Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
850
JPEG-Download
 

85 » Melelli.

Metray.

Marchese Bald!; zu Rom für den Cardinal Spada,dessen großen Saal sie durch ihre wunderbare Kunstnoch weil größer machten, und endlich am HofeKönig Philipp I V. in Spanien , wohin sie um » 858 .durch Velasque; berufen wurden, und ein starkesJahrgeld erhielten, das aber Metelli nicht überwey Jahre genießen konnte. Dort wurde vonhnen, nebst mehr andern Zimmern, ebenfalls einSaal vvm größten Umfange ausgemalt, und eineFabel der Pandora von Metelli vornehmlich be-wundert. Sein Tod zu Madrid wurde vom Hofund nicht bloß von seinem Freund, sondern vonallen seinen übrigen Kunstgcnossen tief bedauert,und sein Leichnam in St. Maria della Merced bey-gesetzt *). Die von ihm selbst geätzten >8. Friesen sind von den Säulen genommen, die den berühmtenPorticus Gozzadini (jetzt der P. Thcatiner) stützen.Gandellinl dannrühmtganzbesonders 12. Schildevon ihm, als so glänzend und wunderschön geätzt,daß sie wie Gold (?) schimmern. Noch kennt manvon ihm von einzelnen Blättern: Die Statue desvon Engeln unterstützten St. Philipp Neri in derSakristei) der PP des Oratoriums zu Rom , nachAlgardi , eine Heil. Familie nach N. Abbatis, 6.Carrikaturcn nach St. della Bella, und in zweyBlattern einen Plan der Stadt Bologna .

* Mereili (Joseph Maria), geb. zu Bologna16Z4. und gest. »718. Wie es scheint, war es ihmmit der Malerei) eben nicht sehr gelungen; wenig-stens spricht man von seinen Bildern nich r viel. Dafürnennt ihn aber auch töandell"" einen Jäger undMusikanten, der auf allen Instrumenten spielte.Auch seine zahlreichen Blätter sind zwar in einerleichten Manier, aber ohne Wirkung gearbeitet;das Nackte zumal ist nicht genug besorgt, und denExtremitäten fehlt es an Correktheit. Dieser Ge-brechen ungeachtet, sieht man wohl, daß es ihmnicht an einem Keim von Genie gebrach, der abernie zur Zeitigung gelangte. Rost IV . ZZb. u. ff.Ganz anders, als dieser, nennen hingegen VNalpöseine Behandlung der Nadel kühn, und LOareier:Zwar etwas mager, aber geistreich. Letztrer be-merkt: Er sey der erste gewesen, von dem manmehrere Folgen kenne. Dahin gehören: Derherumirrende Aeneas oder die Stiftung Roms (»7.nach Andern 21. Bl.) nach H. Carracci im PallasteJava, nach der Zeichnung des Flam. Torri, welcheauch Füßli II. 186. rühmt, dabey aber bemerkt,daß die ganze Folge selten gefunden werde; dieBolognesischen Ausrufer ( 4 r- Bl. a. I». 80.) nachEbendemselben (1H60.); die vier und zwanzigStunde» des menschlichen Glücks, mit zwey An-hängen 26. Bl.) ist?), (sehr selten -; nach den vor-züglichsten Bildern zu Bologna 12. Bl. (ibxg.);vier große Blätter in si. Compartimenti eingetheilt,jedes Hauptblatt mitOioco är Carle dVsaroeciniüberschrieben, und jedes Compartimento (Nichtsist unter der Sonne neu!) eine emblematische Figurenthaltend; leicht geatzt und äusserst selten. Dannvon Einzelnem: Z. B. eine Anbetung der Hirten,nach H. Carracci ; die Auferstehung, nach Eben-demselben, eines der schönsten Werke, welchesHannibal malte, ehe er nach Rom gieng, undfür das ihm die Kaufherren Luchini zu Bologna —einen Sack Getraid und etwas Wein gaben; dieNacht des Correggio (das erste Blatt nach diesemberühmten Bilde, freylich ein matter Abglanz des-selben!); die Marter von St. Erasmus, nachPoufsin; David, der nach Goliaths Fall Gott lob-preist, nach Titian (ein Blatt, welches Z-'üßli III.ob. geistreich geätzt nennt); die Kreuzerfindung,nachTintoret; nach P. Verwiese: Der reiche Mannund der arme Lazarus (nach Rost), und (oder) dieAuferweckung des letzter» (nach Malpe); und soviel Anderes, was Gandelliru am Genauesten

anzeigt. Anstatt der Citation der Academia Lle-menrma am Schluß dieses Art. im Lex. setze die-jenige von: IHsma pittrics III. 18».

