Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
809
JPEG-Download
 

Mazzaforte.

Mazzaforre (M. Peter di). S. Delibera-rore.

* Mazzanri (der Ritter Ludwig), lebtenoch i/do. Er war ein Schüler von I. B. Gauli.Lan^i >. 55 n. giebt ihm das Zeugniß: Er ahmteseinem Meister so gut nach als er konnte; konnteaber nicht viel.

*MaZZaroppi (Marc), blühete um i 5 go.und starb frühzeitig, heißt es bey Lanz» I. 607.(1620. also doch kaum vor dem Fünfzigsten). SeineGemälde werden ihres natürlichen nnd lebhaftenStyls wegen, der sich dem Flammändischen nähert,in auserleSnen Kabinetten gesucht.

* Mazzelli (Johann Marc), von Carpi,

wird von Lanzl II. 28Z. unter die guten Scagliona-Arbeiter gezählt, die diese Kunst im Kirchenstaat bekannt uno beliebt machten. Er war darin einSchüler von C. Griffoni, und arbeitete theils fürsich, theils gemeinschaftlich mit I. Massa nnd I.Pozzuoli. Envas sehr Schönes von ihm sieht manim Hause Gebhardi zu Carpi, mit l 701. und andresin der Kirche der Regulär-Chorherren di Porto zuRavenna , mit 1709. datirt, wo er sich (wie dieHerren gern ihr kleines Nazareth zu verschmähenpflegen) einen Modencser nennt. 255 .

Mazzola ( ). So heißt ein neuerer

italienischer Bildhauer, von dem uns aber nichtsAnderes bekannt ist, als daß solcher in i8»j. zuMailand dem Kaiser Napoleon als ein Künstlervorgestellt wurde, der, nachdem er den rechtenArm verloren, inner drey Monaten es dahinbrachte, mit der Linken zu meißeln.

Mazzoli, Mazzola, Mazzuola,Mazzuoll (Alexander), Maler von Parma ,ein Sohn des unten folgenden Hi'ersnpmus, dessenzwar noch hie und da mit ziemlichem Ruhm gedachtwird, von dem aber Lanzr II. 827. sagt: Er seynur ein schwacher Nachahmer seines Vorfahrengewesen, wie es gewöhnlich mit dem — Familien-styl gehe, wenn solcher an den dritten Erben ge-langt. Von seiner Arbeit sehe man in dem Domezu Parma , mit 2)71. datirt. Er starb 1608.

* — — (Franz), parmeggians, par-

meggianins, Parmesans, auch Mazzolmsgenannt, des unten folgenden Philipps dell' Er-berre Sohn, und Hieronymus längerer Bruder,(genauer als im Lex. angegeben, geb. i 5 sö. undgest. i 54 v.). Das Geschichtliche über diesen merk-würdigen Künstler findet sich bey den Neuern nir-gends besser, als bey Liorillo II. Z42— 54 - nachd'Asfo's Vita se I'arm. 784.

vorgetragen. Die beyden Oheime, seine Lehrer,waren die nachfolgenden Michael und pererHflarius. Seine Taufe Christi, die er in seinemGechszehnten (andre sagen, schon in seinem Vier-zehnten) malte, befindet sich noch bey den GrafenSanvitali zu Parma , und soll wunderschön seyn.Einige machen ihn auch zu einem Schüler von Cor-reggio, was hingegen sein besser Biographe, Affo,nicht zugeben will, wohl aber, daß er Allegri ineinem gewissen Zeitpunkt offenbar nachgeahmt habe;wie z. B in einer H. Familie (jetzt bey dem Präsi-denten Bertioli), und in einem St. Bernardin beyden Vätern der Observan; zu Parma , zum Theilauch in einer Kapelle bey der Kupole von St.Antonio, die er gemeinschaftlich mit Anselmi undRondani gemalt. Andre wieder finden es nichtunwahrscheinlich, daß er auch den Unterricht desParmesaners F. Marmita, eines der zierlichstenMaler dieses Zeitalters, genossen habe. Allein, imGanzen fühlte er sich selbst zu sehr, um in irgendEiner Manier der Zweyte zu seyn, da er in einerandern der Erste seyn konnte, wie er solches wirk-lich geworden ist. Auf seine» Wanderungen durchWelschland bewunderte er dann freylich zn Mantnaden großen Julius, ;» Rom den noch größer»Eanzio, blieb aber immer Er selber: Edel, würdig,nicht mit vie'cn Figuren prangend, aber so daß die

