Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
908
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9og Moreau.

lich Bildnißmalerin) aus der letzte» Hälfte desXVII. oder der ersten des XVlll. Jahrhunderts.

Moreau (Carl), Baumeister der Sorbonne, er-scheint unter diesem Titel im -z lmanscü ses kenux-Hrrs von »8c,z. in der Rubrik der damals noch inParis (wohl in hohem Alter) lebenden Architekten,und werden dort von ihm angeführt: Die (unsersWissens in wirklicher Ausführung nie zu Standgekommene) Nationalcolonne, und eine Restaura-tion des französischen Theaters; dann von litte-rarischen Arbeiten die Redaction eines Archirek-turwerks, welches ein Anhang zu dem berühmtenvon Desgoders seyn sollte. Offenbar ist dieserKünstler noch derselbe, von dem es in einer uns-rer ältern Handschriften heißt:Moreau ( )

Königlicher Baumeister und Obcraufseher der Ge-bäude der Stadt Paris ; bekam in 177Z. den Auf-trag, einen Plan und Aufriß eines neuzucrbauen-dcn Comedien-Haui'es zu entwerten. In gleicherAbsicht verfertigte auch ein andrer Baumeister, Na-mens Liegeon, ähnliche Entwürfe S. den Art.Eellerier. Eine ausführliche Beschreibung vonMoreau's hölzernem Modell der Anfangs er-wähntem Nationalfaule, so wie solches auf demEinkrachtsplatze (in der dem Monument selbst be-stimmten Höhe von 167/) zu Paris im I. XI. zurBeurtheilung ausgestellt worden, nebst einer gründ-lichen Kritik über dasselbe, im Ganzen und in elnzel,neu Theilen (nebst Abbildungen im Umrisse s. i. La n-don's Annal. I. 7277. 8r 8s 85 . und » 52 .wo es an letztgenannter Stelle heißt: Es ist wahr,die ganze Form ist zu wenig originell, neu undsprechend. Sie ist nicht das eigenthümliche cha-rakteristische Siegesdenkmal der republikanischenArmeen. Sie unterscheidet sich wenig von derSäule Trajans oder Ankonins, wenig von der Co-lumna Pompeij, oder der Säule Constantins; wenigsogar vom Londncr-Monument, dem Denkmal einerFeucrsbrunst; allein, wenn sie, stakt in Holz, inGranit und Bronze gearbeitet dastehen wirdwenn sie nicht mehr das Werk kaum verflossenerTage, sondern mehrere Menscheualter wird erlebthaben, dann wird ihre Schönheit, ihre edle männ-liche Form, ihre Majestät bewundert werden; unddie Erinnerung an die unsterbliche» Thaten, denensie ihren Ursprung zu danken hat, wird einen reli-giösen Schleycr über ihre Fehler werfen". Offen-bar ist von unserm Moreau in seinem frühestenKünstler-Alter die Rede, wenn der Abt Barrhe-lemiimXDlV. Br. seinerVo^sFe en Italie(>755).von einem Pensionair der französischen Kunstschulezu Rom dieses Namens spricht, der, gemeinschaft-lich mit seinem Mitschüler Waitly, die Bäder desDiokletians aufs gründlichste gemessen und gezeich-net habe. Beyde nennt er dann ausgezeichnete,arbeitsame und verständige Jünglinge, die der In-trigue und Eifersucht so wenig fähig seyen, daßda waillp schon zu Paris über Moreau einenPreiß der Akademie davon getragen (der ihn ebenzu dem dreyjährigen Aufenthalt in Rom berechtigte,er durchaus dieses Recht mit seinem Freund theilenwollte, wovon sodann (mesquin genug) jedem nuranderthalb Jahre verliehen worden. Niemandwäre fähiger gewesen, als sie, Desgoder's Werkfortzusetzen, u. s. f. Von unserm Künstler istwahrscheinlich auch das (1771.) erbaute Haus Na-dara-Gonkaut zu Paris , das sich in Rraffts undRansonnerre's Xouvells ^rckirecture Dtitll-^arse (Lab. IX.) abgebildet befindet.

* (Edmus oder Renata, Kupferstecher.Don ihm kennt ein Verzeichniß meines sel Vaters,neben den 14. Blättern von der Jesuiterkirche zuParis (» 647 .) nach F. Derand's Zeichnung, aller-ley Einzelnes, mit und ohne Namen des Malers:Bildnisse, wie z.B. des Kardinals Richelieu (1629.);und deö Arztes I. Sylvius, dies gemeinschaftlichmir M. Faulte gestochen. Von Historischem: Ei-nen St Rupert nach Cl. Melan; Verschiedenesaus der französischen Geschichte, wie: le äloulins'err«ur, ö>at/re contre st« Mv «/i», üll-

Moreau.

tustre Protestant, mort en » 658 . Andres nachG. Boussonet, S. Jgny, de Seva u. s. f.

