Melling.
reich an Wasser, wie es keinen in Paris giebt;daher er auch in Konstantinopel der Brunn derWohlthätigkeit heißt, /'auran-ar 444. In
1,807. erhielt man dann eine nähere Ankündigungdieses Unternehmens, zufolge welcher das GanzeHefte, jedes von 4. Bl. in größtem Fol. nebstdem dazu gehörigen Texte, das Heft zu 100. (an-fangs hieß es zu 84) Livr. SubscriptionSpreiß aus-machen wird, wovon in 1808. die beyden erstenerschienen waren, so wie (wer durfte hieran zwei-feln?) eine deutsche Bearbeitung desselben vonfriedrich Murhard in der C. F. E- RichterschenBuchhandlung zu Leipzig bereits auf der Straße ist.Einige interessante Nachrichten über Melling s.man im französ. Monireur 1808. N°. iä.
Melling, s. Mellin.
MelltNger (Johann). So heißt bey BrunV. N°. 48 . ohne Weiteres, ein Maler zu Halle inSachsen, um 1680. Ob er derselbe JohannMellmger (al. d. Melenger) sey, der in 1)88.eine Landcharte von Thüringen gegeben (s. Sächs-Aur. Lab. 1726. p. 221.), ist uns unbekannt.
* Mellini, s. Melini.
* Melo (Bartholome). Einen Merkur nachihm s bey Thomaffin N°. 5 o.
* Melone (Altobello da), arbeitete schonum 1497. Nach vasari's Zeugniß malte er einigePafflonsgeschichte» sehr schön. Ueberhaupt aberwar sein Styl etwas sonderbar, da er gern indemselben Bilde Figuren die ins Große, und andredie ins Kleine gebe», vermischte. In Fresco warer minder stark, da er solches auf eine Weise colo-rirte, daß es jetzt Tapeten ähnlich sieht. Weitbesser malte er in Ocl- So z. B- in seinem Hinab-steigen Christi in den Limbus, in der Sakristey derKirche del Sacramento , mit einer großen AnzahlFiguren von etwas länger Proportion, aber zartund doch mit Starke colorirt, Und dabey mit einemüber sein Zeitalter reichenden Verständniß des Nack-ten, und einer solchen Grazie in Mienen und Gc-behrden, daß man's für das Werk eines großenKünstlers halten sollte.
* Meloni (Franz Anton). Basan (bist sec.)setzt sein Geburtsjahr wohl irrig in 1670. statt 76.an. Zu Wien , wo er sich niederließ, starb er ander Pest. Sein Stich war leicht; und die Meister,nach welchen er arbeitete, ahmte er sehr gut nach.Er versuchte sich in der Manier des Sfumato (Aquatinta ?), was aber seinem Lehrer Franceschininicht gefallen wollte Unter seinen Blättern sindvorzüglich zu bemerken: Eine Anbetung der Hirten,und eine Aurora, beyde nach C. Cignani; letzterwird auch von /üßli (II. Z87.) genannt. Dannnach seinem Meister M. A- Franceschini: St, Jo-seph, mit dem Jesuskinde; ein sterbender St. Se-bastian; Prozession Et. Carls Borromaus (dieseben a Tempera); ein St. Anton von Paöua, undauf vier Blättern die Fabel des Adonis . DerWmklersche Katalog endlich kennt von ihm: Jesusbey Nikodemus, nach seiner eignen Erfindung.Dons. 6uuäe//rtti.
— — (Marc), ein Maler von Carpi,
welcher von dem Modenesischcn Bildhauer diesesNamens zu unterscheiden ist, blützete von ih» 4 —Lanzr (ll. 257.) denkt, daß er vielleicht einSchüler von Lor. Costa seyn könnte, und nennt ihneinen Künstler von äusserst genauem Pinsel, undvon dem man genug wisse, wenn man sage, daßleine Bilder in der Kirche St. Bernardin zu Carpimit der Arbeit von Frau; Francia Aehnlichkeithaben. Mehreres von ihm s. bey Tiraboschl, der,neben Anderm, eines jener Bilder gedenkt, welchesAbraham vorstellt, wie er, freudig über den Aus-gangs der beabsichteten Aufopferung seines Sohns,der Sara mit Entzücken um den Hals fällt, wasein — gemeiner Künstler kaum hatte wagen dürfen.
Me! 0 tte ( ),ein Bildhauer zu Lüttich ,Kar um 178». durch Basreliefs bekannt, die wegen
Memmi. 825
ihrem darauf verwandten ungemeinen Fleiß Er-staunen erregten. Meusel Miscell. XV. ihr.
