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würden überwinden können; an andern, die einbloß zum Praktischen sich neigendes Talent hatten,wie Rnoller, Guibal, Unrerbecger, gleitetedas Ernsteste ab; sie überließen sich ihrer Natur,und man erkennt Mengs Schule in ihren Wer-ken nicht aus der wohlverstandenen Zeichnung schö-ner gewogener Formen, sondern bloß an hellen,muntern Farben und herrschendem guten Ton imAllgemeinen." Endlich noch: „Der hohe Begriffvon möglicher Vollkommenheit schöner Formen —der Glaube, daß die Verlornen großen Meister-werke der Griechen die strengsten Forderungen müß-ten befriedigt haben, bestimmten unsern Künstlerzu einem unbezwinglichen Mißtrauen gegen dieOriginalität der vornehmsten noch übriggebliebe-nen antiken Kunstwerke. Er, der, wie gezeigtworden, in diese Schönheit der Formen das höchsteZiel der Kunst setzte, hakte wohl ein scheinbaresRecht, auch die kleinsten Schatten von Unvollkom-menheit an einzelnen Theilen der Gestalten hochanzuschlagen. Weil sich aber darthun laßt, daßdie schönen Formen noch nicht Hauptzweck der grie-chischen Kunst waren- sondern sie sich nur aus demGeist derselben entwickelten, als nothwendiges Mit-tel zum Ausdruck schöner Gedanken — so hat manvöllig zureichenden Grund, eine jede Antike, wodie Ausführung im Ganzen mit dem in der Erfin-dung herrschenden Geist nicht im Widersprüche steht,unter Bedingungen für ein Originalwerk zu hal-ten, und sich in diesem Glauben weder durch dieungleich großen Füße des Apollo, noch durch daskürzere Bein des einen Sohnes an der Gruppe desLaokoon rc. irremachen zu lassen." Und: „Ernst undStrenge hingen Mengsen nicht nur bey der Aus-übung seiner Kunst, sondern auch im Leben an; überWelt und Verhältnisse durch seine Talente sich er-haben fühlend, ließ er, bey einem sonst läutern,«dein Gemüth, sich nicht selten von Launen be-herrschen, war herb, eigensinnig, floh die Gesell-schaft und lebte bloß für die Kunst, mit übermäßi-gem Fleiß und Anstrengung arbeitend- völlig sorg-los über seine, fast immer zerrütteten, ökonomi-schen Umstände." Mit einer wahrhaftig rühmli-chen Unpartheylichkeit ließ endlich auch unsermMengs der achtungswürdige wareler volle Ge-rechtigkeit widerfahren (nur haben's in Rom nichtals einmal weit stärker aus dessen eigenem Mundegehört, als es in einem Art- übet ihn, in seinemund I'Evesque's bekanntem ästhetischen Wörter-buche liegt); und es war nicht sein eigenes Ur-theil, wenn es dort heißt: «Man hat hehauptet-daß in mehrern Werken von Mengs seine Vol-lendung (stni) ins Email spiele." Am allerwenigstenaber pflichtete er dem Dictum des neidischen Pom-pes Bartoni bey: Daß die Gemälde des Dresd-ners einen Spiegel abgeben könnten. Noch fra-gen wir dann, welcher unter unsern deutschenKunstrichtern, unter den neuern und neuesten zu-mal , hatte den Muth und den Sinn, unsern Mengsdafür zu bewundern, daß er auf die HerkulanischenGemälde ein tiefes Studium verwandte, und die-selben ihn veranlaßten, seine Manier zu verändernund zu vergrößern. Ungerne, wir gestehen es,hören wir dann, nach alle diesem, in den neue-sten Lagen einen sonst um die Theorie so hoch ver-dienten Deutschen (Fernow Leben Carsten'sS- s.> den so wahrhaft großen Künstler alsein Beyspiel aufstellen: „ Was genieloser Fleiß, voneinem denkenden Verstände geleitet, von einergründlichen Technik unterstützt, und von den Um-ständen begünstigt, durch eifriges Streben nachVollkommenheit zu erreichen vermag". Ein Mu-ster dann von eigentlich albernen Urtheilen überihn, mag folgendes von Dallaway II. 2Z6, seyn,wo es heißt: „Zwischen Reynold und Mengsfand eine große Rivalität statt. Letztrer war eingewissenhafter — um nicht zu sagen sklavischer Nach-ahmer, von kalter Correklheit. In der Galeriezu Florenz bemerkte ich ihre Bildnisse, von ihnenselbst gemalt; bende ganz charakteristisch: Mengsseines durch einen würdigen aber kalten Ton, ?>ep-nolds durch einen geistvollen und freyen."
MengS.
