Olivier.
Oliv! er- (Johann od. Jsaak), wenigstens nlchtOerer, wie ihn DaHaway, und auch das Lexikon«. v-Jsaak Glivler, nennt (wir denken, eher Jo-hann), Glasmaler, Kupferätzer, und Stecher inSchwarzkunst, geb. zu London 1616. nach Wal-pole ein Neffe des nachfolgenden perers. AlsGlasmaler hatte er gewiß Talente, und das zwarkleine Bild von ihm in der Cliristuskirche zu Oxford (Petrus durch den Engel aus dem Gefängniß ge-führt) mit der Aufschrift: Oliver Nt. suse 84.suno 1700. pinxit ckeMgue (!) beweist, daß ermit den trefiichen Miniaturmalern, welche LordArundel unter der Regierung Carl l. beschäftigte,in Verbindung stand. Zeichnung und Ausführungdaran sind lobenswerch; das Colorit indessen etwasmatt. Von seiner Hand kennt man dann fernereinige meist leicht mit der Nadel gefertigte Blat-ter; wie z. B. die Bildnisse des Lordkanzlers Jef-ferins, und des holländischen Zwergen I. Woren-berg; dann eine Ansicht von Tanger (1676.) undbesonders 1 selten) den schlafenden Jungen, nebenihm ein Schädel, mit der Ueberschrifr: klortisnach der lieblichen Artemista Gentilesca.Ueberhaupt aber stand er, seiner artistischen Kennt-nisse wegen, in Anschn, und wurde zugleich mitMr. Hovke, nach dem großen Brand in London um Rath gefragt, wie die Stadt wieder aufge-baut werden sollte. Unter den poetischen Ver-suchen der Universität zu Cambridge findet sich einGedicht an ihn. Rost IX. 46—47. FiorlUo V.291-92.
* — — (Jsaak) stammte sehr wahrschein-lich von französischen Eltern ab, und war geb.zu London i 55 r. Wenn man seine zahlreichenArbeiten, vorzüglich nach den Zeichnungen des Par-megianino betrachtet, so sollte man vermuthen, daßer selbst in Italien gewesen sey, und sich »ach dendortigen großen Mustern gebildet habe. Walpolegedenkt mehrerer seiner Miniaturbilder, welcheihm einen Rang unter den ersten Meistern in diesein Kunstfach erwarben. So z. B. seines eignenin der Samml- ng des Dr. Mead, welches er selbstbesaß, so meisterhaft (?) ausgeführt, daß sichdaran, durch ein Vergrößerungsglas betrachtet,immer neue Schönheiten entdecke» ließen. Ein an-deres dann, dessen auch das Lcx. Erwähnung thut,stellte jedoch zweifelhaft) die unglückliche KöniginMaria Stuart vor. Letztres hatte späterhin C. F.Zink meisterhaft in Email copirt; und dieses Stück(das Original oder die Copie?), wclches'der Herzogvon Curnberland an sich brachte, wurde fürIebb'sCollcckion's gestochen. In der gedachten Meao'schenSammlung, welche der Prinz Friedrich von Walesgrößtenteils an sich kaufte, befanden sich ebenfallsviele Meisterstücke dieses Künstlers. So z. B. dasBildniß der Königin Elisabeth in Profil, des Prin-zen Heinrichs von Wales, der ihm überhaupt reich-liche Beschäftigung gab; Ben Johnson s, das (zwarandern Abbildungen dieses Dichters ganz unähnlich)sich in verrue's Sammlung berühmter Männergestochen findet, und Philipp Sidney's unter einemBaum sitzend in ganzer Statur. Als sein unstrei-tiges Hauptwerk indessen nennt man das Bildnißder Lady Lucy Percy (Mutter der Vcnetia LadyDigby), vormals im Cabinct von Hör. Walpole.Sie ist in ein reiches schwarzes Gewand gekleidet,hat einen großen schwarzen Hut auf dem Kopf,und erscheint auf einem Lilas-Hintcrgrund. Nochein andres höchst schätzbares Werk von ihm ent-hielt das Cabinet des Lord Montacute zu Cow-drayAuf Einem Bilde nämlich drey Bruder(Browne) aus der Familie dieses Lords, die sichsehr ähnlich sehst», schwarz gekleidet, und in gan-zer Statur, mit der angenehmen Umschrift: ki-Aurso coniormis ast'ectus lögtz. Nach Dallarvaygieng dasselbe 179Z. in einer Feuersbrunst verlo-ren. Wieder ein andres trcflichcs Stück von ihmstellte den Graf Roberr von Essex, ebenfalls inganzer Figur und in weißem Kleide vor. Ueberhauptsind Olivier's Miniaturen in England nicht sel-ten, aber deswegen nicht minder hochgeschätzt,und wcr-den sogar theurer als diejenigen seines
