n^o Primaticcio.
reizlosen Wirkung, als durch irgend ein unge-wöhnliches Verdienst, bemerkenswerth. Die An-ordnung ist bizarr, der Styl manierirt, das Ko-lorit kalt und ohne Leben. Mit alle dem aberkann man nicht läugnen, daß es in einzelnenTheilen, wieB in der festen und kühnen Zeich-nung der Hauptfiguren, und in den grandiosenCharakteren der Köpfe den Meister, und zumaldas Studium von Michel Angelo verräth, densich Primaticcio zum Muster genommen hatte.Freylich in dem Charakter der jungen Spanie-rin ist wenig Grazie" (nach Landons Nach-bildung zu urtheilen, denn doch wirklich geradeder angemeßene Ausdruck). — Von primaric-cic», als Baumeister, nennt auch Milizia (l. c.349) einzig die schon oben bemerkten Entwürfefür das Schloß Meudon , und für das GrabmalFranz I. »Dieses letztere" (heißt es dort) »warein kleines Haus von Marmor. Auf einem mitBasreliefs geziertem Sousbasement umgaben eseine Menge Bogen, und die Figuren des Königsund der Königin unterstützten dasselbe. Der da-malige Geschmack für solche Denkmäler war nochschwach und gemein". — Die beßte uns be-kannte Litteratur dann der nach unserm Künstlergestochenen Blätter giebt der winklersche Gant-katalog: Nämlich von 10. aus der H. Geschich-te; aus der weltlichen und fabelhaften 29. Dannverschiedene Folgen: Götter und Göttinnen.4 Bl. — Die neun Musen, nebst Apollo undPan, 4 Bl. — Chimärische u. a. Figuren (Theileiner größern Folge) 5. Bl. — Die freyen Kün-ste, 7. Bl. — Die neun Musen, nebst Juno,Venus mit Amor und Pallas (Plafondfiguren),12 Bl. — Heilige beyderley Geschlechts (die Ur-bilder standen einst in der Kapelle des Schlos-ses Fleury), , 5 . Bl. — Die Tugenden (die Ur-bilder einst im Schloß Momorany), 12 Bl. —Waffen und Waffenrüstungen, 12 Bl. — DieGeschichte des Ulysses, 58 . Bl.— Summa 168.Bl. Die Meister, zum Theil auch die Verlegerderselben, sind, neben den schon genannten (Lise-bethius und van Thulden); I. Bonasone, L.Daris (dieser vornämlich das Meiste, und—noch besser — das Schönste), A. Famuzzi, D.Ziorentino, G Ghisi Mautuano, Huart, M. Luc-chese, G. Ruggeri, E. Virus und A. Wierx. —Noch nennt Marterte in seiner oben erwähntenBeschreibung: A. Garnier und St. de Laulne. —Dann ein Verzeichniß meines sel. Vaters: P. S.Bartoli, A. Caraglio, A Iantus, M. Küssel, L.Pennis, I. Picinus, A. B- Stell», und dessenSchwester Anloinette. Von diesen Blättern dürf-ten zu den bedeutendste» gehören: Eine Him melfahrt Christi , und eine solche der H. Jung-frau; die Musen auf dem Helikon, und die aufdem Parnaß (alle diese von L- Daris); die Er-oberung von Troja, von I. Bonasone, einHauptblatt des Malers und Stechers; die We-berin, von Ebendemselben; die Kardinaltugenden(zu Fontainebleau ) von Fantuzzi; die freyenKünste, bey A. Wierx verlegt, und die neunMusen mit den drey Göttinnen, von einem Un-genannten ; Vulkans Schmiede , von G. Mantua-no ; Jupiter auf dem Olymp von Göttern um-ringt (Plafond), von Antoinette Stelln. Meh-rere von L. Penni sind bey Hei necke (jJachr.I. 3 ^o.) verzeichnet, u. s f. Eine Geburt Christi,nach ihm, von B. Palißy im Museum derKleinen Augustiner zu Paris auf Glas gemalt,f. abgebildet im Umrisse bey Lands,, (An-na!. XVI. 83 .), wo es von primaticcio, ohn-gefähr wie bey Fiorillo heißt: »Derselbe warzierlich i» seiner Composttion; seine Figuren sindgeschickt und kühn gewandt, aber die Zeichnungist bisweilen unnatürlich, und immer (?) manie-rirt. (Wir haben den Augenblick von den ge-nannten Blättern von Daris vor uns, die diesesimmer manierirt siegreich widerlegen). Daß er
--) Schon in 180Z. wurde von ihm ein ganzes WerkBreite und n" Höhe für n- fl. Snbscriplionspreißnannten Blättern verschieden sey, ist uns unbekannt.