Melzer (I. G.), geb. im Preussischen zuEnd des X VlI. Jahrh, kam zu Anfang des XVIII.als ein geschickter Maler nach Hamburg , und starbdaselbst 1720. Von ihm kennt man Bildnisse, ganzim Geschmacke Kupezky's, besonders aber Brust-bilder und alte Köpfe mit einem sehr leichten undmarkigten.P»ssel, und suchte er darin durchaus daskraftvolle Cvlorit und die starke Beleuchtung Rem-brandt's nachzuahmen; daher sie von Kennern sehrgeschätzt wurden. Hamburg . Lünstlernachr.S- 20—öl.
* Melzt (Franz), ein MailandischerAdlicher,lebte, schon bejahrt, noch in ihb8. Don ihm heißtes bey Lauzl II. 4,7—18. »Die Zeichenkunstlernte er in früher Jugend bey da Vinci; er scheintnie in Oel gemalt, sondern sich bloß an die Mi-niatur gehalten zu haben. Leonardo liebte denJüngling ungemein, der mit der schönsten Figurdas dankbarste Gemüth vereinte, und sogar seinenLehrer bey dessen zweyten Reise nach Frankreich begleitete, der ihn dann aber auch dafür trefiichbelohnte, da er ihn zum Erben seiner Zeichnungen,Instrumente, Bücher und Manuskripten ernannte.Dieser trcfliche Mann war es, welcher nachwertsden vrrsari und Lomazzo die nöthigen Nvtizzenfür die Biographie von da Vinci gab, und derNachwelt den kostbaren Schatz seiner Schriftenaufbewahrte."
* Memmi (Lippo, d. i. Philipp). Nach
einigen hätte er noch 1261. gelebt. Ob er wirklichdes nachfolgende» Simons Bruder war, ist nichtausgemacht. Wo er (heißt es bey Lanzi I. 291.)bloß nach Simons Entwürfen malte, gelang esihm so gut, die Manier dieses letzter» nachzuahmen,daß man, ohne den beygefügten Namen, seineArbeit für jenes seine gehalten hätte. Wo er hin-gegen ohne solchen Beystand erscheint, ist er nurmittelmäßig in Erfindung und Zeichnung; aberimmerhin ein guter Coloriste. Ein von beydengemeinsam gefertigtes Altarblatt in St. Ansano diCastelvecchio zu Siena ist mit: 0 . 1222. Kr'mow
ot TUm/mr me pinxorunt. In
Ancona und Assist dann siehet man Bilder, dievon Simon angefangen, und von Lippo vollendetsind. Ein andres, einzig von ihm gemaltes, be-findet sich in St. Paolo zu Siena , und soll nichtübel seyn.
* -- — (Simon), auch SimondiMartino
(d. h. Martins Sohn) genannt, starb iZ 44 - 60 ,nach Andern 74. Jahr alt. Sein Name" (sagtFiorillo I. 268—72.) „ist nicht so sehr durch dasVerdienst seiner Werke, als durch zwey Sonettedes Oerrarca (DVII. u. I^VIIl.) unsterblich ge-worden worin der Dichter aus Dankbarkeit fürein Bildniß seiner Laura, welches der Künstler zuAvignon verfertigte, das Lob desselben verherr-lichte; so wie er auch in einer seiner Episteln (I.. V.Lp. 17.) von ihm sagt: Duos e^o novi pictorese^reßios, ao t'ormosos, Nottum (Giotto) blo-kkntmum, cu^us liiter modernos inZens famaeüt, et .Nmouem Nach vasari und
Baldinucci dann hatte er die beyden berühmtenLiebenden in der großen Kapelle der Kirche St.Maria Novella zu Floren; gemalt Ob er wirklichGiotto's Schüler gewesen sey, scheint noch unerrwiesen zu seyn; wohl aber ist gewiß, daß seineManier viele Aehnlichkeit mit derjenigen seinesbeglaudten Lehrers hatte; nur bemerkt man inseine» Arbeiten noch mehr Zartheit der Farben-mischung, und Reichthum der Erfindung. Vondieser letzter» gab er dadurch den Beweis, daß ergroße Fladen ganz auszufüllen wußte, ohne znder dürftigen Weise der ältern Maler, die der-gleichen in Fächer abzutheilen pflegten, seine Zu,flucht zu nehmen In derselben Kapelle, wo sichdie erwähnten Bildnisse von Petrarc und Laurabefinden, und im Campo Eanto zu Pisa , hatte erweitläuftige Gemälde auf diese Art ausgeführt.
Nnnnn