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Lehrers Hilliard bezahlt. Ihrer Aehnlichkcit undübrigen Werthes wegen nahmen bereits Rubens und Vandyck dieselben zum Muster, wenn siez. B. Jacob l. nach seinem Tode vorstellen woll-ten. Von Jdealischem dann besaß der ColonelSothby eine reizende Magdalena, und die Her-zogin von Portland einen Ehristuskopf. Auch vonseinen Zeichnungen haben sich verschiedene glücklicherhalten. Ein Hauptblatt, die Grablegung Christi,mit 26. Figuren, befand sich in dem kleinen Ca-binet der Königin Carolkna. ES führt die Jahrs-zahl i6r6. und wurde erst »ach des Künstlers Todvon seinem nachfolgenden Sohn Oerer vollendet.Eine ähnliche Darstellung besaß von ihm Mr. Hol,lis. Noch nennt man, als meisterhaft, ei- en Un,schuldigen Kindermorv nach Raphael > so wie ihnMarc Anton gestochen hat) auf blau Papier mitWeiß erhöht, und eine H. Familie nach Ebendemsel-ben, wovon das Urbild sich jetzt im Escurial be,finden soll. Auch i» Oel sah man Mehreres vonihm, das vertue außerordentlich lobt, Walpolehingegen (wie F-orillo glaubt, ohne hinlänglicheKunde) mittelmäßig ncimk. Zu den, Vorzüglich,stcn gehörten: Sein eigenes Bildniß mit seinerFrau und seinen Söhnen; ein Kops von St. Jo-hann Baptist» auf Holz; Sir Lhom- Overtmryund vier ungenannte Personen im Costum desXVI Jahrhunderts; letztre in der Villa Lord Guil-ford's zu Wroxton. Dieser merkwürdige Künstlerst. idrx mit Ehre und Reichthum überhäuft. SeineSöhne errichteten ihm in seiner Pfarrkirche einschönes Grabmal mit seiner Büste, das in demgroßen Brand von r6d6. zu Grunde gieng; dochsoll sich noch ein Modell von der Büste finden.Außer seinem Bildnisse von I. Miller in Wal -pole's Werk gestochen, kennt man auch eines inder Sammlung von Hondius. Fiorillo V. 2 j 4 .bis 5 o. der auch von ihm folgende schone Grah-schrift (ob die ursprüngliche? aus einer Hand-schrift über die Miniaturmalerei) entlehnt, giebt:
l)ui vuItU8 liommuin, Völlsious turma-Lrevi äezcribsre äockun in mvkllü,
()ui munäum Minimum tvpo minvreiloiers cuäere mvriu»>>i;ue clisrmsbeliui vexelLfS nnvir ui-rv,jacet kic O/ira,,«, ,
Lujuü vivikcL mann pii-ntum ent,niliil prvp§ cledennr strimnniUrbiiio, Ulmim-iue, »Ii^sloqus.
Sonst gestochen nach ihm nennt ein Verzeichnißmeines sei. Vaters einzig drey Bildnisse: DerKönigin Elisabeth von S- de Paas, Philipp E,d-ney's (ob das obengenannrc?) von G. Vertue, undCarls V. Herzogen von Lotharingen, ohne Name»des Stechers.
* Dlivier (Mich-Dartholome). Derselbe,dendas Lex. kurzweg Historien - und Bildniß,nalernennt, geb. zu Marseille, und gest. zu Paris >78 ,.72. I. alt, trng den Titel eines Malers deö Prin-zen von Conti: Er übte sich in verschiedenen Gat-tungen, hauptsächlich aber in Darstellungen, wel-che Leben und Sitten im Cvstume der Zeit zumGegenstand hatten. In der Ansführ.ing war ersehr besorgt, sein Pinselstrich aber (dessen ungeach,tet?) dünn und trocken, und das Colorit unsicher.Zu den vorzüglichsten von ihm ausgestellten Bil-dern gehören: Ein großes in dem sannen SchlosseJs>e Adam, welches ein Iagdgastmal vorstellt,das der vorgedachie Prinz dort seinem ganzen Hofgegeben; dann ebendaselbst: Das englische Thee.
ste ä't. p Zti8—cj. Nicht unwahr-
scheinlich ist dieser Künstler derselbe, von welchemes bey /ivrillo II I. 4""> heißt, daß er auch in dersogenannten Elydorischcn Manier gearbeitet habe.
* — — (Peter), des obigen Jsaak's ältesterSohn, geb. idui. lernte von seinem Vater dieMiniaturmalerei), übertraf ihn aber noch in man-cher Hinsicht, besonders durch eine schone Aus,führung. Schon frühe copirke er emsig nach Ra-phael, Holbein u. a große» Muster». Von seinenOb.) historischen Bildern, welche einst die Gemälde-sammlungen Carls I. und Jacob l. zierten, hingen