ioo6 Ozeno.
^VIII. Jahrh. Sämtlich Zeichner, Kupferätzerund Stecher, haben sie eine Menge Landschaftenund Marinen geliefert, und hatten (Lstrclaus be-sonders) den Ruhm, alles zu verstehen, was dasSeewesen angeht, und solches mit auffallenderWahrheit auszudrücken. Die Schwestern warenauch Schülerinnen von Aliamet; die jüngere starbzu Paris 1786. Ü2. I. alt. Im Almanack cie«Le-rux-^rts von 180Z. erscheinen sie nicht mehr,obgleich es noch bey Rost VIII. 102. wenigstensvon der Litern Schwester heißt, sie beschäftigesich jetzt <1804.) die Ansichten der Seehafen inden französischen Kolonien zu stechen. Von derJoh. Lranzisca werden dort eine Ansicht ausdem Hafen von Dieppe , und eine andre von St.Valerh sur la Somme, beyde nach Ph. Hakert,sisiter Aliamets Leitung — von der Mar. Johannazwey Ansichtey von Livorno ^gemeinschaftlich mitihrem Mann) und Doms serein, alle drey nachVernet; dann aber auch zwey Gattungsstücke:Kelaj8 klammanll ünd hermv Llammanäe, beydenach sstvuwcrmanns angeführt; von hftclausMehreres, ohne Namen des Malers. Dann nenntein Verzeichniß meines sei. Vaters, neben Andern«,von einem derselben ein ganzes Werk : blarinsrnilitairs etc. in 5o. Bl Diesem letztern Verzeichnmß zufolge hatten auch Andre nach ihnen gesto-chen. So z. B. Chereau: V^isseau 6u iioi,sppelie le Duo lle 6our§c>bN6, lance' a lamer a Kooüefort en 17hl. Andres L. Hcr-rel (wohl Copien) u. s. f.
Gzeno (Jacob). So nennt Gandellini einenuns sonst ganz unbekannten Kupferstecher, undführt von ihm die Fabel des Orpheus an, wieden Tönen seiner Lcyer nicht allein die Thiere,sondern auch die — Steine der Stadt nachlaufen.
P.
* Pass, Pas oder passe (Crispin de),der Alre, Zeichner, Kupferstecher und Kunstverrleger, geb. wahrscheinlich (frühestens) um , 546 -(der alberne Basan sec. sagt 162g. und (6an-dellini verhunzt den Namen seines Lehrers Koorn-herk in Luerenherr). Die vornehmsten Städte,wo er gearbeitet hat, sind Utrecht, Amsterdam ,Kölln, Paris und London . Dieser krefliche Mann,der mit der Liebe zu den Künsten auch Geschmackqn den Wissenschaften verband, erzählt uns selbstmehrere von seinen Lebensumständen in einem fran-zösischen Vorberichce seiner Schrift über das Zeich-nen und Kupferstecher, wen er sich vornehmlichzu Mustern in der Kunst gewählt habe: A Bloe-maert, M. Freminct, P. Moreelze, P. P. Ru.bens (diesen also erst in seinem Alter); dann,mit wem er sonst vertrauten Umgang gepflogen:Wie z. D. mit dem Edeln H. Van der Burg ,?),mit dem Prinz Moritz, mit dem Königl. Französ.Bereuter Pluvinel. Zu Paris gab er ein geome-trisches Werk über die Ebenmaaße des mensch-lichen Körpers, die Perspektive der Figuren, dasZeichnen nach dem lebenden Modell, vom Ge-brauch des Gliedermanus für Anordnung der Ge-wänder ; über die Proportionen der vierfüßigenThiere — vom Elephanten bis zur Katze; dannder Fische, der Dögel u- s. f. Nach GandeUlMtrug dieses merkwürdige Buch (das uns leider niezu Gesicht gekommen) den Titel: Malerlicht.Seine menschlichen Figuren waren fast alle vonRubens entlehnt, was aus seinen dicken Frauen-bildern erhellet. Zu seinem Deßten gehören in-dessen, wie schon das Lex. bemerkt, seine 61.Blätter zu A. de pluvinel's In8truction ciuKoi I.OIN8 XIII. en l'exercice -^e mouncerä ckeval 1626. (a. b. 1629.), welche verschie-dene Uebungen der Reitschule vorstellen, und meh-rere Bildnisse der vornehmsten Personen des da-maligen französ. Hofs enthalten. Die Zeit, woer nach England gegangen, ist unbekannt. Nochkennt man von ihm (einem Verzeichniß meines sel.Vaters zufolge) oder doch aus seinem Verlage,von ganzen Werken z. D.
P aa s.
1, Ilwstr, luliaccns'uim pcincipinn Lud. (icnealoglcn,ütlcliti!, ix:ietu!x 1610.