Das beßte Derzeichniß der Werke unsers Künstlers in Spanien , findet sich bey /isrilks IV.^äbL—bs. Eine zuverläßige Beurtheilung derselben(die doch zur eigentlichen Charakterik seines Wer-thes, besonders auch als Maler in Oel so noth-wendig wäre), ist uns, ausser dem. was wir beyAzara, freylich im höchsten Elogienton lesen, nie-mals zu Gesicht gekommen. Dasjenige dann,was sich von ihm in Sachsen, und sonst in Eu-ropa zerstreut befindet (80. dlo.) s. man in Pran-ge's Übersetzung von des Künstlers hinterlassene»Werken Th. I. S. 97-125. wo zugleich Casano-va'» meisterhafte Beurtheilung des großen Altar-blatts der Himmelfahrt in der katholischen Kirchezu Dresden aus der N Biblisch, der sch Wis-sensch. III. iZZ—44. beygerückt ist- Gestochennach ihm kennen wir: Von Bildnissen, vörderstsein eigenes, von Boetius in Zeichnungsmanier(im Besttz seines Freundes D. Bernard Jriarte);von Carmona, mit dem Grabstichel, schon; vonClarot geschabt, sehr schön; von Cuncgo gesto-chen; von Sinzenich roth punktirt, schön (der vie-len Kopien von Geysern, G. C. Kilian u s. f.nicht zu gedenken). Dann seines Freundes Joh.Casanova v von Boetius, in derselben Manier,wie sein eigenes; dasjenige des Herzogs von Alba(im Besitz von dessen Nichte gleichen Namens)von Carmona; des Grafen vou Campomanes,von Selma; die Büste eines Knaben, von O.C. Sahler (1782.), und noch ein ungenanntesBildniß von Echaufuß. — Von Geschichtlichem:St. Johann der Läufer und Maria Magdalena (die dem Könige von Spanien gehören), beydevou Carmona; eine Madonna, mit dem Kind inden Armen (lrefuAlum Ueccstorum), schön vonCuncgo; von Ebendcms. «ach Fr. Ramos Zeich-nung: Die Muse der Geschichte, aus dem Vati-kan (gr. Fol.); Augusts Zusammenkunft mit Cleo-patra, im Kabinct des Grafen von Callenberg zuDresden , ein schönes Schwnrzkunstblatt von Ear-lom; der berühmte Cupido in Dresden , der seinePfeilspitze prüft, von 'Geyser (diese beyden nachEeyöelmanns Zeichnung); zwey Köpfe, eine Ma-donna und eine Minerva, von C. F. Kolitsch; einChristuskcpf von Lisch- für die Lavatcrsche Phy-siognomie; eine Sybille (Halbfigur, in England)von Mosmann; das k'oli m« rankere in derCollegiats-Kapelle zu Oxford , ein schön gestoche-tics Blatt von I. C- Sherwin (nach Einigen Eben-dasselbe, auch von Carmona); eine Madonna mitdem Kind auf einem Teller, von Volpato; undvon Ebendemselben, nach einer Zeichnung vonMengs: Des Correggio betender Christ im Gar-ten (dieses für die bcuols Italics); Apoll unddie neun Musen auf dem Parnasse , nach demPlafond in der Villa Albani, ein herrliches Blattvon R. Morghen; zwey große Friscn im Vatikan ,nach C. Espinosa's Zeichnung, wieder von Cu-nego; und, nach seiner und seines SchwagersMarous Zeichnung: pitture snticbe Heils VillaXe^roui, von A. Campanella und P. Vitali; end-lich in ganz neuen Tagen: Hmor Lupillo sem-per sräentes scueug ss^ittsg coto cruents,von L. Schlemmer in Berlin , welches in einerAnkündigung (Meusels Arch. II. 5 . i 58 .) alsmit ausserordentlichem Fleiß gestochen gerühmt wird.
Und nun noch ein Wort von den Schriften die-ses merkwürdigen Mannes. Sie bestehen: I»seinen kiklsszioni 8N ls Kellers e sul 6u8toliella pitturs (deutsch , von ihm, lange ehe es imItalienischen erschien 80. Zürch 76 ..); Üikle 88 ionisoprs i trs xrsii Uittori e
D-narro, e 8vyrs §li gmUcln (welches nicht mitdem dritten Abschnitt der ersten Abhandlung zuverwechseln ist, ob es gleich mit jenem, nur aufetwas verschiedenen Wegen, zu demselben Ziel füh-ren sollte); bettere L IUon8ikn. (über die
Gruppe der Niobe ); I-etters s O.
(über den Werth der vorzüglichsten Gemälde imKönigl. Pallaste zu Madrid ); Setters ss uaHmico 8oprs il ?nncipic>» ?ro^re88o e Oeca-cien2» seil' -Irti sei ämegnc»; Nemorls con-