* Merezeau (Clemens), geb. gegen Enddes XVI. Jahrhunderts. Derselbe war ein Sohnund Sohnssohn von Baumeistern. Von seinemGroßvater ist das große Portal der Kirche zu Dreux .Der Vater bekleidete die Stelle eines KöniglichenArchitekts unter Heinrich I V. so wie unser Elemeirsselbst, theils diese, theils diejenige eines Inge-nieurs unter Ludwig XIII . Eine seiner erstenBauten war der ziemlich regelmäßige Theil derGalerie des Louvre, von diesem Pallas! an bis zudem ersten Einlaßthor auf dem Quai. In 1612.legte er den Grund zur Kirche de l'Oratojre, derenAusführung aber aus verschiedenen Gründen inStecken gerieth. Dann folgten, nebst dem schonim Lexikon Bemerkten, das Schloß Meilleraye inPoitou, und Zeichnungen für's Luxemburg , vondenen es heißt, daß sie wenigstens so schön waren,als die, welche nachwerts die Königin (Maria vonMedicis) vorzog. Seinen Plan des Damms beyRochelles entwarf er in einer schlaflosen Nacht.Er gieng mit einem bloßen Mäurer (Joh. Thiriotvon Paris , st. 1647. im Dorf Percs nahe bey derHauptstadt) dahin ab, und inner JahrSfnst(ibg8.)war das Werk vollendet; alsdann sah man seinBiidniß, unten mit einem Quatrain von seinemEidam, dem Advokat Foukault, dessen Endzeilenlauten:

UiclUir Krcliimefles terrsl» potuisse moverc,»equoi-Ä qui potuit zittere «on muwr est.

Kritiken über seinen Pallast Longucvllle und dasSchloß Chilly s. bey d'Argensville 1 . 02b. abereben sowohl den Preiß seiner Porte St. Antoine,zumal des Hintergewölbbogens derselben, welcherseither allen ähnlichen den Namen Voute oderUrt iere - Voussue 8t. Antoine erworben hat.Ein uns Unbekannter (wohl I. Marot) hat solchein Kupfer geatzt. Noch kennt man von oder nachihm gestochen: Orüre ste la llernisre seance closLtats-tleneraux, tenue a l'aris »6»5.

* Merhodlus. Einige setzen die Blüthezeitdieses Mönchen und Künstlers erst in die Mitte desIX. Jahrhunderts. sVarw. k I V. 292.

Me rbuen (Paul), zu Corsham in England,wirb von Dallarvay II. 2bb. und 69. unter die vor-züglichen Dilettanten und Galerienbesitzer diesesLandes, in den frühern Dezennien des XVIII.Jahrhunderts gezählt.

* Metrcus. Auch ein von diesem alten Dawmeister errichtetes Gerichtshaus zu Athen trugdessen Name». MiÜLM Lä. terr:. I. 2b.

Merivier, s. den Art. I. L. Oigalle inden gegenwärtigen Zusätzen.

— — ( ). So wird auch im Almanach

cles 6eaux-/zrt8 von »8uZ. ohne Weiteres, ei»damals in Paris lebender Baumeister genannt.

Meroyen ( ). So heißt im sUrnanaeK

des Deaux-^rtx von »8oZ. ohne Weiteres, eindamals in Paris lebender Landschaftsmaler.

* Merrana (Anna), lebte noch 1718. LanziII. 2. 384 - nennt sie eine belobte Bildnißmalerin.

* Merray oder Merray (Peter). Nachihm haben gestochen: Ein Ungenannter unter l'Em-pereurs Leitung: !e 8ael,a en Promenade; Lau-rent la ptnloparris; Longueil zwey Marinen, Ge-genden »IN Neapel ; Vasseur le Liat^re smoureux;P. Viel Diane au vsin , ein schönes Blatt; Zinggle biaulraAe und le Port et le (rolle lie Maxies,schöne Blatter, ^-auäer.

ileffmg, in seinen Rollektaneen s. v. Mitelli, führt über ihn eine Stelle des Mnlvasta (II. 414.) an:

ku egti il prim» invoinore cli quelle pruxpetrive, cl>e per nun voler reguläre cvn tanta stiliclie/r!» cl'u»sol punto, vvle ctiismure 5 b>ii«tr etc. d. h. nach Fiorillo (II. 6,7. biet. n.) : „ LNitelli nahm mehrereGesi'chlspimkte, aber er behielt denselben Entfcrnungspunkt stets be». Er that dasjenige, was ein Zuschauerzu tbun pflegt, der unbeweglich stehen bleibt, und also die Horizontal-Linie nicht verändert, aber sich mit demLopf nach verschiedenen Seiten hinwendet; was man übrigens schon auf einigen Herkulanischen Gemäldenwahrnimmt."