Band 
Zweyter Theil [2].
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744
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744 Lysippus.

teiner hat kefn Wort, welches dasjenige aus-drückte, was die Griechen Gyinmerria nennen,die er sehr genau beobachtete, und nämlich demviereckigten Wüchse der Alten, durch eine neue,noch nie gesehene Kunst, eine andere Form gab.Er sagte gewöhnlich: Jene hätten die Menschenso gemacht, wie sie sind, und Er mache sie, wiesie zu seyn scheinen." (Was heißt das?)Sosah man an seinen Werken eine Eleganz und Fein-heit, die ihm eigen war, und die er auch inden kleinsten Theilen beobachtete."Aus dieserStelle" (fährt dann wareler fort)kann manschließen, daß seine Vorgänger, etwa den Praxi-teles ausgenommen, eine stolze Größe (Zranäsuret sisrte, was Heydenreich mit Große undWildheit giebt), und Charakter hatten, dagegenEleganz und Schlankheit ihnen noch fehlten. Erwußte, daß die Kunst nicht die Natur selbst,sondern nur den Schein der Natur vorstellt (?). Die-ser Schein kann auf sehr verschiedene Art gefaßtwerden; Er faßte solchen in dem Graziösen Sokann man wenigstens die oben angeführte Stelledes plinius verstehen (?). D.uinnlian sagtvon ihm, daß er sich, wie Praxiteles, der Wahr-heit mehr als die übrigen Künstler genähert habe.Dieß rührt von der Kunst her, den Schein derNatur gut aufzufassen, anstatt sich mit einersclavischen Copie derselben zu quälen" (was unsabermals unverständlich ist). «Die Eigenschaftder Symmetrie dann, weiche plinius den Wer,ken des Lysippus zueignet, konnte man auf daswechselseitige Wogen und Gegenwogen b-üanoe-meut reolproque! der Figuren beziehen, undalsdann würde es die Composition angehen."Uebcrhaupt bemerkt wareler sehr richtig:Mankann nicht immer versichert seyn, ob Plinius sichauu) selbst verstand"? Ob Winkelmann mitGrund glanbte, Lysipps Vorgänger hatten, in-dem sie das Ideal suchten, sich zu sehr von derNatur entfernt, woran Er sich dafür desto mehrgehalten, steht noch dahin. Ungeachtet dieserKünstler denAlcxander vjelma! dargestellt, so kenntman doch (wie ebenfalls winkelmann bemerkt)nur eine einzige Statue dieses Eroberers, diejenigeim Pallas! Rondanini zu Rom , nach Art griechi-scher Helden dargestellt Seine Haare sind geord-net, wie die des Jupiters, dessen Sohn zu seyner vorgab; d. h- sie stehen empor, und fallenwellenhaft in mehrern Abstuffungcn herab; undes ist glaublich, daß Lvsipp der erste war, derihm dielen Charakter lieh, um demselben einigeAehnlichkcit mit dem Herrn der Götter zu geben.Ob es nicht eine Fabel seyn mag, was Plinius von einem kolossalischen Jupiter dieses Künstlerserzählt, den ein Mensch mit Einer Hand bewegen,und dagegen kein Orkan umstürzen konnte, weiler in einiger Entfernung davon dem Wind eineSäule aus derjenigen Seite entgegenstellte, woes vorzüglich nöthig war, ihn zu brechen? EinEpigramm der Anthologie spricht von einemHerkules desselben, der sich härmt, daß ihmAmor seine Waffen genommen. Dann war eres, welcher das Denkmal der Reue der Athenien-ser über den Justizmord des Eokrates verfertigte.Die Gelegenheit stellte er unter der Gestalt einesJünglings dar, den Kopf auf der Stirn mitHaaren besetzt, von hinten kahl; in der rechtenHand ein Scheermesser, in der linken eine Wage,und Flügel an den Fersen. Die Dichter priesenvon ihm ein Pferd in Erz. Man schreibt ihmwohl irrig die viere auf dem St. Marcus-Portalzu Venedig zu; sie würden der hohen Achtung,in welcher er steht, nicht würdig seyn. Von ihmwaren hingegen wirklich die 2t. Trabanten Ale-xanders (wie sie beym Uebergange über den Gra-nicus über seiner Vertheidigung den Tod fanden),welche Metellus der Macedonier nach Rom brachte.Zu Athen sah man von ihm Jupiter und dieMusen; zu Corinth auf dem Markte Jupiter undeine Diana, einen Jupiter Nemeus, und einenHerkules; zu Olympia die Statuen des Paucra-fiiastcn, des Pyrrhus von Elis, und des Poly-

