Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
885
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M o i u e.

P«is mit dem damaligen Günstling des Hofes,Fr. be Tooi), theilen. Desto »»getheilter war derRuf, den ihm späterhin sein bekanntes HauptwerkinFresco, die Apotheose des Herkules, durch dasFeuer der (Komposition, die schöne Färbung undgefällige Beleuchtung in solchem Grade erwarb,daß der König (I/Zti.) ihn an die Stelle des dreyJahre früher verstorbenen Louis de Doullogne, mitZ5ou. Livre zu seinem Hofmaler ernannte; und daßselbst der weise Fleury, von der Schönheit diesesBildes gerührt, sich nicht enthalten konnte, zusagen: »Ich hab' es immer gedacht, dieß Kunst-stück wird ganz Versailles verderben"! Unstreitiggehört dieser Künstler zu den Wenigen, welche sich,in dieser Periode des Herannahenden Verfalls desbessern Kunstgeschmackcs in Frankreich , als reifeund seldststandige Artisten gezeigt hatten. NebenAndern, besaß er eine gewisse ihm eigene Leichtigkeitim Umrisse der Figuren, und eine große Anmuthin seinen frischen und lebhaften Tinten. Gegenseine Schüler bewies er sich ungemein gefällig.Leider aber entfernten sich mehrere derselben, undunter diesen vorzüglich Boucher, Natoire undNonotte, nur allzusehr von der Kunst ihres Meisters.Fiorillo lil. 3Z8—jr. ,, Ausser den bereits ge-nannten größern Werken " (heißt es dort) „ verdient(?) noch ein Schild für einen Perükenmacher zuAmienü von ihm bemerkt zu werden, was wirklichin seiner Art ein Meisterstück ist. Für den Spani-schen Hof verfertigte er einen Alexander und Porus."Also.fiorillo. Weit minder schonend dann lesenivirbeywarelet undi'Evesc,ue in Substanz, wasfolgt: „le Moine sollte eine Revolution in derfranzösischen Schule bewirken. Er hatte Hang zumGroßen, vielleicht noch mehr aus Ehrgeiz als ausGenie; und wenn er kein Gefühl von dem hatte,was das Große in der menschlichen Natur'aus-macht, so hatte er doch viel Verständniß von oem,was man das Große in der Maschine nennt. Erwar graziös, ohne, wie Coypel, nach Grimasseund Minanderie zustreben, welche die Grazie bloßnachzuahmen sucht: Seine Conceptionen, Ordon-nanzen, Stellungen waren natürlich und wahr. Erfiel nicht, wie de Lroy, ins Theatralische, eben sowenig in affektirten Kleider- und andern Prunk.Seinen Reichthum setzte er in die Anordnung,disponirte die Gruppen mit größtem Fleiß, undbrachte ungezwungen Mannigfaltigkeit in die Be-wegungen aller seiner Figuren. Kurz, er verstanddie malerische Maschinerie sehr gut; und dies isteines von den Hauptmitteln zu gefallen, da eswenig achte Richter über die höhern Theile der Kunstgiebt. In die Classe großer Coloristen kann er nichtgesetzt werden; aber immerhin besaß er Parthienin der Farbe, die ihm zu glücklicher Wirkung vershalfen; frische Blüthe, angenehme Töne, Anmuthüberall, geschickte Ausspendnng der Schatten undLichter, und somit Harmonie Ueberhaupt malteer ziemlich mühesam, und war langsam in derAusführung, aber dabey geschickt genug, bey derUeberarbeitung dem Ganzen einen Schein von Leich-tigkeit zu geben. Seine Bilder haben Seele undFeuer. War er schwach und incorrekt in der Zeich-nung, kannte er die Feinheiten der Bein- undMuskelfügungen am Nackten sowohl, als unterder Bekleidung *) zu wenig, so gelang es ihm hinge-gen in dem Ausdrucke des Fleisches, und durch jeneMürbigkeit, die dem großen Haufen von Zuschauernbesser als tiefes Studium behagt. Seinen Franen-kvpfen gab er mehr Anmuth, als Grazie; Gefühlwahrer Schönheit war nicht sein; aber er gefielohne sie, was" (vortrefliche Bemerkung!) »ausPhysischen Gründen in Frankreich leichter als an-derswo ist, wo sich schöne Kopfe so selten, artigeso häufig finden. Den männlichen dann fehlte esan Charakter; und überhaupt war er in keiner Kunst-parthie stark, welche Festigkeit verlangt. Er erreichte

"I So arm ist unsre deutsche Kunstsprache, daß wirDuzend umschreiben müßen.

Sonderbar! da de Caylus an einem andern Orteabgenutztes Genie nicdrs Bedeutendes mehr hcrpo»klein und von wenig Physiognomie."