Mazzoli. 909

wenigen sich auch auf einem weiten Feld aus,nehmen, wie z. B. in seinem St. Roch bey St.Petronius zu Bologna , und in seinem mit Rechtso gepriesenen Helldunkel, Moses , alla Steccatazu Parma . Sein Eigenthümliches indessen war,seine charakteristische Grazie. Auf diese zielte all'sein Dichten und Thun . Beweise hievon bemerktman besonders in seinen Handzeichnungen, wo eroft dieselbe Figur mehrmals hinwarf, um in derMiene, Stellung und leichter Drapperie (worin erein so besonderer Meister war) immer mehr vondieser Grazie zu legen. Algarorri glaubt, (wohlnicht ohne Grund) daß er damit in seinen Köpfennicht selten in ein affektirtes Schönthun gegeben;und schon Augustm Earracci wünschte den Künst-lern ein wenig, aber nicht zu viel von MazzolCsGrazie. Aehuiiches wollen andre (sicher auch mitRecht) an dem Mißbrauche der Schlangenlinieseiner langen Staturen sowohl als der Proportioneneinzelner Theile, der Finger und Hälse bemerken;daher denn auch seine berühmte Madonna imPallasie Pitti eigens die Langhalsigte benannt wird,was Malvasia, Lazzarini u. a. vergebens zurechtfertigen — so seltsam bemühet sind, daß na-mentlich zu Vertheidigung der langen Finger selbstdie Commentatoren zu Catull's Stanze 44. zu —Hüls gerufen werden. Selbst sein Colorit mußteseinem Styl Unterthan, immer gemäßigt und be-scheiden bleiben, als ob er sich fürchtete, das Aug'mit allzugroßer Lebhaftigkeit zu beleidigen, die inder Farbe, wie in Gesichtszügen, die Anmuth so ofteher vermindert als erhöht. Albano dann urtheilt(wohl abermals mit Fugen), daß er sich eben seltenauf den Ausdruck befliß, wenn man anders nichtdie Lieblichkeit seiner Kinder und andrer zartenFiguren so nennen will. Aber mit alle dem bestandeben das Wunder seiner, so wie in anderer Rück,ficht des großen Megrj's Kunst, daß sogar ihreGebrechen als neue Schönheiten erscheinen. ESist wohl zuverläßig, (wie Lomazzs bemerkt) daßParmesans in seinen Entwürfen langsam zu Werkegieng, und sich sein Ganzes (die Färbung nichtausgenommen) in der Einbildungskraft bildete, eheer Hand ans Werk legte, dann aber nur destoschneller in der Ausführung war. Seine Pinsel-hiebe sind bisweilen so keck und frey, daß Albanssie göttlich nennt, und aber gewiß richtig bemerkt,daß eine solche Musterhaftigkeit, die denn dochimmer mit zarter Ausführung verbunden war, nurdas Eigenthum großer und sicherer Zeichner sey.Einen gleichen Jmpasto haben nicht Alle, und thundaher auch nicht einerley Wirkung; aber einige sinddoch mit solcher Liebe gemalt, daß solche lange demCorreggio zugeschrieben wurden. So z. B. seinAmor der den Bogen spannt, mit zwey Amorinen

— dem lachenden, und Acht auch dem weinenden

— zu seinen Füßen; ein Bild, das er oft wieder-holt hat — so gut gefiel es ihm, und so wohl auchAndern. Staffeleygcmälde von ihm, wie Bildnisse,allerley jugendliche Köpfe, und sogar biblischeVorstellungen im Kleinen find nicht selten, und.finden sich wiederholt in mehrern Galerien; Haupt,sächlich eine Madonna mir dem Kinde, dem kleinenJohann, St. Cathariua, und dann immer dabeyein St. Zaccharias, oder irgend ein anderer Grei-senkopf. Große Compossioncn von ihm hingegensind desto seltener; wie z. B. seine Bergpredigt inder Großherzoglichen Galerie zu Colorno , einewahre Juwcle dieser schon von Natur so anmuthi,gen Stätte. Eben so überhaupt seine Altarblättcr,.wovon seine i 52 g. gemalte Madonna mit demKinde, den drey HH. Benedikt, Hieronymus undSt. Margaritha und einem Engel, unter demNamen St Margaritha bekannt (jetzt in Paris )vornehmlich gerühmt wird, das daher auch di«Carracci nie genug betrachten und studiren konnten,und Guido einst voll Entzücken es selbst der H.Cacilia von Raphael vorzog. Merkwürdig dannist. sein zum Theil schon oben erwähntes al Frescsalla Steccata in seiner Vaterstadt, wo er, nebendem Moses, noch einen Adam und Eva und einigeHH. vorstellte, aber das Bild nicht vollendete; wo-

LHll