Band 
Zweyter Theil [2].
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738
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738 Lütte n.

bewundert wurden, ^c. u. Lüb. Morgenbl.1808. S- 098.

Lürren, s. Lutten.

Lüzelburger oder Leuczellburger,(Hans) Alles. was man von einem alten Form-schneider dieses Namens theils weiß, theils wissenwill, s. oben unter dem Art. Holdem, haupt-sächlich in Betreff des berühmten in Holz geschnit-tenen Todtentanzes-

* Lufoli oder Luffoli (Johann Maria).So nennt Lanzi II. 2. 119 einen Maler, Schülervon Simon Cantarini , der vor ,68o. gearbeitethabe, und von dem man zu Pesaro , vornehmlichin den Kirchen St. Joseph und St. Anton desAbts mehrere Arbeiten finde, der aber kaum derLufoli gleichen Namens im Lex. seyn kann,wenn sich anders nicht Lanzi in Absicht aufseinen (schon ,6',8. verstorbenen) Meister, oderdann in seiner Blüthezcit irret.

Luge (Albrecht von) bekam von MarggrafJohann von Brandenburg Erlaubniß (?), Lands-berg an der Warte zu bauen. ^Vico/ai.

* Luhne (Joachim), in der zweyten Halstedes X VII. Jahrhunderts, vermuthlich in den Nie-derlanden geboren, war ein Schüler von A. Backer,dessen Manier er sehr getreu nachahmte, und diedemselben eigne Freyheit des Pinsels so glücklicherreichte, daß viele seiner Werke mit jenes seinenum den Vorzug streiten. Er zeichnete eben sokühn als sein Lehrer, und nach denselben Formen,nur nicht immer so anatomisch richtig, und warauch selten in der Wahl des Mimischen so glücklich.Seine Gewänder sind in demselben großen Stylgeworfen, seine Figuren gewöhnlich bis aus Knieabgebildet, in Lebensgröße, und oft colossal. SeinColorit war Anfangs etwas farbiger als Backers;nachher aber» da er die Werke von Carl Lottostudirte, bräunlicher und stark von Schatten. Ermalte alles mit einem besonders leichten undangenehmen Pinsel. Ob er sich je in Hamburg niedergelassen, wie Heinecke glaubt, der ihn(lJachr. II. 9.) irrig E. Luhne nennt, ist un-gewiß. Freylich findet man dort viele seinerWerke. Wahrscheinlich verwechselt man ihn aberauch häufig mit dem gleich nachfolgenden I.Luhne. Hamb. Rünsilernachr. S. 2/ — 29.Nach ihm hat S. Blesendorf das Bildniß Joh.Kleims gestochen.

* — — oder Luhn (I.), vielleicht einSohn oder Bruder des Vorigen. Dieser lebtenun und starb in Hamburg , war ebenfalls eingeschickter Künstler, ahmte jenes seine Maniervollkommen nach, und malce ähnliche Gegenstände,aber in einem kleinlichern Geschmack. SeineFärbung ist lange nicht so rein und anziehend,die Zeichnung oft sehr unrichtig, und der Ausdruckin seinen Köpfen ohne Charakter. Indessen ister nicht ohne Werth, und nur in Eegenstellungmit dem erster» verliert er so sehr. Hamburg .Künstlernachr. S- 29—20.

* Luigl (Andreas), genannt Jngeguo, oderauch von Assist. Unter diesem letzter,, Namenkennt ihn Lanzi l. 386 . und setzt seine Geburt umi/l/o seinen Tod aber um , 556 . an. „Derselbe"(sagt dieser Schriftsteller) „war ein Neben-buhler von Raphael, obgleich älter als dieser;und sein glückliches Naturell gab ihm den erwähn-ten Beynamen. Seinem Meister Perugino half erin dem Saale di Cambio zu Pisa , und in nochwichtigern Arbeiten. Man kann ihn den Erstender römischen Schule nennen, der anfieng, seinerManier eine gewisse Großheit zu geben, und seineFärbung zu mildern; was besonders aus denPropheten und Sybillen in der Kirche zu Assisterhellet, wenn solche wirklich von ihm sind. Mankann seine schönen Werke nicht ohne Mitleid sehen,wenn man weißt, daß er in der Blüthe seinerJahre erblindete." Nach ihm hat N. Tardieu eine

Luin i.

von Engelche» mit Trauben bediente H. Familie(ein schönes Blatt) gestochen; ohne Zweifel die-selbe, die sich auch in Landaus Annalen IV.35 . beschrieben und im Umrisse abgebildet findet,wo indessen noch gezweifelt wird, ob das wunder-liebliche Urbild von 12" hohen Figuren auf Holzgemalt, das sich schon in der ehemaligen Königl.Sammlung befand, ihm oder einem Schüler desCorrcgio, wie z. B- Angela Anselmi zuzuschreibensey, da man darin» eine Mischung der Manierenvon Allegri'und Parmesan» finde.

