»ozc> Pellegrini.
siikut beschreibt vornehmlich Zanotti in: I.e kir-rurs <ie Düa/ch etc. kol. Vener. 7H6.
Seinen Kunstcharakter als Maler betreffend, heißtes dann Ebendas. (§g§—gh.): «Nach dem Anblickseiner Werke im Institut und in der Kapelle St.Jacob wird man jenes Urtheil der Carracci über ihnkaum unpassend finden, und nicht laugnen können,daß er von Anqelo's erhabenem Meiste Vieles ge»lernt habe. Aber Tibaldi war von Natur nochmir einer andern Gabe ausgestattet, die sich äus-serst selten, so wie bey ihm, mit jener dreistenund kühnen Manier vereinigt findet, nämlich mitder Graste. Dieses gelang ihm überhaupt in einemsehr hohen Grade; nur übertrieb er zum Oefterndie Vorstellung des Nackten, indem er die kräf-tigen Umrisse durch die Gewänder scheinen ließ", u.s.f.Lanzi dann (ll. 2. js—§6. s. v. Düaüii) glaubtvörderst: Seinen ersten Unterricht habe Tibaidl'sglückliches Genie aus den Bildern im Refektoriovon St. Michele in Bosco und andern auserle-senen Werken zu Bologna geschöpft. Zu Rom hiernächst, wo er sich zwar nur drey Jahre auf-gehalten , hätte er sich zum Grandiosen, Starken,Srndirten im Nackten, und Glücklichen in den Ver-kürzungen, guten Theils nach M. Angelo gebildet,aber diesen Charakter zugleich durch eine Pastositätzu mildern gewußt, was seinen übrigen Verdien-sten noch die Krone aufsetzte *). Seine Arbeitim Institut zu Bologna darirt er von i 55 o. alssein dortiges erstes Bedeutendes, und zugleich alssein Bcßtes. Dort, und in der Loggia zu Ankona ,wo er den Herkules, als Bändiger der Ungeheuergeschildert, habe er gezeigt, wie man Buonaroti'sSchreckliches nachahmen, und zugleich sich wiescheuen müsse, ihn zu erreichen. Noch mehr in-dessen hätten die Carracci seiner Arbeit in derSt. JacobS-Kapekle den verdienten Beyfall gezollt.Eines derselben stellt die Predigt des Johannesin der Wüste vor; das zweyte die Sönderung derAuserwäklten und der Verworfenen, wo derKünstler in dem Antlitz des Himmelsbotcn, derihnen ihr Urtheil verkündigt, das Bildniß seinesangebeteten Angelo schilderte. »Und in diesereinzelnen Tafel" (ruft Lanzi aus), «welche ganzeSchule fürZeichnung und Ausdruck! Welche Kunst,eine solche Menge Figuren zu vertheilen, zu grup-piren und so mannigfach darzustellen." Noch nennt. dieser Schriftsteller von ihm ein Bild bey demMarchese Mancinforti zu Ankona , welches dieAnkunft Trajans in dieser Stadt zum Gegenstandhat, und ein anderes Werk in einem Saale desMarchese Ciccolini zu Macerata , das Verschie-denes aus der Geschichte des Scipio enthält.Dieses letztere besonders sey in einem zartern undgrazioscrn Styl, als sein meistes Uebriges ge-malt; einige kleine, seltene Staffeleygemälde aus-genommen, welche vollends wie Miniaturen aus-gearbeitet, und dennoch reich an Figuren mit vielGeist belebt, kräftig colorirt und mit Perspektivenschöner Architektur staffirt seyn sollen. Diese letztere(die Baukunst) war (heißt es dann wciters) wirk-lich seine Lieblingskunst, und zog ihm eigentlichdas Glück zu, das er in Spanien machte, woer dann aber doch, nach beynahe zwanzig Jahren,inner welcher sein Pinsel ruhete, solche» wiederergriff, nnd von Neuem Werke lieferte, die Er-staunen erregen; so wie er überhaupt für Spanien wurde, was einst Abbate und Primaticcio fürFrankreich war — ein Verbesseret des dortigenKunstgeschmackes, und ein Lehrer würdiger Zög-linge. Und wie schön und sinnig der Lohn, dener, neben Anderm, von Philipp 1 i. erhielt — ihnzum Marchese des nämliche» Valsolda zu machen,wo sein Vater und ein Oheim von ihm, ehe sienach Bologna kamen, noch als arme Handwerkerlebten! Als Architekt insbesouders s. man auchüber ihn, den, freylich in dieser Beziehung, vonAndern ganz verschieden denkenden Milizia (Lci.tci --. II. 67—72.). Dort wird nämlich wohl jenesPavimenks im Dome zu Mailand als eines ge
Pelletier.