Prince.
selbst einige Scherzi geetzt habe, wird im wmk-lerschen Katalog behauptet, und werden dortnamentlich angeführt: Fünf Kinder, die mit ein-ander Trauben essen; eine mit drey Kindern um-gebene Frauensperson (Caritas), und geflügelteKinder, die sich mit Aepfeln werfen (Eros undAnthcros). Freylich ist keins derselben ausdrück-lich mit so., und das letztre gar nicht mit sei-nem Namen bezeichnet.
primavesi (G. oder P.), Landschaftsmalerund Kupferstecher zu Heidelberg , von dessen 8e-bensumständen uns nicht das Geringste bekanntist. Von ihm sah man 1806. drey geetzte An-sichten der Stadt Heidelberg ; dann sechse vonden Ruinen und den Prospekten des dortigenSchlosses, welche sehr gerühmt wurden, undi8»8. viere vom Murgthal, mit der Beschrei-bung vom Pros. Schneider*), (Querfol. Hei delberg , bey Mohr und Zimmer), welche letztem4. fl. 48. Kr. schwarz, und 9 fl. kolorirt kosteten.Bey Anlaß von diesen heißt es in der Jen. L>Z. 1808. N<>. 94.: »Seine Nadel ist sehr zart;einige Schattenparthieen haben eine lieblicheKlarheit; bewachsene Hügel und Berge des Mit-telgrunds gelangen ihm sehr gut; nicht minderdie heitern Lüfte, wie auch ein gewisser Dunst,der über den Fernungen liegt; diesen selbst aberscheint es hingegen am Charakteristischen zu feh-len. Auch der Baumschlag könnte leichter, lo-ckerer und bedeutender seyn. In Hinsicht aufdie Vertheilung des Lichts und des Schattensist dem Künstler vornehmlich die Anwendunggrößerer und wirksamerer Massen zu empfehlen.Denn sobald er noch diesen Theil der Kunst bes-ser in seiner Gewalt haben wird, können seineBlätter zu den vorzüglichsten gerechnet werden".In 1809. endlich gab er in der RirterschenKunsthandlung zu Dresden ein in öffentlichenNachrichten sehr schön genanntes Blatt: DerKirchhof nach Ruysdsel, welches 7. fl. 12. kr.kostete.
* Primigenius, s. Felix den Freygelasse-nen im Lex. sowohl, als in den gegenwärtigenund den künftigen Zusätzen.
* primo (Ludwig), genannt Genril. Der-selbe war Akademiker von St. Lucaö um i 65 o.In Rom sieht man von ihm neben Andern, inverschiedenen Kirchen einen St. Amon bey St.Marco, und bey den Kapuzinern zu Pcsaro eineGeburt und einen Gl. Stephan von äußerst fei-nem Pinsel und schönem Relief. Laus- 1 . 5 o 6 .s. v. ÜLttti/e. C. Bloemaert hat nach ihm einenPhoebus im Wagen, und das Bildnjß von Cae-sar Cajetanus gestochen.
* prina (Peter Franz), lebte noch ,718.Grlandi rühmt ihn vornehmlich für weitschichli-ge Verzierungöwcrke in Fresco. I-ansi II. 474.
prince (Enguerand oder Angrand le), derälteste bekannte Glasmaler zu Beauvais , wo erVieles für die Kirchen und Klöster arbeitete, undsich dabey der Cartons von Raphael, JuliusPipi, vornehmlich aber Albert Dürers bediente.Man bewundert in seinen Gemälden die Lebhaf-tigkeit der Farben, die Richtigkeit der Zeichnungund die Schönheit der Figuren. Er st. i 55 o.ie /^ieri I. C- 12.
* — — (Johann Baptist le), geb. zu Paris 1733. war Schüler von Boucher und Vien. In, 755 . kehrte er aus Rußland , nach dortigem sie-benjährigen Aufenthalt, gen Paris zurück- EineDarstellung der russischen Taufe verschaffte ihmeine Stelle bey der Akademie. Zu dem -vorzüg-lichsten, was er auf de» Salon des erwähntenJahres gab, gehörten, nebst Obigem: Verschie-dene Ansichten von St. Petersburg ; eine Ruffi-
über das Heidelberger-Schloß in rr. Blättern von -5"(spätherhin 22. fl.) angekündigt. Ob solches von vorge-