Pirsneze.
die Kupfertafeln zu seinem Verlage für das Fran-zösische Museum angekauft worden. *)
piraneze, oder vielmehr richtig piranesi(Joh. Baptist«), geb. zu Rom 1707. und gest.daselbst 1778. oder 79. wo er mit großem Pompin der Marienkirche auf dem Aventinischen Hügelbeygesetzt wurde. (Sonderbar! In 1771. nennt ihnGaiidelllni erst ungefähr 5 ). I. alt). Sein ur-sprüngliches Werk besteht aus 16. Bänden in gr. Fol.„Er war" (heißt es bey Waeeler und l'Evesque)„einer der beßten Architektur- und Ruinenzeich-„er, und von den kräftigsten und geschmackvoll-sten Kupferstechern des XVIII. Jahrh Derselbehat bisher (1792 ) wohl Nachahmer, aber keineNebenbuhler gefunden. Er hat auch verschiedenemalersche Einfälle geatzt, von denen man kaumweißt, was man mehr loben soll: Ob den Geistder in der Composition herrscht, oder denjenigender seine Behandlung belebt". Eine, nach unsermSinn, richtige Beschränkung dieses Lobs enthaltschon das Lex. Auch in der Schrift: Winkel,mann ü. s Jahrh. S. 287 heißt es: »piranesi ,der. als Baumeister, in verschiedenen von ihmaufgeführten Gebäuden nur mittelmäßigen Ge-schmack bewies, war, ohne in der Wissenschaftgroße Entdeckungen gemacht zu haben, ein sehrthätiger Alterkhumsforscher, besonders im Facheder Architektur, und für alles in dasselbe Einschla-gende der treflichste Kupferätzer; Wenige habendie Nadel mit solcher Keckheit zu führen verstan-den. Seine zahlreichen Arbeiten dieser Art trugenzur Verbreitung der Liebe und des Geschmacks fürdie Werke der Alten wesentlich bey. Seine An-sichten alt römischer Gebäude sind am bekannte-sten; aber sein Beßtes ist eine Sammlung antikerVasen und Candelabern **), von welchen er ver-schiedene schöne Stücke selbst besessen. Die übri>gen tragen ff. Titel:
1. /Vreiiitsttui-e äiverne, invsntsls 8ui zuslo äszii sn-ticlii Uomsui (27. Vl.).
I. Anticbitä koinLiie (2>8. Dl.) In vier Vvl. abgetheilt,z. Osii Ls8leiio äs i'^cqus Oiuiis, e äeiis m»r>iei-s,cou csi suticsinsnie ni conceäsvsno s äi8tribuivsno!s segne conäotts (21. BI-).
4. -^nticiiitä ä'/Vbsiio e äi 0s8tsi-6snäoifo (ZZ. Bl.).
5. Lsmp»8 >Isrtiu8 siitiguD urbix p»8t Uomsm conäi-
tsm U8gne sä Imperii Uomsni cs8um (54. Bl.)its>. Ist.
6. /irclii trionksii sntick! , ^mpii e ^nütestri S88>-
8tenti in Uoms sä in sltri psrti ä'ltsüs (Zo. Bl ).
7. Irotei ä'Ottsvisno >znxu8to (10. Bl.) toi. all.g. Lsrceri ä'lnvsnrione (16. Bl.).
q. Os»s dlsgniücenss sä ^rcliitetturs äs komsni.Opera Itsio-Ostiiis (;z. Bl.). Lon r>8po8ls sit8ign. ^t/arrctte.
Alle diese Werke im größten Folio, meist zwi-schen 1750. und 70. erschienen. Bey Rost IV.i jo—§2. findet sich bloß ein Zwanzig seiner vor-züglichsten Blätter angezeigt.
— — (Laura), Joh. Baptist'» Tochter,Stecherin mit der Nadel und dem Grabstichel geb.zu Rom um 1700. zeichnete sich, nicht weniger alsihr Bruder, in der Kunst aus- Fn einer gefäl-ligen Manier von ihr ausgeführt sind z. B- An-sichten des Kapitels, des Friedenstempels, derBrücke Salaro u. s. f.
— — (Peter). S. oben den Art. seinesBruders Franz.
pIringer ( ), ein geschickter, wahrschein-
lich noch lebender Stecher in Aqualintamanier, vor-nehmlich von Landschaften, zu Wien . Don ihmsah man schon um 1802. zwey dergleichen nach C-
Piron. nog
Poussin aus der Galerie Lichtenstein (9. fl.); zweyandere nach Molitor (9. fl,); dann dreyzehn grös-sere und sechs kleinere nach Zeichnungen von Die-trici, aus dem Cabinet Saxen-Teschen, jene ä 12.diese ä 4. fl. 3 o. kr. Deffenrl. Aachr. Danni 8 u 5 . zwey sehr schöne Blätter: Sonnenaufgangund Mondschein, wieder nach Molitor (vielleichtaber mit den schon erwähnten die nämlichen).Zürch . Journ für Lirrerar. u Runst S. 274.Eine Mondnacht nach einer Zeichnung von Veith(12. fl).