schätzten Werkes gedacht; dann seiner (heißt es)halb gothisch- halb griechischen Zeichnung für dieFahade desselben, welche St. Carl Borromänsallen andern vorzog, und hierauf M. Baffi dieAusführung übertrug. Weiter wird ausführlichder Streit dieses letzter» mit Tibaldi über meh-rere, jenes portentose Gebäude betreffende Punktenerzählt, in welchen er, nach dem Urtheil von Pal-ladio, Vignola u. a. durchaus Unrecht bekam, undnamentlich von dem letzter« das Orakel erhielt:Daß man keiner Baute ihre Dauer durch — Eisenund Band verschaffen dürfe. Nun folgt noch eineHerzählung verschiedener anderer, nach seiner Zeich-nung aufgeführten Kirchen und Palläste zu Mailand und Bologna , von welchen aber eben nicht vielRühmliches gesagt wird, und endlich eine weit- undbreitschichtige anonyme Lobrede auf die von ihm er-baute Jesuiter-Kirche und Profeßhaus zu Genua ,welche Milizia dann mit den bedenklichen Wor-ten schließt: „So viele — Superlative rührenvon Genueser-Hand her"! Bey de Fonrenarwird er auch als Bildhauer, und namentlich seineStuceoarbeit gerühmt, welche H. Carracci für seineCamajeu's im Pallaste Farnese zu Modellen ge-dient hatten. Nach ihm gestochen kennt man vör-derst sein Bildniß aus der Galerie zu Florenz ,von C. Gregori; dann die Gemälde im Institutzu Bologna, in Wagner's Verlag zu Venedig ,welche Anton Buratti für das oben angeführteWerk von Zanotti sehr prächtig veranstalten ließ;dann von einzelnen Blättern: Den Schutzengel,von ihm selbst geätzt (wohl bloß im Verlage vonCh. Alberti, wahrscheinlich von 1H75. und nicht,wie es bey winkler «. V. kslle^rini heißt,von i 545 . datirt); von F. Bartolozzi eine Alle-gorie mit dem Bildniß H. Carracci, und: MeinSohn, höre! und sey aufmerksam auf der Weis-heit Lehre, von F. Janivet; den Frieden, welcherden Krieg unter die Füße tritt, von D. Pellegrini ;endlich ein uns unbekanntes Blatt von S. Vouillement. Den Tod der Lucrezia von Cathelin schreibtder Winklersche Katalog irrig unserm pellegrinzu, den er ganz mit Anton verwechselt.
* pellegrini (Peter), genannt Tibaldi.S. den Art. seines Sohns Andreas.
— — — — — — ein neuerer Baumei-ster zu Genua , und (1807.) Mitglied der dortigenLigurischen Gesellschaft der Schönen Künste, er-hielt in 1806 von derselben den Preiß von 8uo. Fr.für den Entwurf eines Spithals für eine großeStadt.
— (Vincenz). Lanzi I §81—82. sagt:Er habe von ihm in der Sakristei) von St. Phi-lipp zu Perugia ein Gemald von ziemlich trocke-nem Styl gesehen, welches eben nicht einen Schü-ler von Baroccio würde vermuthen lassen.
* — — (di St. Daniels), s. Udine.
— — ( ) ein venetianischer Geschichts-
maler, der sich um 1802. schon seit zehn Jahrenzu London befand, und, besonders für die Grazieund Leichtigkeit seines Pinsels, einen großen Rufgenoß. Eine Hochzeit zu Cana in halb lebens-großen Figuren, beschrieben und abgebildet siehtman bey Laudon (blouv. «les Hrts ll. 177.),wo es dgvon heißt: „Die Figuren sind gnt grup-pirt, von guter Farbe; die Köpfe anmuthig undbelebt, und die Anordnung des Ganzen drückt sehrwohl die regsame Freude eines großen Festes ausIn England wurde solches von Schiavonetti sehrschön (wahrscheinlich inpunktirrerManier)gestochen.
pellerin ( ). So nennt Fiorillo (K. S
II. 5 g.), ganz ohne Weiteres, einen Kupferstechervon und zu Gt. Petersburg, unter der Regierungder Kaiserin Catherina II.
pelletier (Jacob Renatus), Claudius Lud-wig Guerdon, Andreas Tarillon und Wilhelm
) Andere, srenlich minder einsichtige Schriftsteller wollen den Werken unsers Tibaldi diese Vereinigung derSchönheit und Grazie mit der Stärke durchaus nicht zngestehn.