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nie den Adel IN den Figuren, sondern nur den derZusammensetzung. Seine Drapperic ist, wie Allesübrige, mehr angenehm, als in großem Geschmacke.Er strebte nach weitschichtigen Unternehmungen.Den Plafond des JakobinecchorS an der Bacqstraßeverfertigte er zu einem sehr niedrigen Preise; denzu St. Sulpice malte er in lebhaftem Fresco; derim Herkulssaale zu Versailles ist der größte in Eu-ropa (b st lang, 5-'/ breit, 8// in der Vertiefung),ohne durch wahre oder abgebildete Architektur un-terbrochen zu seyn; er ist in Oel auf Leinwand,und wurde von seiner einzigen Hand in Zeit vonvier Jahren vollendet, le Moine strebte zu ossen-bar nach Glanz und Ruhm, als daß er nicht denHaß derer hätte erregen sollen, die sich aus Eitel-keit für seine Nebenbuhler hielten. Dagegen warer ein zärtlicher Sohn, und ein sanfter und gefälli-ger Lehrer — aber dafür nicht geschickt, Gcgengrollzu verbergen, was seine Feinde nur noch mehr er-bitterte. Cazes verschaffte man einen erkünstelten,schon erstochenen Ruf, den man le Moine's wirk-lichem entgegenstellen wollte; man schloß die Augengegen sein vieles Gutes, und zählte nur seine Fehler.Der Cortona Frankreichs erndtete von seinen Kunst-genossen bloß Verachtung ein. Er hielt sein Ver-dienst für verkannt, weil es in der That von seinenNeidern nur zu sehr empfunden ward, die es zuunterdrücken suchten. Für seinen Herkulssalon hielter sich schlecht belohnt, zumal in Vergleichung mitdem, was einst gegen le Lrun geschah. Sogarachtete er seine Feinde für mächtig genug, um ihnseiner Freyheit zu berauben. Er fiel in eine Gcistcs-zerrüttung; und eines Morgens, als sein FreundDerger zu ihm kam, ihn mit sich aufs Land zunehmen, glaubte er, man käme, um ihn in Verhaftzuziehen. Er brachte sich also neun Stiche mit demDegen bey, öffnete mit der ihm noch übrigen Kraftseine Thüre, und fiel todt zu den Füßen seinesFreundes. Für sein Meisterstück in Oel halt maneine Flucht nach Egypten, welches er für dieNonnen (H, übersetzt: Ordensbruder!) der Himmel-fahrt Maria malte; dann die Frau die in das Badsteigt, das er zu Rom ausgemalt hatte. Sein(schon genanntes) akademisches Aufnahmsstück istnicht sein beßtes, wohl vielleicht das korrekteste."Ein andres seiner schönsten und größten Staffelet)-gcmalde besitzt die Galerie zu München , das eineJagdgesellschaft vorstellt, worin ein in Verkürzungstehndes weißes Pferd aus dem Bilde herauszu-treten scheint. von Männlich. — Daß er selbsteinige seiner Deckenstücke u. a. geätzt habe, ist be-kannt. bstach ihm dann führt ein Verzeichnis meinessel. Vaters an die 5u. Blätter an, von denen balddieHalfte von L. Cars sind. Seine übrigen Stecherwaren: Alessandro, F. Aliamet, N. de l'Armessin,Beauvarlet, L. Bonnet, C- N. Cochin, M G.Crophiuü, L.Desplaces, P. H Eichler, deF**,St. Fessard, Gaukier-Dagoty, L. Jacob, Janinct,I. Johnson, P. A. Kilian, E. B- L-edci, I. E-Nochez, Ravenet, Savart, N. Eilvestre, Tho-maffln, Ch- le Vasseur, G. Walker. Namentlichvon seinen oben genannten Gemälden haben ge-stochen: Die Apotheose des Herkules, i» vierBlätter», Sr.Lessard; Herkules und Cacus L.Cars; Perseus und Andromeda, Ebenderselbe,(beyde schön); die Enkhallsamkeit des Scipio, levasseur; die Flucht in Egypten Alessandri .Schön werden bey Brandes überdicß genannt:Von Aliainer eine schlafende Venus; von Beau-varler eine Verkündigung; von ssars Adam undEva, Jupiter und Europa , Cephalus und Aurora,Herkul und Omphalc (dies nach Rost Vlll. n6.ein ausgezeichnetes Blatt-; das Opfer der Jphi-genia; eine Badende; die Zeit, welche die Wahr-heit entfuhrt (nach dem Grafen von Eaylus einesseiner schönsten Kabinetsstücke **), das le Moinenoch wahrend seiner Geisteszcrrüttung gemalt);

die drey Worte: kwe,-- 6-, »»-«?>>«» mit einem vollen

sogt: Nach dem Salon des Herkules hätte ke Moine'sbringen können. Ebenderselbe schildert sem Acußcrcs als