Pirker (Mariana), anfänglich eine Sängerinund geschickte Schauspielerin, verließ das Theaterin ihrem Fünfzigsten, und brachte nachher ihre Zeitdamit zu, aus natürlichem ungefärbtem Stroh dieschönsten Blumen jeder Art und Farbe zu verfer,tigen, welches ihr vortreflich gelang. Sie starbzu Eschenau bey Heilbronn 1782. 70 I. alt.Srraßburger-Gelehrten- u. RunstnachrichrenSt. 98.
pirnhauser (Elias). So hieß ein KursSächsischer Hof-Seidensticker und Tapezereyverrwahrer zu Dresden ; er scheint um 1349. gestor,den zu seyn. Leichenpred. Andr. Buger's,des älter»: ( 4 °. Dresden 645.).
piroli (Thomas), Zeichner und Kupferstecher,arbeitete schon um 176». in Florenz , seit Anfangdes laufenden Jahrhunderts aber für den Verlagder Gebrüder Piranesi zu Paris mit großer Aemsig,keit und zugleich sehr geschickt die Blätter zu verschie-denen Werken, welche bereits unter dem Art. Franzpiranesi angeführt sind. Ob er sich jemals selbstzu Paris befunden, ist uns unbekannt. Don ihmsind auch die Blätter nach Flaxmann über Homer ,Aeschilus und Dante, ein Werk über die Villa Borg«hese, n. a. Um 1804. lebte er zuverläßig in Rom ,wo man bey ikm Schwefelpasten alter bronzenerMünzen mit einem Firniß überzogen fand, derihre -Farbe sehr natürlich nachahmt. Noch in 1808.gab er das jüngste Gericht nach Michael Angel»auf 17. Bl. mit einer Beschreibung (Copben nachden i 5 . großen Blättern von C. Metz), welche zuParis bey Bocchini für 24. Fr verkauft wurden,und somit schwerlich ein Meisterstück seyn dürsten;was wir auch daraus schließen, daß solche in1809. zum zweytenmal als eine trefliche — Neu-heit angekündigt wurden. Dagegen heißen seineBlätter Zu piranesi's Vsccolta äi lZa<-sori-lisvi (freylich in den öffentlichen Ankündigun-gen) mit größter Treu und beßlem Fleiß aus-geführt". Und als die Kunstschätze der Villa Borg-hese nach Paris wandern sollten, und selbst dieBasreliefs aus den Mauern ausgebrochen worden,hatte er das Verdienst, dieselben noch in Umrissen zuzeichnen, welche ebenfalls für den Stich bestimmtwaren. Noch führt schon aus ältern Tagen auchFüßli ll. »94. von unserm Künstler ein große-Blatt, die Grablegung Christi, aus der Chiesanuova zu Rom , nach M- A. Merigi an. Auchin 1810. lebte er zuverläßig noch in Rom.
piron (N. I. Nach einem uns sonst unbe-kannten Künstler dieses Namens hat St. Picartdas Bildniß des Kapuziners Vincent gestochen.
— — ( ) So heißt auch ein französischer
Künstler, der im I. 1791. als Maler zu der Ex-pedition gebraucht wurde, der den unglücklichen laPeyrouse aufsuchen sollte. Damals zeichnete erverschiedene Pflanzen nach der Natur, welche nach-Werts (» 8 o 5 .) in Labillardiere's Xovsv Roilsu-äiso plantarum specirnen erschienen sind.
«) Wohl mag vielleicht mehr wie Einem unserer Leser unser in obstehndem Art. enthaltenes Urtheil über dieGebrüder pirmiesi und ihre zahllosen Unternehmungen als allzubarr, wegwerfend und unbillig erichemen. Inmancher Rücksicht wackere Männer mochten sie immerhin sey», und ibrem ungemessene» Aunstesser mehr aiSEin uneigennütziges Opfer gebracht habe». Und in so weit — Friede sey mit der Asche des Dayingenommen!Aber unsere. von keinerlei» Leidenschaft bestochene Stimme über den Werth oder Unwcrth ihrer Werke dürfenwir uns deswegen weder rauben noch dämmen lassen.
a») Dergleichen soll er auch selbst sehr schone verfertigt haben, von denen sich wahrscheinlich die meisten in Eng»land befinden, ll. 4. So z. B. zwey Leuchter im Hofe der Bibliothek Radcliffe 1» Orford. /b. l. isv.