Band 
Zweyter Theil [2].
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830
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8Zo Meng s.

I. s)5. und Ra^ionamento su I'^oallemia stellebelle ^rti sti Dlastrist II. 2o5. Allein die In-triguen der meisten übrigen Künstler, welche gegenihn ins Spiel gesetzt wurden, vereitelten seinePlant/ mittlerweile man sich stellte, als nähmeman sie mit Freuden auf. Was wohl am meistenmißfiel, war, daß er die Leitung einer solchenSchule nur den Handen geschichter und gewissen-hafter Lehrer anvertrauen, und die Großen Herrenund Adlichen nicht als thätige Mitglieder, son-dern bloß als Gönner, die mit ihrem Vermögendas Institut unterstützen könnten, dulden, unddamit den Cabalen ein End machen wollte. Vonden Zöglingen foderle er strengen Gehorsam, da-mit sie nicht durch ein Paar Lobsprüche, die manihren ersten Versuchen ertheilte, übermüthig gegenihre Lehrer würden- Die Sculptur und Architek-tur wollte er, nach dem Beyspiel der Pariser-Akademie, von der Malerey trennen, und es durcheinen Königl. Befehl dahin bringen, daß schlechteund selbst mittelmäßige Maler keinen Unterrichtertheilen dürften, um so die falschen Manieren mitder Wurzel auszurotten. Wie viele Gegner der-gleichen Vorschläge, bald ans Unwissenheit, baldaus bösem Willen finden mußten, kann man sichdenken. Und kurz: Man sah' unsern Künstlerzwar als den ersten Maler in Europa an, wollteihm aber (einem Fremden", hieß es zumal) kei-ncrley bedeutenden Einfluß auf Andres, was nichtunmittelbar seine Ausübung der Kunst berührte,gestatten. Da er sich indessen durch seine Talenteüber alle niedrigen Betrachtungen erhaben fühlte,so beförderte er nichts desto weniger das Gute,wo sich ihm nur die Gelegenheit darbot, so jedoch,daß er sich am End namentlich um die Angelegen-heiten der Akademie nicht weiter bekümmerte. Damittlerweile seine Gesundheit durch Verdruß undArbeit nicht wenig gelitten hakte, so verlangte ervon dem Könige die Erlaubniß, einswcilen wie-der in Welschland zu gehen, und erhielt solche(1770.). Nach einem achtmonatlichen Aufenthaltan dem Großherzogl. Hofe zu Florenz , kam erendlich 1771. in sein geliebtes Rom zurück. Dortmalte er, nach seiner Wiederherstellung, ein fürdas All-Souls-Colleginm zu Oxford bestimmtesNoli me längere, und für seinen Monarchen eineGeburt Christi, in welcher er mit der berühmtenNacht von Corrcggio wetteiferte. Unter den Hir-ten befand sich sein eigenes Bildniß; aber die H.Mutter war ja nicht mehr ein schönes Dorfmäd-chen, sondern eine heroische Natur, in der Mittezwischen der göttlichen und menschlichen. FürClemens XIV. unternahm er jetzt, im Vatican das berühmte Zimmer auszumalen) wo die Hand-schriften auf altem Papyrus aufbewahrt werden,mit dem ausdrücklichen Bedinge, daß man dafürgegen ihn (als bereits von einem großmüthigenHofe besoldet) von keinerlei) Bezahlung auch nurnicht Erwähnung thun sollte. Das Deckengemäld,welches eben das Museum selbst vorstellt, und indemselben die Geschichte, die (welcher Gedanke!)über der entrüsteten Zeit ihre Denkwürdigkeitenniederschreibt, mit der ganzen übrigen Allegorie,gehört wohl unstreitig für Composition, einen Glanzund eine Anmuth des Colorits, den Zauber desHelldunkels, den Ausdruck, und eine Harmonieund Ruhe, die das Aug'still auf sich heftet, zu denersten al Fresco's in der Welt (Azara's Beschrei-bung des ganzen Zimmers, s. I. e'l.bll>). Aus-serdem beschäftigte er sich von Zeit zu Zeit mitBildnissen, wie ;. B. des Papsts, seines NeffenKardinal Carlo's (im Besitz des Prinzen Rezzo-nico), des Kardinals Zelada u. s. f. Es waren jetztdrey Jahre verflossen, als er, nach eiuigen kurzenReisen auf Neapel und Florenz (wo er in der Ga-lerie sein vortrefiiches Bildniß hinterließ), von demRitter Azara bewogen, nach Spanien zurückgieng,sofort seine vorigen Plane wieder vornahm, undein großes Plafond für den Speisesaal des Königsanficnq, auf welchem er die Vergötterung Tra-jans und den Tempel des Ruhms darstellte Indiesem Werke übertraf er sich selbst. Allein nach