M a b o g g i o.

damas, eines Menschen von höchstem Wüchseund von ungeheurer Stärke (die Wunder dieserletzter» sah man an dem Fußgestell in Basrelief ),plinius sagt: Er habe ihuo. (nach anderer Les-art denn doch auf 620. reduzirt) Bildsäulen ge-macht, und alle mit so großer Kunst, daß eineeinzige hinreichend gewesen wäre, seinen Ruhmzu begründen. Lalconer glaubt, diese Behaup-tung des römischen Schriftstellers beweise, wiewenige Kenntniß derselbe von der Kunst gehabt;höchstens könne von so viel wiederholten Abgüssender gleichen Werke die Rede seyn. In Marmorscheint er nie etwas Bedeutendes gearbeitet zuhaben; sein Name auf dem Fußgestell einer Sta-tüe im Pallaste Pitti zu Florenz ist, nach win-kelmann, ein antiker Betrug.

*Lysistrarus, lebte in der n§. Olymp.(922. I. vor C. G-), und soll sich unter denantiken Künstlern, welche in Gyps arbeiteten,vorzüglich ausgezeichnet haben. ?Im. ll. XXX.L. 12. Derselbe verbesserte die Erfindung desModellirens, welche zuerst von Rhccöus undTheodor von Samos geübt wurde.Vor ihm"(sagt wareler) »suchte man mehr, schöne Kopfezu machen, als ihnen eine genaue Ähnlichkeit zugeben. Dieß ist wenigstens der Sinn, welchenich glaube, einer Stelle des Plinius geben zumüssen, die diesen Künstler angeht, weil es dereinzig vernünftige ist; der einzige, der, wie H.Falconer anmerkt, ihn eines lächerlichen Wider-spruchs überhebt." Namentlich führt man vonihm einzig das Bildniß der Menallppe, einerdurch ihre Talente berühmten Frau seiner Zeit, an.

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Maag (JohannNepomuck), Kupferstecher zuMünchen , arbeitete um 1770. nach Ellas le Moinein den Vitruvs kavarois. Auch kennt man Bild-nisse von ihm; wie z. B- dasjenige des GrafenMax. von Lamberg, ohne Namen des Malers.

^ ^ Maas (Conrad van der), Bildniß- undGeschichts- (etwa Gattungs-?) Maler. Nachihm hat C. F. Macret ein Kind, das einen Hir-schen hält, gestochen. )lAc.

(Dirk, Derk, Thierry, Dietrich),Kupferstecher, welcher nicht mit dem unten folgen-den Theodor zu verwechseln ist, wie solches Rostgethan, lebte später als dieser. Von ihm kenntman 9. Blätter Neikschulstücke: D. inv. 6tt'so. stgnirt, mit einer freyen, geistvollen Nadelgeätzt, und fast ganz in dem Geschmacke vonRugendas gezeichnet und staffirt. Ueber jene Ver-wechselung s. einen guten Aufsatz in Meusel'sN. M XIV. 684-87.

----- oder Maes (Niclaus). Nach ihmhat Blooteling die Bildnisse Hier. van Bever-ninck's, Heinr. von Bore und Lord Carl Gtan-ley's; P. Landry Heinr. Picart's, und I. Munik-huysen Gisb. Voetius und Fr. Burmann's ge-stochen.

* (Theodor). Derselbe nahm zuletztseines dritten Lehrers, van Hugtenburg, Manierau. Seine geätzten Blätter sind »gemein zartund fleiffig bearbeitet. So z. B- eine Folgevon 12. kleinen Blättern: 8olciat8 6t Lkovsux

Ü688M68 6t Ar»V68 ä'Lpr68 naturo, 6Ü62 ll.

Illcarc; dann eine Maria mit dem Kinde undzwey Engeln, leicht und geistreich, mit: ?. iUi,68?66it aqua korti. So Aosi VI. 269. Sollteaber nicht dieses letztre vielmehr dem wirklichunten folgenden perer Maes zugehören? S.auch oben Dirk Maes.

* s. auch Maes.

Maaskanip,( ). So heißt eine

holländische Kunsthandlung, bey welcher um 1807.