101g Palladio.
Langloi's u. a. In neuern Tagen (i 8 o 3 .) erschienzu Paris : De Vemple äs la lVIlnsrve ä ^ssise,conkrontö sveo les ^rsvnreg (?) ä'^nstre /'ai-taciro, par ^nto/i»i, ^rckitects, äeäie
au L. )k^e/L:r st'Ä'ii, Viceyre8läent äs la ksyub-ligus Italienns.
* palladio (Sylla), des Andreas ein-ziger ihn überlebende Sohn; dessen im Lex. unterdem Art. des erstem kürzlich Ermahnung geschieht,ebenfalls Baumeister, von dem es aber nichtscheint, daß der Vater große Hoffnungen von ihmschöpfte. In i 58 i. erhielt derselbe, nach deserstem Tode, die Aufsicht zur völligen Vollendungdes olympischen Theaters zu Vicenza .
Vita ä'iZnärea p. 69 — 70.
palliere (Julian Armand), der altere ge-nannt, ein französischer Maler neuerer Zeit, ge-bürtig von Bordeaux , Schüler von Vincent, derim ^Imanacb äes 6e»ux-/Zrt8 von i 8 o 3 . unterden damals zu Paris lebenden Künstlern erscheint.Zu dem Beßten zählt Liorillo HI. 489. sein schonim erwähnten Almanach genanntes Opfer an Amor.Ob dieses Bild dasjenige seyn möchte, womit ereben auch in i 8 o 3 . (den XonvsIIss äes -VtsIII. 35 o. zufolge, damals erst 20. I. alt) denPreiß erhielt — ferners ob er etwa Bruder desoben angeführten L- v. L pailliere sey , ist unsunbekannt; letztres aber wahrscheinlich, da beydevon Bordeaux gebürtig und beyde Schüler vonVincent sind.
— — s. pailliere.
* pa 11 i 0 t (Peter). Von ihm kennt man aucheinige Bildnisse, wie z. B. Cäsars, Herzogs vonVendome, nach P. Lombard; des Herzogs d'Es-pernon Bernards de la Ballette unddeFoix, nachL. Beaubrun (dies'gemeinschaftlich mit le Brungestochen); andre wieder, ohne einen andern Na-men als den seinigen.
* palloni oder polloni (Michel Archan-gelus oder Angelus), nach Lanzi I. 22Z. gebür-tig von Campi im Florentinischen. Nach Polen gieng er 1674. La/äimicci.
* palma (Anton), Vater des nachfolgendenJacobs Palms, des Jüngern. Lanzi (II. 2.i 5 o.) nennt ihn kurz: Einen schwachen Maler.
* — — (Jacob), der Aeltere. Sein Ge-burtsjahr ist bey den meisten Schriftstellern, wieim Lex. ganz unrichtig angegeben, und dürfte zwi-schen die I. 1016. u. 26. so wie sei» Todesjahrzwischen i 564 - u. 74. fallen. Der einzelne Ha-gedorn (Hbretze p. 186.) setzt wohl am Irrig-sten seine Lebenszeit zwischen i 548 . u. 96. Erstudirte noch in den alten Schulen, was sich häu-fig , zumal in seinen ersten Arbeiten, bemerkenläßt. Von dem Styl des Giorgione bezaubert,folgte er indessen diesem, vorzüglich in der Leb-haftigkeit und dem Schmelz seiner Färbung, wieman solches in seiner berühmten St- Barbara inSt. Maria Formosa zu Venedig sehen kann, wel-che zu seinem Kräftigsten gehört und ein Bildvon großem Charakter ist; andremale näherte ersich mehr der Milde Titians in den frühern Wer-ken desselben. So z. B. in einem Abcndmal in St.Maria Mater Domini ebenfalls zu Venedig , undin einer Madonna bey St. Stephan zu Vicenza ,die, mit unübertrcflicher Lieblichkeit gemalt, eben-falls für eines seiner Meisterstücke gehalten wird.Originalität dann zeigte er, nach Zanetti, z. B.in seiner Anbetung der III. Könige in der St.Helenensinsei, wo er als ein Naturaliste vonrichtiger Composition, guter Wahl und geschickterDrappirung erscheine. Jedoch glaubt auch ebendieser Schriftsteller: Die größte Schönheit seinermehrern Werke seyen Töchter von den Schön-heiten Andrer, und dieselben um so preiswür-diger, je mehr er sich seinen Vorbildern nähere.Lanzi hinwieder giebt, als ihren allgemeinenCharakter, Fleiß und eine solche Vollendung an,
Palm«.