Moreau (I. F. P.). So heißt bey FiorilloIII. 5 » 5 . ein neuerer französischer Maler, Schülervon Rcgnault, von dem man neben Andern» einenJugurtha kennt, wie er von Marius gefangenund zum Hungertode veeurtheilt wird.

, (I. M ), hieß Johann Michel- derjüngere (vielleicht eines unten folgenden Mo,reau deS ältern Sohn), geb. zu Paris 174». undin 1781. als Mitglied der Akademie aufgenom-men, mit dem Titel: vessinatour elu Labinet«le liol, ein Künstler von fruchtbarem Genie, derviele Gegenstände der französischen Geschichte inneuerm Costüm, zum Theil selbst componirt, undzugleich gestochen hat. So z. B. 8aore cle HouisXVl. DieFeyerlichkeiten zu Paris bey der Geburtdes Dauphins (»782.) auf 4. großen Blättern;Rousseau's Grabmal auf Ermenonoille. Dannnach Andern, z. B. nach Rembrand : Bathsebaim Bade, ein nicht sehr angenehmes, aber dafürdesto freyeres Blatt. Ferner eine Menge Bücher-verzierungen. Rost Vlll» 282-82. Weit Meh-reres von ihm dann führt ein Verzeichniß meinessei. Vaters, nach P. A. Daudoin, Desboeufs,Deshayes, P. Halle, Taraval und Vernet an:Bildnisse; Gattungsstücke; Ansichten, wie z. B.der Kirche St. Genevicve, auf 4. Dl nach Des-boeufs, und der Place neuve Ludwigs X V. nachTaraval. Hinwiedcr haben nach ihm gestochen:Gaucher, Voltaire's Krönung auf dem Theaterzu Paris 1778. tz. Gukteuberg: I. I Ronsseau'öletzte Worte (schön); N. le Mire: Megorieen auf-den König und die Königin; R. Patas le VUla-Aeols entreprenant und: On ^ courr plus ä'unüaugor; Siinonet den Tod des Ritters d'Assas(schön); Vidal: iVIemnon, ou l'eeuell stn 8^-zs,nach Voltaire. Mrc. Ob unser Künst-

ler derselbe sey, der noch im Almanach äoskiesux Hrts von 1802. unter den damals zu Paris lebenden Zeichnern, ebenfalls mit dem Epitheton,der jüngere, aber nach löblicher Weise ohneTaufname», als Zeichnungslehrer im dortigen Ly-cee des quatre Nakions erscheint; oder derjenige,von dem eS bey Meusel (Arch. I 2. iZi.) heißt:»Moreau der jüngere macht schöne kleine Zeich-nungen für Buchhändler, wie Eatel zu Berlin ,aber bey Weitem besser als dieser" oder vollendsderjenige, der (mit demselben Beynamen) erst noch»8o8. gemeinschaftlich mit Andern, die Blatter zuder Prachtausgabe von Sr. Ange's Uebersetzungder Ovidischen Verwandlungen, nach den hetztenfranzösischen Meistern (wie es in der Ankündigungheißt) gestochen habe oder auch der, welcherirgendwo: iVloreau »essinareur stos lVlenus (?)heißt All' dieses ist uns unbekannt. Indessenvermuthen wir, daß wirklich bey all' Obigem vonDemselben die Rede sey; und lesen so eben nochin den Xonvelles ÜLS Arts ll. 2»0. den NamenMoreau des jünger,» unter den Mitarbeitern vonMellings pittoresgue öe Lontanti-

nople, und!. 0.262. unter den Zeichnern der Blät-ter zu einer Prachtausgabe von B deSainrÖier-re's ?aul er Vir^mis, beydes um 1802 ; so wieendlich auch der pausanias Francais S. 4 't ^"746 . bey der Beschreibung des Salons von 1806.seine dort ausgestellten Zeichnungen zu Reni'rodsAusgaben von Racine, Boileau , den Erzählun-gen von Hamilron, und den Bekenntnissen vonRousseau , dann von einer Stratonice und An-tiochus, und dem Abschied Corivlans von seinerFamilie, nicht genug rühmen kann; wo ihm näm-lich das seltene Verdienst zugeeignet wird: Daßer den Sinn seines Schriftstellers, und den Geistseines Gegenstands ganz fasse, und solchen auchin dem kleinsten Raum, zu überliefern wisse; wel-ches er schon früherhin an Grosser'« Ver-Dert,Voltaires Pücelle und Erzählungen, so wie andenen von !a Fontaine ivunderivürdig erwiesenhabe.