3Zo Mola.'
eine kräftige/ goldartige Farbe". Von dreyen der-selben (der H. Familie, der Predigt St. Johan-nis »nd dem St. Bruno) finden sich Beschreibun-gen und Abbildungen im Umrisse bey LandsnAnnal. XV. 47. XI V. n3 und IX. 78. und ebenso von Herminia, und Tankred, in den ?avsa§eset Dsblesux c!e 6enrs II. 32. et 33 und vonder Hagar in der Wüste (die somit nicht nachEngland gekommen wäre) !b. 77. Letztrcs, zwarnur sehr klein, soll eine seiner schönsten Arbeitenseyn. Endlich heißt es von unserm Künstler inder Schrift Winkelmann u. s. Jahrh S. 172.mit gewohnter treffender Kurze: »Zwischen denNaturalisten und den Künstlern von der edlemGattung möchten wir dem Peter Franz Molaseinen Platz anweisen. In der Schule des Albaniund des Gnercino unterrichtet, folgte er dem Kunst-geschmack beyder Meister; oft scheint er bloß diesennachahmen zu wollen, und ist Naturalist im ediernSinne, zuweilen aber sind seine Werke lieblich poe-tisch, im Geschmack des Albani gedacht, mit schö-nen landschaftlichen Gründen ; aber sie unterschei-den sich beständig durch das sehr kräftige Cvlorit,durch größer» Effekt und dreister» Pinsel Vondieser Art ist Ceyx und Alcyvne, in der Dresdner-Galerie, ohne Zweifel eine der schönsten Prodnc-tionen unsers Künstlers". Unter den Malern dann,welche selbst geätzt haben, nimmt nach Rost (IV.41—42.) Mols ebenfalls einen vorzüglichen Platzdurch einige Blätter von leichter und geistreicherNadel ein. Dort werden nämlich viere von ihmangeführt: Maria giebt dem Kinde die Brust(klein); eine H. Familie mit Engeln, mit derNadel angefangen, und mit dem Grabstichel, voneiner ungeübten (spätern?) Hand hart und ge-schmacklos beendigt; Joseph giebt sich seinen Brü-den! zu erkennen (von einigen freylich auch C.Maratti zugeschrieben), schön und selten; und end-lich noch eine H Familie auf der Flucht nachEgypten, wo zwey knieende Engel dem KinoeBlumen darreichen (diese nach Albani). R. Füsilidann (II. 38» ) führt drey andre an: Cupido, derseine Waffen im Unmuth zerbricht, eine anmu-thige kleine Figur; Romulus und Remus voneiner Wölfin gesaugt (schöne Landschaft mit Mo-numenten im Hintergründe); und Merkur , derden Argus einschläfert. Auch nach Dominichinosoll er geätzt haben. Hinwieder kennt man nachihm ein Paar Dutzend Blätter von P S. Bar-toli, I. Ph. le Bas. F Dasan, C. Dloemaert,A Elouvet, I Coelmanns, I. Collin, L. Gom-mier, V. Green, E. Jeurat, P. A Kilian, F.Louoemont, C Maratti, Matthieu, P. A. Pazzi,C. Philipps, A. Pond (exc.), I. F. Rousseau ,E. Rousselet, C. Royers (exc), F. Splerre undA. Westerhout. Die beßte diesfallige Litteraturfindet sich bey R- Füßli (I. 0. 374—82.-, wozehn Blätter ausführlich beschrieben und beurtheiltsind. Von Mola's oben angeführten Bildernkennt man gestochen: St. Pauls (St. Peters-Wunder im Kerker, von I Collin; Joseph giebtsich seinen Brüdern zu erkennen (welches Füßlials unstreitig für ein ungemein geistreiches undzugleich äusserst seltenes Blatt von C- Marattihält); Cains Brudermord, aus C- Royers Ver-lage; die Ruhe in Egypten, von Jeurat (nachBrandes schön); Johannes predigt in der Wüste,von le Bas (nach Brandes schön); und eine ähn-liche Vorstellung (b)ocs H^rius I)ei) , von Bar-toli; St. Bruno in Entzückung, meisterhaft vonC. Rousselet; Hagar und Jsmael, von Prou,unter Bourdvns Leitung. Noch bemerken wirdann, nach Lußli: Jacobs Zusammenkunft mitRahel (aus der Crozatschen Sammlung) von Jeu-rat; den Evangelist Lucas auf der Wolke, vonBartoli; die Dreyeinigkeit, von Bloemaert. Nachdem winklerschen Katalog, eben den Gegenstandauch von kouvemont, wahrscheinlich Kopie des Bloe-maertschen Blatts; dann den Eremiten, der ineinem großen Buch liest, von v Green, und denKnaben, der mit einer Taube spielt, von Philippsgeschabt. Aus einem Verzeichniß meines sel. Va-
Moleiiae-r.