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dem kurzen Aufenthalt von zwey Jahren erlitt seineGesundheit einen neuen heftigen Anfall; der Kö-nig willigte abermals in seinen Wunsch, nachRom zurückzukehren, ließ ihm noch ein Gehalt vonöooo. Ecudi (und 1000. andre, welche zu Aus-steuern seiner Töchrer bestimmt seyn sollten), nebstdem Recht, seine Arbeiten nach Belieben zu be-stimmen. Jetzt lebte er wieder an dem Orte sei-ner Wahl; aber dies machte ihn weder gesundernoch glücklicher. Er verlor kurz darauf (i7?k>.)seine vortrefliche Frau, die ein Muster von Lu-gend, Sittsamkeit und Gefälligkeit für ihn war.Wie, theils dieser Schlag, theils sein unermüdc-tes Arbeiten in warmen und feuchten Zimmern seineganze physische Natur allmählig vollends zu Grundrichteten, muß man das traurige Gemälde seinesFreundes Azara (I. c. IckXI.XI.) lesen. Dessenungeachtet arbeitete er, mit weniger Unterbrechungnoch immer, und man nahm in seinen damaligenWerken keine Spur von Abnahme seiner Geisteskräftewahr. Neben Anderm entwarf er die (jetzt nochim Pallaste Chigi befindliche) Skizze eines Ge-mäldes, welches zu St. Peter aufgestellt werdensollte; aber das Bild blieb unausgeführt; ebenso,wie sein letztes, eine Verkündigung, die er für denKönig seinen Herrn dieses jedoch beynahe vol-lendet hatte. In einem Anfall von Aengstlichkeitharte er heimlich Zuflucht zu einem Quacksalbergenommen; und nicht lange darauf erfolgte seinTod (1779). Dennoch starb er, nach Ll'ancom'sZeugniß, mit einer Gegenwart des Geistes,daßes schien, die Kräfte seiner schönen Seele könn-te» sich nicht nach und nach verringern, sondernmüßten alle in einem einzigen Momente erlöschen."Sein Leichnam wurde, in Begleit der Akademistenvon St. Lucas und einer Menge andrer Künstler,seiner Schüler oder Verehrer, nach St. MicheleGrande gebracht, und an Margarerha's Seitein der Gruft beygesetzt, welche er ein Paar Jahrefrüher für sie beyde hatte zubereiten lassen. DerAbt Amadnzzl, Professor der römischen Erz-schule, hielt ihm eine Leichenrede in der Akademieder Arcadier. Acht Tage nach seinem Tod kamein Diplom von Neapel , dem zufolge^ er sich,mit Zustimmung des Königs, dahin hätte bege-ben sollen, um eine Akademie der zeichnendenKünste zu errichten. Ob er gleich, nach den sicher-sten Angaben in den letzten achtzehn Jahren sei-nes Lebens mehr als 180,00«. Scudj (ungefehr270,000. Rthlr.) eingenommen hatte, so hinterließer doch kann, genug, um die Kosten zu seinerBeerdigung zu bestreiken. Um sich dieses Räthselzu erklären, muß man Blaiiconl in seiner histo-rischen Lobschrift auf ihn vernehmen, wo es heißt:Er kannte gewisse Leidenschaften nicht, welcheFamilien zu Grund richten; dafür aber überließer sich ganz jener Lüsternheit, nach Allem, wasihm in die Hände fiel, insofern es Bezug auf dieKunst hatte. Es gab kein schönes Instrument,welches er brauche» konnte, keine Sttuüe, keineGipsfvrm, keine hetruscische Vase, kein Buch über-feine Kunst, keine Handzeichnung eines großenMeisters, kein vorzügliches Kupfer, das er nichtgern besessen hatte; und selbst übertriebene Preise,welche alsdann verschlagene Händler darauf setz-ten , schreckten ihn nie vom Kauf ab. Hiczurechne man noch 20. Kinder, die er bey seiner Frauerzeugt hatte, wovon jedoch nur 7. am Leben ge-blieben sind; die kostbare Erziehung, die er densel-ben gab; seine häufigen Reisen in fast beständigerBegleitung seiner Familie; seine heimlichen monat-lichen Unterstützungen, nicht bloß seiner Schüler,sondern einer eigentlichen Menge auch andrer Noth-dürftigen; seine vornehme (doch mehr bequeme alsprächtige- Lebensart; und dann berechne man, wieviel ihm von jener großen Einnahme noch übrig blei-ben konnte u. s. f. Hier begnügen wir uns »ochzweyer Thatsachen, von denen die eine offenkun-dig, und die andre ein dem Verfasser gegenwär-tiger Zusätze mehrmals von dem ftl. NXnkelmantierzähltes Anekdoten ist, das unsern KünstlerullAuem bezeichnet. Als nämlich eines Tags ein