728 Lorieur.
wiederholt wird , welche (die Lorischen Arbeitenbetreffend) in Meusel's jJ. M-scell. V.57Z—74- bereits enthalten ist — und denn docheinst noch eine — nüchterne Uebersicht dieses ganzenKunstaeschichtfachs nicht überflüssig macht. Vondem äußerst talentvollen Sohn dann kennt manbesonders seine gemeinschaftlich mit seinem Vaterund andern wackern Künstlern gefertigten Arbeitenan der (mit Recht berühmten) wasserscheuSammlung Russischer Prospekte. Ein Verzeichnißvon ,4. derselben (bis 180.4. erschienenen) s. inLNeusel's Arch. I. 4 - S. 62—HZ. ColorirteZeichnungen von ihm sah man ;. B. auf derKunstausstellung zu Bern in 1804. und eben soauf derjenigen zu Zürich in 1800. das Steinstoßender Appenzeller, weiches das Zürcher-Journalfür Litteratur und Aunft S. 17a schön er-funden, gut gezeichnet, und geschmackvoll colorirtnennt.
L 0 ricux ( ). So heißt ein Kupferstecher,
der, gemeinschaftlich mit Dunker, Eichler und G.Hackert nach Ph tzackert: Lsrts ^snsrsle äs IsPartie cie la 8abins äcc. 8uivls 6s 10. Vues«les sites äs cette campsgne (wahrscheinlich fürdie ^ablegnx pitlorssgues ä'Itslie) geliefert hat.Ohne Zweifel ist dieß derselbe Künstler, der 180Z.für das IX. Heft des Uusee ssrsn«;st3 ein vonSwebac gezeichnetes und von Duplessis-Bertauxgeatztes Blatt, ?rise äs Lourtrs^, nach van derMeule» mit dem Grabstichel beendigt — eben so1804. für's XlX. Heft (wieder nach SwebacsZeichnung) 1a pls^s äs 8clievelln^en gestochen— dann ferner mit mehrern andern berühmten»französischen Stechern an dem Prachtwerke derVo^s^s pittorssgue ä'Lsps^ne par äs laLoräe. wovon in 1806 die zwey ersten Lieferungenzu Paris erschienen waren, und eben so an denAnsichten von Moskau , nach Girard de la Barthe,Antheil nahm. Indessen bemerken wir, daß mitt-lerweile (zwischen jener erster» und diesen letztge-nannten Arbeiten) im /Vmsnscli äes IZesux /^rcsvon 180Z. B. derselbe unter den damals zuParis lebenden Künstlern nicht genannt wird.
Lorimier (Madeniois.), eine neuere fran-zösische Künstlerin, die, unsers Wissens zum er-stenmal, bey der Ausstellung vom I 1802. unddann im Hlmsnscl, äes 6s»ux ^rrs von 180Z.unter den zu Paris lebenden Artisten, doch damalsbloß noch als Bildnißmalerin erscheint. Seitherkennt man von ihr, neben Andern,: Eine jungeFran, die ihr Kind durch eine Ziege saugen laßt;ein Bild mit lebensgroßen Figuren, das (jezc imBesitz der Prinzessin Caroline) in dem Pariser-Salon von 1804. Aller Augen immer neu aufsich zog, und von welchem Landon Anna!.IX. 147. die Abbildung im Umrisse giebt, unddavon urtheilt: Die Künstlerin habe in diesemihrem ersten öffentlichen Werke alles Interessanteihres Gegenstandes gefühlt, und mit einer Grazie,Frischheit und Wahrheit ausgedrückt, welche sehrVieles von ihr hoffen lasse. Einzig (setzt ebenfallsLandon in den llouvelles äss ^rcs IV. 46.hinzu) hatte man daran einen lebhaften, Farbenton,besonders in der Carnation, und einen wahrern inden Haaren gewünscht. Einen ähnlichen Beyfallerhielt auf der Ausstellung von 1806. ihre Johannavon Navarra, die am Grab ihres Gemahls ihremSohn die Großthaten des erstem erzählt. Nurheißt es davon (Meusel's Arch. II. I. 92.):»Dieses äußerst angenehme Gemälde kann etwaszu geleckt seyn; auch scheinen mir die Beine zukurz, und die Reflexe sind für ein unterirrdischesGewölbe zu glänzend."
— — ( ). Eben so heißt, zufolge
desselben Almanachs, ein in 180Z. zu Paris leben-der Landschaftmaler, Schüler von Hue, vielleichtVater oder Bruder der obigen Künstlerin; wahr-scheinlich derselbe, der bey Fiorillo III. 519.Chevalier de Lorimier genannt wird, und sichschon um 1788. durch einige brav ausgeführte
L 0 rm e.
