Band 
Zweyter Theil [2].
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871
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M i g l i o » i c o s.

froi: ^löna^erie 6u IVIugöum national, ou

les -Inrmaux vivsrrs, psr'nts ci'aprö^ rraturesur velin, par ^ 7 a, ^c/ra/, wovon jedes Heft/ Zuvier Blatter»/ 8. Livr. kostete. In den I>!ouvsl-les <les Hrts I. 108. wird sein hiefür verwandterzarter und markigter Grabstichel, so wie ander-wärts seine getreue Nachahmung der Natur sehrgerühmt. Um i 8 o 3 . fing er an, diese Blätter auchjns Kleine zu bringen. Eben so arbeitete er fürdie banales llu Museum 6'Histoire naturelle,für Faujas de Sr. Fond Naturgeschichte desBergs St. Pierre bey Mastricht, und Ebendes.Versuch einer Geologie. Allein mittlerweile der-gleichen in den I. 18014. seine Hauptbeschäf-tigung war, übte er seine Kunst nicht minder auchan ganz Anderm, und gab z. B. für das XXV.und XXVI. Heft des Musee Fräncais, nachCotleau's Zeichnung, Fr. Mola's Herminia itnHirtengewaüd, und nach Touze s Ebendes. ver-wundeten Lankred; bann für's XI.VIIl. Heft derwieder auflebenden Oalerie 6u Vaiais lio^aleinen St. Hieronymus nach Guercino u. s. f.

* Migklonico (Andreas), Maler von Cr-lento, Schüler von Lncas Giordano, st. bald nachseinem Meister. Derselbe" (heißt es bey LanziI. 64 «.) » hatte mehr Leichtigkeit im Erfinden, unddenselben Geschmack im Colorite, aber minder Gra-zie, als z. B. sein MitschülerSimonelli". Ermattein verschiedenen Kirchen zu Neapel , und rühmtman besonders sein Pfingstfest in der dortigen KircheNunziata. Dieser Künstler wird im Lex. irrig mitAndreas Melinconico, seinem Mitbürger, alsEine Person angesehen; und daher zum Schüler,beydes von Stanzioni und Giordano gemacht.

* Mignard (NiclauSl- Mignard vonAvrg-non genannt, des nachfolgenden Peters jüngererBruder. Ihr eigentlicher Name war Mores. Weilaber ihr Vater und seine sechs Brüder, welche ur-sprünglich aus England stammten, in Kriegsdien-sten Heinrich lV. standen, und sich durch körper-liche Schönheit auszeichneten, so sagte einst derKönig, als er sie beysammen erblickte: Das sindkeine Mohren, sondern Mignards"! (Wie gutist's, daß man gewichtigere D>cta von dem GroßenHeinrich kennt.) Aber kurz, es war ein Kö-nigswort, aus welchem ein neuer Familiennameentstand. .Rom zu sehen glückte ihm nicht eher,bis ihn der Kardinal von Lyon (Richelieu's Bru-der ) mit sich nahm, nachdem er vorher lange inAvignvn gearbeitet und sich dort verheurathet hatte.Nach Paris wurde er in 1660. berufen, ultd würdedort sein Glück gemacht haben, wenn nicht sei»Gönner, der Kardinal Mazarin, bald hernach 1661.gestorben wäre. Allzuangesirengte Arbeit zogenunserm Künstler die Hydropisie zu. Sein Todin,668. (nicht 1696. wie solches Basan. sec.eben so irrig wie sein Geburtsjahr angiebt)wurde, eben sowohl seiner Rechtschaffenhcit undguten Sitt-n, als seiner Talente wegen allgemeinbedauert. Von seinem Kunstcharakter heißt es beyDarelerrSeine Einbildungskraft war mehrverständig als warm, und er mehr für den Aus-druck angenehmer Gegenstände als heftiger Leiden-schaften geschickt. Seine Erfindungen waren sinn-reich *)". Gandellrni sagt, daß er auch mit derlinken Hand recht gut gemalt habe, Gestochennach ihm kennt man, neben Anderm, fünf sehrschön« Bildnisse, zwey Ludwigs XlV. von Poillyund van Schuppen und des Marquis von Lon-vois, F M. le Telliers (mit le Vrnns beygefüg-ten allegorischen Figuren) von G. Edelink; haupt-sächlich aber (das Meisterstück der Stecherkunst)des Grafen von Harcourt (le (lallet lle i-r ?erlegenannt) und das, in andrer Rücksicht (s. obenben Art. Masson) fast cbrn so erstaunenswürdigeWilhelms Brissacier, beyde von A. Massen. VonHistorischem (eben so schön) der Engel, welcher Io-sevh im Traum nach EgyPten fliehen heißt, von St.Daudet; eine (seltene) Kreuztragung von I. Bou-

Nicht aciiiemiißig, wie Heybeirreich ingsnieuseischer «0 oft verbessern, geschieht wahrhaftig einzignützlich« Buch von w und E, »icht in der llksprag

Mignard. g?l

langer, und die (vorzügliche) H. Familie: in boesiz;no vrncerls) wieder von A. Massen.

