Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1155
JPEG-Download
 

Poussin .

Mus). Welches von beyden diesen Bildern vorAlter St. Bandet schön gestochen hat, ist unsunbekannt. Das letztere wenigstens gab Bouil-liard, wie wir oben vernommen, für's Mus.Napoleon. Ungefähr eben so verhält es sich mitder Verzückung St. Pauls in den dritten Him-mel. Auch von diesem kennt man zweyerley Bil-der: Das eine im franz. Museum, mit drey En,geln, das andere in England, mit zweyen undzwey Engelchen. Und wissen wir abermals nicht,nach welchem Chateau, Mariette, Natalis, Pesne und Thomassin, meist schöne Stiche geliefert ha-ben, da auch das englische Exemplar sich einst inFrankreich (im Besitze des Herzogs von Orkans)befand. So viel ist gewiß, daß diejenigen vonChateau und Pesne verschieden sind. (Das imfranz. Museum findet sich bey Landon (Annal.

), das in England bey G- de Gr Germain).Eine H. Familie von ihm besitzt der Graf vonOrford (b'. ?o>ll^ 8c. U. 8tranAe exc.). —Von weltlichen Gegenständen: Venus und Adonis(jetzt im Cabinec Reynolds), treflich geätzt vonE.Earlom, gestochen von P.Lanjö und schön geschabtvon I. Smith; die Geburt des Bacchus, welcheebenmäßig aus dem Cabinet Orleans kam, jetztim Königl. Englischen Cabinette (Uorel Ogm-t-run so. — 6. Ducket 8c.); ebenfalls ein: ktin ^rcaciis ego; ohne Zweifel dasjenige, wel-ches S. F Ravenet, unter dem Titel: 1 'lie 8Ke-püerclr in ^rcaciia für Boydell's Verlag schön ge-stochen hat. — Sieben uns unbekannte Bilder vonihm besitzt H.Aufrere in Chelsea (Oallavva> II.272.).Eine seiner (oder Gasparo's?) Landschaften, ehe-mals im Cabinet des Grafen G-d'Orford, wurdeg»oc>. Pf. Sterling geschätzt, und befindet sich jetztin der Kaiser!. Galerie zu St. Petersburg . — Inder Galerie zu Wien finden wir von poussineinzig die Apostel Petrus und Johannes, dieden Lahmen an der Thüre des Tempels heilen.<Auch das Nationalmufeum zu Paris besitzt einsolches Bild. S- Land 0 n' s Annal. THI. ).Von einem derselben kennt man Stiche von I.Audran, Cl. Stella (schön), Poquet, und einemUngenannten unter St. Picart's Leitung. — In derGalerie LichrenfteinEine Flucht in Egypten(8t. Uauäet so. — k. Liranvesu so. — (ssn-trel so. Die beyden letztem werde»: R'.he aufder Flucht rubrizirt, wo Maria die Hülfe vonegyptischen Frauen annimmmt. In dem erstem wirdsie (wo wir nicht irren) von Engeln bedient); dasOpfer des Noah 0 . ?re^ so. sehr schön), und:Vier Kinder zanken sich um einen Apfel. — ZuMünchen : Daphne in einen Lorberbaum verwan-delt (6. Huüran sc. — Lkastesu 8c.); Midas bittet den Bacchus, die Gabe, alles in Gold zuverwandeln, zurückzunehmen; eine kleine Copie vonda Vinci's Abendnial (man kann denken, wie kost-bar!); Poustin's Bildniß (ob dieses gestochen «ey,ist uns unbekannt); Landschaft (zwey Männer ruhenam Ufer eines Flusses); eine Anbetung der Hirten(dergleichen haben P. Lombard, Pesne , Picart,alle schön gestochen); und endlich: Eine Grable-gung Christi (dergleichen kennt man von Pesne undeinem Ungenannten in I. Audrans Verlag, beydeschön). Männlich nennt dieses Bild eine bloße,aber ganz vortreflich gedachte Skizze, voll Aus,drucks, und bemerkt, in einer allgemeinen Cha-rakteristik von Poussin , neben Anderm, sehr rich-tig : Seine Composttion sey, ihres Reichthumsungeachtet, ganz einfach, und ohne allen unnützenAufwand. — Zu Schleisbeim eine Pietä, d. h.die heiligen Freunde neben dem Leichnam amGrabe; auch eine solche Darstellung kennt manvon Pesne. — Noch reicher als München istDresden , und besitzt nämlich von unserm Künst-ler: «kein Bildniß; dann ebenfalls zwey Opferdes Noah, nach der Sündfluth; Moses aus demNil errettet; Salomo's Götzendienst; eine Anbetungder Weisen (von derjenigen ;u Paris , so wie vondem dortigen geretteten Moses, haben wir schonvernommen); die Marter von St. Erasmus, einsehr großes rr" breites, und 8^ 6" hohes