2. biet Nuvlc Oenexix jjv. ,6>2. Vl.
z. ^cadcinia xive 8pecu>um via« »ctiolaxtlcse 12». 1612.17. Dl. welche das ausschweifende Leben der Schülerzum Gegenstand haben.
4. (?„/'?. /eEaiFrr Dmbleinatum Leuturi« II. Htlraj.V>,Z.
5. Lpeculam Hcrnicum princlpix poeksrum, klomsri,oder: 1.08 XXIV. rivrex N'tstvinere reäuit sn lab-
. tes stemon»ti-!itives üxurees etc. (rL. Vl.) 161z.
6. btortuz ktvriüux -üig. ,
7. I.ivre r!e dtsnuixerie. ^msterst. 1642.
g. I.IV8 ä stsxxiner 5. Vol. >64;. kot. (Wohl einezweyte Auflage des schon genannten Werkes).
Y. Hntropoiiietainorpkioxeox bäconss.
,0. Ist. ist. tterovlogi» -Iriglicans 64. Bl.
Seine ältesten Blätter datiren sich aus den letztenJahren des XVI. die jüngsten aus der Mitte desXV!I. Jahrhunderts, was wohl auf ein spateresGeburtsjahr, als das Anfangs bemerkte, deutet,es sey denn (was so oft der Fall ist), daß dieDaten erst nach seinem Tode zu Ausstichen u. s. f.hinzugefügt sind, wo denn selbst das Geburtsjahrum i 536 . (wie es Rost angicbt) richtig seyn könnte.So viel scheint zuverlaßig, daß er iväo. »ochlebte. Seine Arbeiten bestanden theils aus Bild-nissen meist berühmter Personen seiner Zeit, theilsaus Geschichtlichem, sowohl nach eigener Erfin-dung, als nach verschiedenen lauter holländischen)Meistern. Rost V. ic> 5 —rio. wo eine namhafteZahl seiner Arbeiten angezeigt ist, eben so, wiebey winkler und Brandes. Unter den Bild-nissen wird dasjenige von Thomas Percy (desberühmten Insurgenten) ein schönes und seltenesBlatt genannt; unter dem Historischen aber: Dievier Evangelisten, Halbfiguren nach G. Gorcius(1604.) zu seinem Deßten gezahlt In cmblema-tischen Vorstellungen, nach dem Geschmacke seinesLandes und seiner Zeit, gefiel er sich sehr. Da-her seine sieben Kardinaltugenden, die sieben freyenKünste, die zwölf Monate u. dgl. Würde imGeschichtlichen war nicht seine Sache; doch kön-nen wir's nicht ganz übel finden, wenn in seinemAdam und Eva ein Hund erscheint, der sich miteiner seiner Hinterpfoten — im Obre kratzt. Ne-ben so viel Andern! kennt man auch von ihm Co-pien nach A. Dürer . Nach Walpole hättedie Königl. Bibliothek zu Paris eine besondersstarke Sammlung von den Arbeiten unsers Künsslers und seiner Kinder, welche aber wohl ursprüng-lich keine andre, als die schon im Lex. bemerkte desAbbe de Marolles ist.
* paas, Pas oder Passe (Crispin de),der Jüngere, des Obigen ältester Sohn, der,so wie seine übrigen Geschwister, im Lex. unterdem Art. ihres Vaters erscheint, geb. zu Utrecht um 1270. (a. K. ganz bestimmt 1676.) lernte dasZeichnen und Kupferstechen bey diesem. Man findetaber wenig von seiner Hand, sey es nun, daß erjung gestorben sey oder die Kunst frühe verlassenhabe. Rost V. iin—m. wo von ihm einzig einPaar Bildnisse (des Kurfürsten Friedrichs vonder Pfalz und I. A. Werdenhagens), dann dreyBlätter aus der Geschichte Lazarus (das vierteist von dem Vater- angeführt sind Nach winklerarbeitete er, mit diesem und ein Paar seiner Ge-schwister, auch an den zwölf Eibyllen, und mirdem Vater und Wilhelm eben so an den siebenKardinaltugenden, Alles, versteht sich, nach desAlten Erfindung. Weiter kennt letztrer Katalognoch von ihm iusbesonders das Bildniß des Gra/fen J A-von Solms, und: Den Rath gebendenArzt; dann die Bildnisse Papst Pauls und KaiserNudolphs (Pendants), beyde sitzend, im Ceremo-nienhabit; erstrer mit der Aufschrift: pontistei»8ecle8, c>use stornans; 8llLce88it sslonarckire»letztrer mit: Imperator Lso8. ^UA. Iuvicti8si-MU8. Diese zwey Blätter signirt mit:
/ÄL 5 ENL 8 en. inv. et exe. Amrior 80. Xt. 17.Ein nach seiner Verurthcilung mißhandelter Chri-stus von Jacob Bassano, welchen Füßli III.77-78. beschreibt, kann ihm oder seinem Vater