Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
820
JPEG-Download
 

Z20 , M eh alt.

i6bZ. befand er sich unter den damaligen Mißver-gnügten , aber auch unter den Klägern, die sichzuerst wieder zum Ziel legten. Füßli I. 2089.III. 6970.

Mebarr (Theodor), Goldarbeiter von Augs­ burg , kaufte in 1681. für den Kurfürsten vonBrandenburg verschiedene Kleinodien, besondersaber einen mit Schildkrüt bezogenen und präch-tig verzierten Schrank, in welchem sich ein selbstspielendes Instrument, und an -jo. Laden (Schub-laden?) befanden, in deren einem (einer?) einFlorentinerstein mit Bäumlein befindlich war. (So,oder vielmehr noch unverständlicher, lesen wir ineiner unsrer Handschrift, und dabey <HicoIar'(?)citirt.) Dieser Schrank (heißt es dann weiter)war das Werk eines berümten(?) Italieners, derden Kurfürstlich-Bayerschen Paklast (zu?) verzierthatte, und dem Kardinal-Erzbischof von Salzburg (wann?) geschenkt worden. Der Kurfürst (wel-cher?) zahlte 5 ooo. Rthlr. dafür.

Mehestre de la Rue (Simon), Vaterund Sohn. S. den Art. Job. Beuselin.

* Mebeux (Franz), geb. zuDouvres 16^.Von ihm kennt man ein Bildniß von Antoine Her-mite, nach Mignard, und eine Kopie des Blatts:lUsrcliLncl «je !Uort au Hat-?, nach C. Wischer,letztrcs in Schwarzkunst geschabt. La§a» L«j. see.

(Johann). So nennt der Katalog vonBrandes, unter der Englischen Schule, einenuns sonst unbekannten Künstler, nach welchem W.Blake ein schönes punktirtes Blatt: Hobin Hoollet Llorincia geliefert habe.

Mehr, s. Gerhard van der Meer.

* Mei (Bewarb oder Bernardin). Nachihm hat G. Chateau eine Hieroglyphe über demWappen Pabst Alexanders VII. gestochen. Hin-wieder kennt man von ihm geetzt: Ohne Zweifeleine gleiche Darstellung, unter dem Titel einesEmblems auf das Wappen des Hauses Chigi;dann einen jungen St. Johann, und anderes Un-bedeutendes, was Gandelllni anführt.

Meiche!deck (Joseph Anton), ein Künst-ler, von dem uns nichts anders bekannt ist, alsdaß G. C. Kilian nach ihm theils des Malerseigenes Bildniß, tbeils dasjenige des BischöfenFriedrichs von Augsburg gestochen hat.

Meichelr od. Meicholr (Christian). Wirhalten den erstem Namen für den richtigen, geb.zu Nürnberg 1776. beschäftigte sich schon vonKindheit an mit Zeichnen, und erhielt dann imFünfzehnten den ersten eigentlichen Unterricht inder Kunst von seinem wackern Mitbürger, demKupferstecher Ambr. Gabler. Bereits währendseiner Lehrjahre gab er Proben seiner nicht gemei-nen Talente durch etliche bloß mit dem Grabstichelbearbeitete Kopien nach Golzius und Makham;und eben so erwarb er sich eine große Fertigkeitim Etzen, womit er seinem kranken und dürftigenLehrer treulich behülflich war. Um 1795. kam ernach Basel zu dem jungem (?) Mcchel, wo ersich ebenfalls nur zu viel mit bloßer Fabrikarbeitbeschäftigen mußte. Indessen übte er sich in Frey-stunden emsig sowohl im Zeichnen als in der Mi-nialurmalerey, worin er es wirklich weit brachte;und dann, als Kupferstecher, besonders in derTuschmanier, welche in der Folge sein Hauptfachwar. Dem Umgang mit mehrern Paslerkünstlem,besonders mit Wochern, hatte er Vieles zu dan-ken. Für Mechel etzte er, nach seiner eigenenZeichnung, mehrere kleine Blätter zu Shakespeare .In -798. kam er hierauf als Lehrer der Zeichen-kunst an das Pädagogium nach Lörach im Badi­ schen . Dort fand er Zeit, sich an etwas Bedeu-tendes zu wagen, da er nämlich die sogenannteErdmannsr (Hasilacher) Höhle nach der Naturzeichnete, und auf w. Großfolio-Blattern in Tusch-

Meil.

manier ausführte, welche dann in i8«,j. mit einemTexte von Lembke begleitet, in Schoell's Ver-lage zu Basel erschienen waren, und bey Kennernvielen Beyfall erlielten. Seither beschäftigte ersich, neben Anderm, mit Schweizertrachten nachDinkel , die jedoch bloß zum Jlluminiren geetzt sind.Hauptsächlich aber arbeitete er nun seit geraumerZeit an zwey großen Ansichten des Rötteln-Schlos-ses mit der umliegenden Gegend; und diese wer-den ihm seiner Zeit besondere Ehre machen.

