (Joh. Matthäus), Hofbildhauerzu Dresden um 1734- starb, daselbst 1755. 67. I.alt. Am Thurm der dortigen katholischen Kirchefertigte er die Jnnschrift für x 5 . Thlr. und dieKrone über dem Kurfürst!. Oratorio für 95. Thlr.Magd. Sachs. Gösch. Th. ll. S. 662.
— — ( ) Ob der obengenannke, oder
ein andrer Künstler dieses Geschlechts, poussirteum 1700 zu Görlitz den Taufengel für die Kirchezu Kuppen in der Ober-Lausitz. Sachs. Rurcab.1755. S. » 83 . u. i/ax. S. 29.
Obersteg (Martin), ein um 1788. jungerKünstler, von dem man auf einem Salon zu Mün chen des genannten Jahrs gute Arbeit (Copiennach niederländischen Meistern) sah. Seither ha-ben wir indessen nichts weiter von ihm vernommen.
Oberes (Franz de), der älteste bekannte Ma-ler zu Genua , ob aber von dort gebürtig, ist un-gewiß. Don ihm sieht man in der Kirche St.Dominicus daselbst, mit i 368 . datirt, eine Ma-donna zwischen zwey Engeln auf einem Gold-gründe, von welcher tlanzi II. 2. 276. (man merktnicht recht, ob zum Preiß oder zum Tadel?) sagt,daß sie nichts Giottisches an sich trage.
Obregon (Peter de). So heißt bey /ic>-rillo IV. go. noch ein andrer spanischer Malerdieses Namens, als derjenige, den das Lex. kennt,und der dort mit mehrern gleichzeitigen Künstlernseiner Nation ins dritte Dezennium des XVI.Jahrh, gesetzt wird. Arbeiten von ihm svüey sichin der Kathedrale zu Sevilla befinden.