Band 
Zweyter Theil [2].
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804
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8c>4 Maurer.

sehr schöne Zeichnungsweise (auf gegründetes Pa-pier und mit Deckfarben ausgeführt). Bald all-jährlich machte er mit andern Kunstfreunden kleineFußrciscn durch die Schweiz , und sammelte sichda einen Schatz theils von Ideen, theils von wirk-lichen Skizzen , deren Ausführung er dann baldden ganzen übrigen Theil des Jahrs widmet, unddiesen Verrath noch immer bereichert. Unter seinebeßten Arbeiten zählen wir, in Oel : Ansicht derJungfrau; das ehemalige Goldau , das, durch seinegroße Wahrheit, Alle, die es einst vom Nähernkannten, tief rührt; den Sounen-Untergang beySchwyz ; Ansicht des Wiggis, von Netstall aus;Aussichten bey Baden; eine andre am Zürchsee;Aussicht von der Promenade über die Stadt Zürch hinaus; den sogenannten Platzspitz. In Gouachedann: Die Augec- Sarner- und Lowerzerseen; Golz-weil u. a. Ueberhaupt sah man auf den Zürcher -Ausstellungen mit Vergnügen, wie unser Künstlerbald von Jahr zu Jahr merkliche Fortschrittemachte, seine ehemalige Härte sich in mehrere Har-monie auflöst, und er immer sorgfältiger vor derihm frühcrhin anhangenden Manier — nicht ebeneiner grellen, aber überhaupt einer allzu einför-migen , meist merklich zu hoch getriebenen Farben-gebung sich hüthct; daher auch seine Bilder vonfremden und Einheimischen gerne gesucht werden.Nach seinem obengenannten ehemaligen Goldau hat H. Meyer ein sehr schönes Blatt geetzt. Hin-wieder hat er selbst theils einige Versuche im Ra-diern , und noch besser in verschiedenen annuthig cvlo-rirtcn Blättern gemacht, dahin z. B- das schonerwähnte Golzweii, dann eine Ansicht bey Jnrer-laken, eine dritte auf der Höhe bey Sächseln ge-gen den Sarnersee, eine vierte das Jnnwendigeeiner Sennhütte am Zürchersce, ein fünftes dasBad auf Bocken an eben diesem See gehören, diein Meusels Arck). II. 2. 22. n. 110. angezeigtsind, und wovon das Batt (sehr mäßig) 2.fl. kostete.

* Maurer (Hubert). Anstatt seines Art imLex. setze nun folgenden: Geb. in dem Dorfe Rät-chen bey Bonn, 1728. der Sohn eines Taglöh-ners, und selbst zu keinem höhern Rufe bestimmt,erhielt die erste Lust, so wie die erste Anleitung zurKunst durch einen Stukatorer, Stürzenhoser, derin t/ät. an dem Kurfürst!. Schloß in dem Dorfarbeitete. In 1729. nahm ihn dann der Kur Köll-nische und Bayersche Hofmaler G- Winter mitsich nach München , wo er sich fleißig im Zeichnenund Malen übte. In 1762. kam er mit Empfeh-lungen nach Wien, wo — nachdem ihn Maulbertsch abgewiesen hakte, besonders der Bildhauer Schlet-tercr sich seiner menschenfreundlich annahm, undihm bey dem damals beliebten Kirchenmalcr undKapuziner Norbert viele Arbeit verschaffte, sodaß er bald, nach den Skizzen dieses letztem, großeAltarblätter in Oel auszuführen den Anlaß fand.Zu Verbesserung seiner Umstände fing er, aufMey-tens Rath, an, auch Bildnisse zu malen. Mitt-lerweile hatte er bey der KK> besondern Akademieunter Schmuzern mehrere Preise erhalten, undsich überdies durch etliche Bildnisse am Kaiscrhofeeinen solchen Ruf erworben, daß er 1772. (damalsschon verheurathet), als KK. Pensionnair nachRom gesandt wurde, wo er vier Jahre durch seineZeit auf das Studium großer Meister (Guido'sbesonders) unermüdet verwandte. Bey seiner Zu-rückkunft folgte, sowohl für Bildnisse als Altar-blätter in und ausser Wien , eine Bestellung nachder andern. Sein Aufnahmsstück in die KK. Aka-demie war Ulysses, der die Circe nöthigt, seinenGefährten wieder ihre alte Gestalt zu geben, wor-auf er 1782. zum Professor und Rath gedachterAkademie ernannt wurde. Eine zum Theil beur-theilende Herzahlung seiner wichtigste» frühern undspäthern Arbeiten s. mFüßli'eAniial. I. 121—42.woraus gegenwärtiger Art. großtemheils entlehntist. Dort heißt es, neben Andern,: «Ein vor-züglich schönes Gemälde, und nach meinem Er-achten das Meisterstück H. Maurers ist das Bilddes in Wolken schwebenden ewigen Vaters über