* Meierspeck, Meyerpeckod. Mei-erbeck (Wolfgang oder M. Wolfgang). Der-selbe kam in Dienste des bekannten L. Thoumeisenzum Thurn (Leibarztes und Chymieus des Kur-fürsten von Brandenburg ), nachdem er sich vorherzu Leipzig aufgehalten hatte; doch beklagte sichdieser über ihn, daß er zu faul wäre. Er warMaler und Formschneider. Von letztrcr Kunstkennt man von ihm das Portrait des Johann Co-lerus mit seinem Namenszuge und Messerchcn,was aber keine besondere Kunst verräth. Dannein zweytes des Prinzen Wilhelms von Oranien.Thomas Oankorv fuhrt in der Vorrede seinesKräuterbuchs von -664. den Namen Holzmepevan; dies war vermuthlich ein Bcmname von ihm(S. L- w. Möhsen Beyträge zu Geschichte derWissenschaften in der Mark Brandenburg. Ber­ lin und Leipzig ix8Z. 4 °-). Er war aus Zwickanim Erzgebirge gebürtig (dein Lexikon entgegen)und gehörte mit zu den ersten Buchdruckern sei-ner Vaterstadt. Alsdan legte er i 55 o. eine solcheOffizin zu Frciberg an. In 1570. als ein Kur-fürstlicher Befehl kam, daß nirgends als in derResidenz und auf den Universitäten Druckereyengeduldet werden sollte» (wie solches der Reichs-abschied zu Spcier »570. bestimmt hatte) so gienger nach Freiberg ; und wurde ihm, auf An-suchen des Raths von Freiberg , vvm KurfürstAugust erlaubt, seine Handthierung noch wie vordort fortzutreiben. Hier starb er 1)78. Er warein guter Künstler, wie ihn denn auch Mar-rhiolus in der Vorrede zu jcinem Hcrbario lobt,und von ihm sagt, daß er ihm im Abzeichnen undSchneiden der Formen zu gedachtem Werke fieis-sig geholfen habe. S. Schmidt Lhronx-,

nos oder Beschreibung der Stadt Zwicka» ,656 ä"-(selten), der hiebe» noch citirt: A. MoetlerusHost. kroch. kol. (krelberZa 16^2.) p. i/zg. ocho^.

Meighan (R.). So heißt irgendwo, ohneWeiteres, ein englischer, um 1628. lebender Ku-pferstecher.

Meil (Johann Christoph), Bildhauer, geb.um 1700. arbeitete in Diensten des Herzoglich-Gothaischen Hofes zu Altenburg , wo er in 17Z4.zu frühe verstorben war, da er unter die recht gu-te» Meister seiner Kunst in Deutschland gezähltwurde. Dieses sagt von ihm wenigstens, wie bil-lig , sein nachfolgender Sohn in seiner Selbstbiogra-phie, und führt zum Beweise ein alabasternes Epi-taphium des Hofmarschalls von Zehm in der Dorf-kirche Leiba bey Altenburg an.

* (Johann Heinrich), des Obigen äl-terer Sohn, geb. zu Gotha 1729. dessen im Lcx.im Art. seines nachfolgenden jüngern Bruders ge-dacht wird. Hier ein Auszug aus desselben gleichoben erwähnte» Selbstbiographie in MeuselsMiscell. II. Z10. «Mein Vater bemerkte be-reits in meinem vierten Jahr mit Vergnügen, daßich zur Kunst geboren sey. Dies bewog ihn zusagen:Mein Heinrich soll ein rechter Künstlerwerden, wenn mir Gott das Leben schenkt." Al-lein er starb sehr jung, und mußte mich meinemglücklichen Naturell und der göttlichen Fürsehungüberlassen. Diesem angebornen Trieb zufolge warweder Bleysiift noch Kreide vor mir sicher u. s. f.Auf diese Art beschäftigte ich mich bis in meinSiebenzehntes, da mein Stiefvater, Joh. Jer.Martini (ebenfalls Bildhauer), nach Bayreuth gerufen wurde. Derselbe überließ mich meieemnatürlichen Hange zur Kunst gänzlich, ohne mir