daß man auch nicht einen Pinsel darin bemerke;er soll daher auch sehr lang gearbeitet und häufigritoccirt haben. In seinem Jmpasto und mehrAndern» näherte er sich Lotto, und wenn er we-niger belebt und erhaben!?) als dieser erschien,so sind hingegen des letztem Frauen- und Kin-derkövfe minder schön als die seinigen. Stafe-leygemälde, die ihm wenigstens zugeschrieben wer-den , findet man in Italien viele. Von einemseiner Bildnisse spricht vasäri mit Entzücken.Seine Madonnen und Heiligen kleidete er gewöhn-lich im Geschmack seiner Feit in lange Röcke (Auchseine Figuren selber haben meist ein überlangesEbenmaaß!). Ucbrigens bemerkt Lanzi: Wo einHalbkenner ein Bild erblicke, das zwischen demtrockenen Johann Bellin und dem pastosen Titiandie Mitte halte, so sey es ein palma vecchio,besonders wo sich rundlichte Gesichter, rosenrochesGewand und eine fleißige Landschaft darin finde.Fiorillo hiernächst rühmt noch seine correcte Zeich-nung, und daß seine Färbung mit aller ihrer Zart-heit der Natur immer getreu blieb. Kurz, abervielleicht am richtigsten beurtheilt ihn Füßli III.i 54—55 „Mit viel Talent zur alltäglichen Na-tur, aber mit wenig Anlage, hohe und edle Ideenzu fassen- bildete sich der ältere Palms in TiziansSchule, wo weniger Wahl als Genauigkeit in derNachahmung zu finden war. Sinnreiche Erfin-dungen, elegante Zeichnung und feiner gemüth-licher Ausdruck sind daher bey diesem Maler nichtzu suchen; dagegen ist sein Colorik von ausneh-mender Wahrheit und Starke, und die genaue,sorgfältige und doch leicht scheinende Ausführungseiner Gegenstände verdient die Bewunderung derKenner." Auch Hagedorn l.halt dafür: palma sen mehr für seinen jchönen Farbenguß und großenFleiß, als für Kühnheit, Adel und correkte Zeich-nung zu schätze». Alles, bis auf die Weichheitder Wolle, h^be er nach größter Wahrheit aus-gedrückt. Mit alle dem sehe man seiner höchstenVollendung keine Mühe an. Das Ausgearbeitetstevon ihm schien auch das Geistvollste zu seyn. WieTitian und Correggio untermalte er frisch, undsetzte dann erst späther die dichtere Farbe und dieLasirungen auf; sein Fleisch war ächtes Leben.Seine Drapperie war breit und von sehr gutemGeschmacke. Ware er nach zwey oder dreyen seinerHauptwerke gestorben, io hätte man ihn für denersten Künstler ?. geachtet; so wie er hingegenspäterhin immer mehr in Abnehmen gerieth. wa-reler und l'Evesque endlich faseln von ihm manchSeltsames; wie z. B. „ Seine Manier war breit undfett, fast bis ins Barboteuse (? gewiß nicht ins —Gesuchte, wie Hexdenreich übersetzt) zu fallen;die Zeichnung richtig, aber ohne Feinheit, dieKöpfe von einem großen Charakter; die Lichteroft gut gruppirt, doch bisweilen etwas zerstreut;die Färbung überhaupt schön und kräftig, dochbisweilen — matt (souräs, Heydenreich ü. fie-ckigt)". Dann beschreiben Ebendieselben vonihm aus dem Königl. Franzos. Cabinetke zweyH. Familien, von denen besonders eine durch dieSchönheit der Köpfe und die täuschende Wahr-heit des Leinzeugö sich auszeichnen soll -wahr-scheinlich dieselbe, welche in Landon's Anna-len X 108-9. beschrieben und im Umrisse trcf-lich nachgebildet ist >; ferner einen ins Grab gelegtenChrist von großer Erhabenheit, wo es aber dem —Kopf (wo steckt dann die Erhabenheit?) am Aus-drucke mangle. Wer das Alles zu reimen weiß,soll dann doch — nicht unser Apollo seyn. DieWiener-Galerie hat von ihm i 3 . Bilder aus derehemaligen Brüsseler-Sammlung. - Die GalerieLichtenstein 1. — Die Galerie kichtenstein 5. worun-ter man eine H. Familie mit den beyde» Kindernund ^t. Catherinen für ein Hauptbild hält. DieKönigl. Preußische ebenfalls eine St. Catbarina.Diejenige zu München 5 . — Diejenige zu Düssel-dorf 1. — Die zu Salzthalum 7. Neben andern:Lucrezia und Tarquin. - Die von Gchleisbeim 3 .Gestochen nach ihm haben: Q. Boel, R. Heynho-veck, P. Lisebethen, Ossenbeck, I. Popels, I.