Maurer.

dem Hauptaltar in der Kirche der Ingenieur-Aka-demie» In demselben hat der Künstler das Cha-rakteristische des Weltschöpfcrs und Erhalters,nämlich huldreiche Güte mit sanftem Ernst urdunverkennbaren Zügen von Majestät, dergestalt glück-lich zu vereinigen gewußt, daß dieses Bild schwer-lich von irgend einem Ideal dieser Art wird über-treffen werden." Und bald hernach: «Der soge-nannte Kirchensiyl, wo der Ausdruck von Sanft-muth, Demuth, Holdseligkeit, Duldung und brün-stiger Andacht das eigentlich Charakteristische aus-macht, und worin dieser Künstler sich vorzüglichauszeichnet, scheint seinem sanften, leutseligen undeinfachen Pcrsonalcharakttr ganz analog zu seyn.Nebst dem, daß überhaupt seine Gemälde mit vielfeinem Gefühl und Ueberlegung erfunden »ind an-geordnet , wissenschaftlich gezeichnet, wahr undangenehm colorirt, mit Leichtigkeit behandelt, undvon starkem Ausdrucke sind, hat er noch eine vor-zügliche Gabe, Engel- und Kinderformen zu schil-dern, denen er Vieles von jenem unschuldigen,frohen, leichten und geistigen Wesen zu geben weiß,welches die Engel und Kinder eines Guido und Do-minichino charakterisier, die er sich vorzugsweise zuMustern genommen zu haben scheint. Endlich habendie akademischen Schüler an ihm einen Lehrer, dersich (hört, hört!) aus Liebe zur Runst ange-legen seyn läßt, ihre Talente nach Möglichkett zuentwickeln, und sie nach achten soliden Grundsätzenauf den wahren Weg zum guten Geschmacke zuführen." In einen» zweyten Aufsätze (AnnalenII. 124—27) werden noch, als neuere Arbeitenvon ihm nachgeholt: Petrus , von dem Engel ausdem,Gefängnisse erlöst, auf einem Landguts desWienerschen Hofjuweliers von Mack; und St.Stephan, König von Ungarn, welcher der H.Jungfrau Krone und Scepter weihet, für denAltar einer Kirche in Ungarn «beyde wie es scheintvon 1802.), welche bort vortrcflich beschrieben,und, wie wir nicht zweifeln, nach Verdienst ge-priesen sind. Zu seinem noch Neuern gehört (1802.)eine Verlobung der H. Catharina in der Hofburg -Kapelle zu Wien . Dieser würdige Man» lebte,unsers Wissens, noch 1808. Nach ihm hak F.Wrenk 179-i in Armrias Verlag (zu 4. Rthlr.)Amor und Psyche, in dem Moment, da crstrervon dem heiffen Tropfen Oel , der aus der Lampeder letzter» auf seine Schultern gefallen war,erweckt, aus ihren Händen entflieht, schön inCchwarzkunst geschabt. Eine sehr scharfe Critikdes Urbildes (freylich bloß nach dem Blatt verfaßt)findet sich im: lournal tür öle bilclencls Kunst8. 129-21. Dort heißt es z. B- »Die Zusam-mensetzung der Gruppirung beyder Figuren ist ganzund gär nicht angenehm; sie laufen beyde in EinerRichtung fort; eben so wenig sind sie richtig ge-zeichnet. Amor ist von einer unangenehmen Länge.Dieß Verhältniß herrscht in allen Theilen seinesKörpers, des Kopfs, der Nase u. s. f. Die Flü-gel sind steif. Der Kopf der Psyche, nicht bloßmännlich, sondern gar uucdcl, ist ganz ohne Cha-rakter. Die Beleuchtung allein, im Ganzen gut;die Nebensachen, den Sopha ausgenommen, eben-falls steif u. s. f.

Maurer (Jacob). So nennt Füßli (V) 2/»i.)um 1774. einen Maler von Schaffhausen , treflichin Bildnissen und Landschaft, der, durch seineKunst sowohl als durch seinen gefälligen Charak-ter, in Holland sein Glück mache, und Vorste-her der Zeichnungsschule zu Utrecht sey, von wel-chem wir aber seither nichts Weiteres vernommenhaben.

* — — (Josias) der ältere, Christophs Va-ter. Neben seinen Verdiensten um die bildendeKunst machte er Versuche in der Astronomie, undverfertigte vortrefliche Sonnenuhren. Danebenliebte er die Poesie, brachte die Psalmen Davidsin kurze Verse, und schrieb mehrere Comödien(wie man damals — nicht ohne Grund, alle Schau-spiele nannte), welche sehr beliebt waren, und häu-fig aufgeführt wurden, unter welchen ein Scipw