ttrs: Mola's Dildniß aus der Galerie zu Florenz ,von Pazzi; und des Kard. Val. Bandinelli seines,von Clouvct; einen St Hieronymus, von Rous-seau ; eine reuende Magdalena, von F. Basan(s. oben denselben Gegenstand von Johann Bap-tist) ; eine groteske Figur aus A. Ponds Verlage.Nach dem Katalog von Brandes endlich einenSt Sebastian, ohne Namen des Stechers. Inneuern Tagen dann findet sich seine Herminia alsSchäferin im XXV. Heft des Musee Kran-§ais, nach Cotteau's Zeichnung, und im XXVI.Heft der verwundete Tancred, nach Touze s Zeich-nung, beyde von S. L. Miger— endlich der schonangeführte predigende St. Johann in der Wüste,im Xl^Vlll. Heft der 6alerie clu Palais stoval,von Delaunay gestochen. Sollten wir C. FüßliI. c. 217. glauben, so würde eben dieses, vonBartoli, den ganzen Charakter des Künstlers amBeßren darstellen.
M 0 ld (Johann van ). So heißt bey FiorillsIV. 377. ein Maler, zwar von flammändischcr Ab-kunft, der aber zur spanischen Schule gehöre, weiler die Kunst bey Jgn Jriarte zu Sevilla gelernt,und sich dort bis 1706. aufgehalten habe. SeineLandschaften sollen lobenswerth, und in der Ma-nier seines Meisters gemalt seyn.
*MoIdavino, s. Guido Mazzoni .
* Mole (Job. Daptista), Schüler von Vouek,erscheint unter diesem Namen bey .fiorillo III.iZu. ist aber kein Anderer, als Joh. Bapt. Mo!a.
* Molenaer (Cornelius), genannt Hrrabound kJeel de Scheeler (d. h. Cornelius derSchielende) geb. um ib4»- Landschafks- undGattungsmaler, so daß wir für zuverläßig glau-ben , was von Männlich bloß zu vermuthenscheint, daß er der nämliche Molenaer sey, derauch in Brouwers Manier Bilder gemalt habe,die zwar den Arbeiten dieses letztem in Geist undAusdruck nicht beykommen, aber doch von schö-ner Ausarbeitung sind. Als unstreitig von ihmwird in Meu sels hs. Mus. S. 97. eine Win-terlandschaft in dem Kabinet des H HauptmannFischers zu Potsdam beschrieben; und wohl eben-falls das ländliche Fest unter frencm Himmel inder Münchner Galerie. Nach uusenn Corneliusdann kennt man z. B. von I. M. Ardcll geschabt:Ein lachendes Mädchen mit einer Flöte in derHand; von G. Baille eine Musikgesellschaft; vonBaudoin eine Landschaft; von T. Blackmore denHumorist; von I. Heudelot: stecreation 8'Hxveraus dem Kabinet von Bogacrde (vielleicht später-hin Fischer); von Tb- Prestcl ebenfalls ein hollän-disches Dorf im Winter, aus der Galerie Brabeck;von P. van Somcr ei» Trinkgelage u. s. f.
— — (Johann Mienze'. So heißt in
Eberleins Beschreibung der Galerie von Salztha-lum ein wenig bekannter Künstler, von dem dortdrey Bilder angeführt werden, welche Hurenhäu-ser, Corps de Garde u. s f. vorstellen. Don Eben-demselben nennt auch Meusels zJ. Mus- 97-bis 98 ein Trinkgclaq (aus dem oben erwähntenFischerschen Kabinet zu Potsdam ), in welchem dieausgelassene Fröhlichkeit der niedrigen holländi-schen Menschenklasse sehr natürlich ausgedrückt seynsoll. Fast unzweifelhaft von diesem Künstler kenntBarrsch IV. 5. ein sehr seltenes, zwar ohne be-sondere Kunst geätztes Blatt, dessen spatere Ab-drücke wirklich mit: A. /kfo/errner iso. bezeichnetsind, und das eben auch ein Hurenhaus vorstellt,wo ein alter Säufer, das Glas in der Hand, zusingen scheint, mittlerweile eine Dirne ihm dieFiecke leert. Eben dieses Blatt führt auch derwinklersche Katalog, dann aber noch ein zwey-tes (einen Haushalt mit vielen Kindern) ebenfallsmit: A. öl/o/e»aer seo. und endlich ein drittes,nach ihm (los suites tristen so 1'VvroAnsrie),von C. von Caukcrkcn an.
*. — — (K- Jz.). So heißt im Katalog derberühmten Gemäldesammlung von Johann Gib