Prospekte hervorgethan habe. Auf dem Salonvon 1802. sah man von ihm wieder drey italienischeLandschaften; und bey diesem Anlaß rühmen vonihm die Xonv. tl. ^rt8 11 . 8Z. ebenfalls eine,mehrere Jahre vorher ausgestellte, welche denPonte-Molo bey Rom schilderte, und wozuLaunaydie Figuren gemalt hatte.
Lorini (Donajuto), ein ehemaliger Kriegs-baumeister von Florenz , ist uns einzig durch seinBildniß bekannt.
* Lorior ( ). Neben dem im Lex. von
ihm Bemerkten verfertigte er in 1769. kür dasKöniql. Schloß Trianon eine wohleingerichteteConfidenztafel. Dieser sinnreiche Künstler er-fand auch eine Art Kitt, welcher Regen undSonnenhitze widerstehen soll, und anstatt derDachziegel dienen kann. Der König (?) soll ihm177Z. dieses Geheimniß mit 100,000 Pfunden ab-gekauft haben. Späterhin erschien von ihm überseine schon längst vorher erfundene Kunst: 8scrstäs ssxer 1 e l'sstel, lnvents psr Nr. Loiiot etpublis psr 1'^csäsmie Hc>)'sle äs peinturs etäs 8culpture. 40. 780. Nach Hei necke(Vlachr. II. 45 o.) hätte er auch die noch weitgrößere Kunst besessen, alte Gemälde von Holzauf Leinwand überzutragen, und solche mit großen.Glücke an einen, St. Michael von Raphacl ausder Königl. Franz. Galerie ausgeübt.
* Lorme (Margareth? Louise Amalie de),eine ausübende Kunstdäettantin, geb. zu Paris17Z0. Der Kopf, nach einem Carton von Pierre,ist ein St Paul. Mehreres von ihr s. bey RostV 111 . 227. und bey Heinecke 8. V. Ociounrc.Sie ätzte mit vielem Geschmacke, wo dann eini-ges von St. Anbin und Tillard mit dem Grab-stichel überarbeitet wurde. So z B la scmtsinscls 6renelle in ti. Blattern, nach Douchardon;eben so von St- Fcssard ein 1 -ivrs äes Principesäu äessiu, nach Dardon. Dann für sich allein:Vne äs Is "I'our cls I'slrnersux, „ach Cochin,und: Ein Sultan und eine Sultanin am Eingangeines Gartens, nach B- Picard, u. s. f. Siescheint noch zu Anfang des laufenden Jahrhundertsgelebt zu haben. Ohne Zweifel ist es eben sie,von welcher der Katalog von Brandes (s. v.Lorme) das Bildniß des Schauspielers Cban-ville in der Rolle der Cornemuse, nach de Lor-rainc anfuhrt.
* — — (Philibert de), geb. zu Lyon zuAnfang des XVI. Jahrh. I» Italien theilteihm Marcellus Cervinus, nachmaliger Pabst Mar-cellus II. welcher ungemeineu Geschmack in denSchönen Künsten besaß, alle seine Einsichten mit.In , 5 Z 6 kam er mit solcher edeln Beute nachFrankreich zurück Der Cardinal von Dellcybrachte ihn nach Baris. Jezr sah man von ihmeine merkwürdige Baute nach der andern, oderAngabe zu solchen Zuerst das berühmte Noßeisenzu Fontainebleau , dann die Plane zu den SchlössernAert und Mcudon, letzteres gemeinschaftlich mitPrimaticcio. Nach Heinrich 11 . Tode stand er beyder Königin Calherina von Medlcis in fast nochgrößrcr Gunst. Man muß bey d'Argensville I.Z02. u. s. f. nachlesen, wie sie durch ihn denPallast der Lhuillerien (woran er allen Reichthumseines Genies verwenden wollte) anfangen, undwarum sie (einer Wahrsagung ihres AstrologenLuc Gauric'ö zu lieb) diesen Bau wieder einstelle»ließ; wie sie ihn dann (ungeachtet er bloß dieTonsur empfangen halte) mit Abteyen u. s. f.belohnt; wie er deßwegen übermüthig ward —gegen Ronstrrd z. B. der sich an ihm durch dieSatyre: Is Vrnslls crossse ( die Maurerkelle mitdem Krummstab) und — vielleicht noch blutigerdamit rächte, daß er den guten Abt-Baumeistereine von dem Dichter aus Thuillerie-Thor ange-schlagene lateinische Abbreviatur für eine franzö-sische — Stachclschrift auf ihn hallen ließ. Nachder O.sIIis Lliriscisns starb de Lorme l 5 ?c>.