Poussin . H§Z

Bild; ein Anderes (dasjenige, welches sich in derSt. Peterskirche zu Rom in Mosaik befindet)hat jetzt das französische Nationalmufeum. Einesderselben haben I. Couvay und I. M. Mitellrgestochen. Von dem zu Paris findet sich der Um-riß bey Land 0 n' s Annal. Thl. ); dann dasReich der Flora (0. ^uürar, 8c. schön — 8t. kUs-sarst sc. — ). IVIo^reau 8c.). Auch das Natio-nalmuseum zu Paris bat einen Triumph der Flora,welches M. Hortemels, Mariette und I. Pesne,letzterer schön, gestochen hat; Syrinx von Panverfolgt (Ü. ?icsrc ne. — ^non. 8c. V. Oreve'zexc.); ein Bacchanal. Auch das Nationalmu«seum zu Paris hat ein solches (koquet 8c. scz.s. vuprsel term. für's X. Heft des Mus. 'Napo-leon ) ; und schon in frühern Tagen haben meh-rere dgl. gestochen, wie z. B. H. Lips schön) undF. Ertinger: Ein Fest des Bacchus (selten); zweyNymphen, und Narciß, der sich im Wasser spie-gelt (von G. Audran kennt man eine Verwand-lung des Narciß, die sich, nach Gaulr de St-Gerinain, ebenfalls in Paris befinden würde);eine schlafende nackte Nymphe, von zwey Män-nern beschaut. — Die Galerie zu Salzrbalum:Diana und Endymion (s. kre^ 8c.), und, alsGegenbild: Eine männliche Statue, vor der zweyFrauenspersonen knieen; ein König nähert sich,in Begleitung einer dritten, die ein Rauchfaß inden Händen tragt; endlich ein Bacchanal. —Düsseldorf einst: Ein unbekanntes männlichesBildniß und ein St. Andreas am Kreuze. — Diepreußische : Rinald und Arnijda (Auch dasfranz. Nationalmusenm besitzt: Rinalds Entfüh,rung durch Armida) Gestochen haben diesen Ge-genstand : Die Gebrüder Audran, G. Chasteauund Ph. Simonneau, der Sohn, und Masse.(Das Bild in Preußen ist vielleicht das, welchessich ehemals im Cabinet de Bois Franc befand);dann die vier Jahrszeiten, nebst Apollo und demLhicrkreise (Apollo, der die vier Jahrszeiten tan-zen läßt, hat I. I. Avril schon gestochen). VierJahrszeiteu har auch das franz. Nationalmufeum.Den Winter (der die Sündfluth zum Cadre hak)haben wir schon oben angeführt. Der Frühlingzsonst auch das irdische Paradies genannt) hatein Ungenannter in I. Audrans Verlage — denSommer mit Boas und Ruth, und den Herbstmit der Traube von Jericho stafflet, beyde, Pesne gestochen; und endlich ein Bacchanal mit zahlrei-chen Figuren, nach einer antiken Vase, welcheM. Oesterreich noch 17-ji). in der Villa Aldobran-dini in Rom sah. — In der Galerie zu poni,mersfelden: Venus salbt den Aneas (Venusdie dem Aeneas die Waffen reicht. - 4 en. 1^. VHI.hat Loir schön gestochen). — Von seinen Hand-zeichnungen finden sich ebenfalls verschiedene imfranz. Nationalmusenm. Der (glückliche) Besitzerder weit mchrern (üi.) derselben aber ist der nochlebende französische Maler Pcyron, Mitglied derehemaligen Akademie. Welchen Werth dieselbenschon in frühern Zeiten hatten, mag zum Beyspieldienen, daß die Originalzeichnung seiner letztenOelung bey der Steigerung von Marietke's Ca-binet für 2<i«><». Livr. verkauft wurde. — Und (nichteinmal nach diesem Ebenmaaße seine Gemälde:Auf der Steigerung Boisset ;. B. ein Pansfcstvon zehn Figuren 5 ^ ii" hoch, und 5 " breitfür Livr. Auf der Steigerung Gagny :

Jupiter von der Ziege Amalthea gesäugt, 5 ^ hocha' 8" breit, für 8,bm>. Livr. Auf der Steige-rung Prinz Conti die sieben Sakramente (Copien»ach denen, welche poussin für den H. von Chan-telou verfertigt hatte, und die nach England ge-kommen) für Zuuu. Livr. ('srr>i8 8iecl.cle !a i'einr.en b'r. p. 2<).). Ebendas. wird auch bemerkt,daß die alten Stiche nach ihm allmähiig einenfast ungeheuern Werth erhalten werden — Donden nach poussin gestochenen Blättern haben wirbisher bloß diejenigen genannt, die nach seinenberühmtesten Bildern, und zwar solchen, derenBesitzer wir größtcntheils kennen, gestochen wor-den. Noch führt der Katalog von Brandes,Hhhhhhl) 2