Dann in neuern Tagen für's xXil. Heft des Mu-ses Francais eine nach Dubois Zeichnung vonBouillard gestochene St. Cäcilia. Ob diese nichtetwa vielmehr dem Mclaus gehöre? WelchesGlück, für diesen Künstler, in den frühern Tagenzumal, solche Stecher gefunden zu haben! Sollt'es auch nicht für seinen Werth, so würd' es dochvon seinem Ruf, seinem Glück, und (am lieb-sten wollen wir glauben) von seinem eignen aus-erlesenen Geschmacke zeugen, der zur Verewigungseines Namens solche Wahl zu treffen wußte. Vonihm selbst geetzt, nach A. und H. Carracci , ausdem Pallaste Farnese, nennt Rost VII. , 3 V.) nichtbloß, wie das Lexikon, fünfe, sondern 8. Bl. undGandellini noch überdieß Anderes, ebenfalls nachden Carracci, aus dem Pallaste Magnani in Bo-logna . Genauer aber kennt die erster» Fußli II.i 85 86 . nämlich als 7. Vorstellungen aus dersogenannten Farnesina nach Hannibal Carracci ,meiner überaus geistreichen und leichten Mäniergeätzt, welche sehr selten beysammen zu findenseyen; dann aber freylich die Verzierungen gedach-ter Galerie nicht enthalten, welche hingegen Aquilaspäterhin zugleich mit den Hauptgegenstanden aufiZ. Blattern ans Licht stellte.

* Mrgnard (Paul), Mclausen älterer Sohn.Basan (ülll. sec.) seht, mit gränzenloser Nachläs-sigkeit, sein« Lebensfrist zwischen 1639. und 71.auf 5 s. Jahre an. Um 1670. hielt er sicy eineZeitlang in England auf. Unter seine dortigenvorzüglichsten Arbeiten zählt man die Bildnisse derGräfin Mcath und der Ladies Henriette und Anna,der zwey ältesten Töchter des Herzogs von Marl -borough. In die Akademie (heißt es bey Gaulrde Sr. Germain (S. i 85 .), wurde er wenigerseiner Talente als der Verdienste seiner Voreltern(seines Vaters) wegen aufgenommen. Nach ihmkennt man von I. L. Noullct ein (ganz vortreflich)gestochenes Biidrriß des Tonkünstlcrs I. B. Lully .Dann einig« von ihm selbst geätzte Köpfe. FiorilloV. 5078.

* - (Peter), ^lrclausen jüngerer Bru-der, war von seinem Vater zur Medicin bestimmt;da er aber bereits in seinem eilften Jahr ein aus-serordcntliches Talent?s Zeichnen bewies, undbey den ärztlichen Besuchen, die der Knabe mitseinem Lehrer machte, den Zustand der Krankenweniger als ihre Stellungen und Physiognomiebeobachtete, und diese letztem täuschend darzustel-len wußte, so wurde er der Schule Douchers,eines wenig bekannten, aber geschickten Malersin Bourges übetgeben. Hierauf gierig er »achFontaincblcau, um die Arbeit von Primaticcio , deAbbale ü a. zu siudiren, und zuletzt in die damalsberühmteste Schule Frankreichs , deren OberhauptDouet war. Dieser bot ihm seine Tochter an;allein er zog die Reise nach Italien vor, undkam nach Rom 1636 . Seine Freundschaftsver-hältnisse mit du Fresnoy s. oben im Art. diesesletztem.Mignard" (heißt es bey Fisrillo IN.i 85 -go.)betrat einen glänzenden Weg zumRuhm. Er hatte sich theils als Geschichts- theilsals Bildnißmaler bekannt gemacht, und verfer-tigte zu Rom die meisterhaften Bildnisse der PabsteUrbar, VNt. und Alexander VII . Eben so eineMenge zu Venedig . Nach einem zwey und zwan-zigjährigen Aufenthalt in Italien. wurde er nachHaus berufen, und fand an dem Hofe des jungenKöniges Ludwig XIV. die schmeichelhafteste Auf-nahme. Aber »»gerne sieht man, wie von da anseine Eifersucht gegen le Brun, die sich schon inItalien entsponnen hatte, immer ungemessenerward; und er hatte nur halb Recht, als er einesTags dem Minister Colbert , der seine Aussöh-nung mit dem allmächtigen Ersten Maler des Ko-mik Gewalt erzwingen wollte, zur Amwort gab:Der König ist Herr. Wenn er mir befiehlt, dasgiebt. Warum wir diesen (berühmten) schlechten Ucber-

der lieben deutschen Knnftjugend wegen, die das sonst soe liest.