* Luik (Ludwig) fällt weg. S. dafür obenLudwig Luck.

LuiH1 er oder LhuiII, er (P. u. Johann),Kupferstecher des XVII. Jahrhunderts. Von p-hat man Schiffe, Scestücke u. s. w. von JohannLandcharten. 6amstM»i.

* Lul'ni, Lovino oder Luvino (AurerUns), ZZernhaudlns wahrscheinlich älterer Sohn,st. 1692. Lomazzo rühmt ihn oft wegen seinerKenntnisse der Anatomie und seiner Kunst, Land-schaften und Perspektive zu malen. Einmal nennter ihn den besten unter den Mailandischen Künst-lern seiner Zeit, dem es gelungen sey, den Po-lydoro glücklich nachzuahmen. Ganz anders hin-gegen spricht in spätern Tagen von ihm Bian-coni, und Lanzi II. 427. daß nämlich, ausserder Composition, wenig an ihm zu rühmen sey.Bisweilen suche er freylich den reinen Styl seinesVaters nachzuahmen,, den er aber bald immerverderbe und vermanierire. Seine Ideen seyengemein, die Stellungen unnatürlich, der Falten-wurf kleinlich So z. B. in einem seiner Bilderder^Galerie Melzi zu Mailand , von ,270. datirt;beyer dann, und wirlich seines Vaters werth, seyeine Taufe Christi in der dortigen Kirche St.Laurenz.

* — — (Bernhard,'»), geb. zu Luino amLago Maggiore . Ob er wirklich da Mnci'sSchüler gewesen, ist ungewiß; zuverlaßig hin-gegen, daß er schon Maler war, als Leonardo(, 5 oo.) Mailand verließ. Immerhin nennt ihnLanzi II. 42,. wohl nicht ohne Grund den be-rühmtesten Nachahmer dieses großen Künstlers imComponiren, Zeichnen und Coloriren, nur daßseine Schatten etwas mehr ins Gröbere fielen.Von jener frühern Zeit ist seine Verlobung der H.Jungfrau u. a. so zart Gemaltes zu Sarono(welches von Dafür, irrig B- von Lupino, undvon einem seiner Herausgeber „och irriger einemLanino zugeschrieben wird); von spaterer Zeitdann, ebenfalls zu Sarono, sein Christus unterden Lehrern, mit , 525 . datirt- wo sein eigenesBildniß schon als eines alten Mannes erscheint.In der Ambrosianischen Bibliothek sah man vonihm eine Magdalena, und einen St. Johann, der-lei,, Lamm herzt, den schon so viele für einen daVinci hielten. Uebrigens ( bemerkt Lanzi l. c.§22 - 25 .) crgieng es diesem Künstler so wie Leo-nardo selbst. Er fieng mit einem trockenen Stylan. So z. B. in seiner Pietä in der Passionskirche,und selbst in seinem sonst so bewundernswerthentrunkenen Noah zu St. Barnaba (beydes zuMailand ), wo ein gewisses Schneidendes in derZeichnung, im Faltenwurf u. s. f. immer nochan die Quatrocentisten mahnt. Schon gemilderterdann erscheint er in seinen Geschichten von St.Croce, mit 1220 datirt, die er (wie schon obenbemerkt ist) fünf Jahre später zu Sarono wieder-holte, und worinn er sich selbst zu übertreffen schien.In diesen seinen letzten Arbeiten kam er, obgleicher niemals in Rom war, Raphael sehr nahe(denn, sagt Lanzi vortreflich, die Narur ist einfür Jeden offenes Buch; der Geschmack lehrcwählen, und die Uebung macht vollends denMeister); nur behielt er immer jenes Kleinlichein Bordirung der Gewänder, jene vergoldetenHeiligenscheine u. dgl. gleich mchrern andern fei-ner Zeitgenossen bey, was hingegen Raphael Alles