Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1182
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n8« Puild.

Ausführung und angenehmen Colorits wegen,sehr gesucht wurden. Mit F. Zucchero hatte ereinige Verdrießlichkeiten, die Kunst betreffend,was ihn dann vermochte, der Akademie nichtmehr beyzuwohnen. Gestochen nach ihm hat B.Thibout ein Krucifix mit der H. Jungfrau, St.Johann und Maria Magdalena .

pund (Franz), eines armen Müllers Sohn,geb. zu Schleiß, nahe bey Marienberg in Tyrol.Er verlor seine Eltern frühe. Seine ersten Lehr-jahre bracht' er bey Hieronymus Podevi zu Schlau-bers in Tyrol zu. Sein zweyter Lehrer war Ja-kob Zeiler. Bey seiner angeborenen Schüchtern-heit machte er anfänglich sehr langsame Fortschrittein der Kunst; nachdem er aber einmal, mit Bey-hülfe menschenfreundlicher Mitschüler, wie z. B-Kranewitters u. a. jenen Naturfehler zu besiegengewußt, nahm er in kurzer Zeit so sehr zu, daßsein Lehrer sagte, er hätte nie einen Jüngling vonseinem Alter mit fertigem Talenten, und zumaleiner solchen Erfindungskraft kennen gelernt MitCopiren gab er sich wenig ab, außer nach Rundemoder Gyps; am meisten studirte er nach der Na-tur, und selbst mitten in seinen Vergnügungen,wenn er gleich weder Pinsel noch Reisfedec zurHand hatte, indem er die Wirkungen von Lichtund Schatten scharfsichtig beobachtete. In seinenErfindungen war das Merkwürdigste ein vortref-lichcr Ausdruck, nebst einer festen Zeichnung derHände und Füße, und dann eben das wohlge-wählte Clair-obscur. Ob er gleich noch wenig inOel gemalt, hatte dennoch sein Eolorit viel Wahr-heit und Stärke, doch meist nicht genug Saft undReinlichkeit; was er wohl noch verbessert hätte,wenn er nicht, nach einem kurzen Aufenthalt inWien , allzufrühe, 1784. oder 85 . (kaum 24. I.alt) gestorben wäre. In seinem Nekrolog vonder Hand eines seiner Freunde (Meusel's h).Misc. I. 677.0.) woraus obige Nachrichten ge-zogen sind, heißt es dann noch von pund, demMenschen:Seine Gesichtsbildung war sonder-bar ; Stirn' und Augen hatten etwas ganz Eige-nes, das man vielleicht an keinem andern sieht.Dabey war er aber liebenswürdig, frohmüthig,eingezogen und gottsfürchkig. Ich fand ihnöfters auf den Knieen in einem verborgenen Win-kel betend, so aufgeräumt er sonst bey andernschien. Doch überfiel ihn bisweilen eine Nieder-geschlagenheit und Melancholie, welche entwedervom Mangel des Auskoniniens oder von der Wir-kung der auszehrenden Krankheit herrührenmochte, die ihm den Tod brachte. Er flohgefährliche Gesellschaften, besonders Frauensper-sonen, wie ich dieses auch von einem Maler, derihn in Wien gekannt, erfahren habe. Dafür warer ein besonderer Liebhaber des Singens, und sangden tiefsten Baß und den reinsten Tenor zierlichund leicht. Jedermann hörte ihn gern; er ließsich aber selten bereden. Man mußte seine Launeabwarten, bis es ihm gefiel. Von seiner Arbeitbesitze ich sein eigenes lebensgroßes Bildniß inOel, wie auch ein Bild vom H. Franz, der seinund mein Namenspatron war. Letzteres beson-ders ist gar nicht die Hand eines Lernjüngers,ondern verräth gänzlich die Erfindung und denGeistesausdruck des größten Meisters. Auch seinBildniß ist mit so sprechender Wahrheit und voll-kommener Aehnlichkeit gemalt, daß man wenigeseinesgleichen finden dürste; nur hak er seiner be-sondern Stirn' ein wenig zu schmeicheln gesucht,oder etwas weggelassen", u s. f.

* Punk (Johann). Basan (L6. seo.) setztseine Geburt irrig um 170». an. Seine gemaltenBasreliefs waren im Geschmacke von Jak. de Wit.Zu seinen vornehmsten gestochenen Arbeiten gehö-ren: Die schon im Lex. genannten Z6. Blätter, vonJacob de Witt nach den berühmten Plafonds vonRubens in der Jesuitenkirche zu Antwerpen ge-zeichnet; dann die 07 ersten Fabeln von la Fon-taine, nach der Zeichnung von Oudry (1768.).Wieder andere (Z 4 -) Blatter zu den Lustspielen

P u s ch e n h 0 f e r.

von Mokiere (174«-)- Ferner allerley Gattungs-stücke nach C. Troost; wie: Lorps 6 aräe Ü 68Olstclera hlollanäois (dieß gemeinschaftlich mitP. Tanjö) ; Oeclaratlon ä'/zmour äs stönö aKarotte, siroposition lle Naria^e aux parents6 e 8 arotte, nach G. van der Myn: Le LockeranAlois. Ueberhaupt mogte er ein lustiger Kautzseyn. Sich selbst stellte er (1770.) im carrikaturir-ten Charakter eines Achilles in (wahrscheinlichdamals neuester holländischen) Gallakleidung vor.Rost VI. 018-19. u. Mrc. Ein Bildniß desMalers I. de Rore, nach diesem, von ihm gesto-chen, tragt bey Brandes das irrige Datum 1706.für 17Z6. Noch führt der wmklersche Katalogvon ihm Ansichten der Kirchen St. Laurent zuRotterdam , nach Zeichnungen von P. van Lien-der und C- Pronk an. Auch hatte er für die Ga-lerie-Werke von Dresden und Sanssoucy (fürletztere eine Danae nach Titian ) gearbeitet.

Dun kellt (Dominik). So heißt im Sächs.Rur. <sab. 1747- S. 12. ein zu Dresden 1746.verstorbener Gypsarbeiter.

puprler (Anton). So nennt ^iorMo IV.86. einen flammändischen Maler, der in Spanien für Philipp II. arbeitete, dessen Werke aber wahr-scheinlich bey dem großen Brand im Pallast delPardo zu Grunde gingen.

* Pupp ins od. Pupini (Blasius), auchMeister Biagio genannt, blühete schon um i 53 o.vasari spricht mit eigentlichem Tadel von ihm,so nämlich: Daß er mehr für Geld als für Ruhmgearbeitet habe. Dieß geschah meist in Gesell-schaft von B. Ramenghi (wie z. B- in seiner Dis-puts zu Bologna ), mit H. von Trevigo u. a. undschadete dann denselben eben mit seiner Eile. In-dessen meint Lanzi II. 2. 41- daß ihm Oasari,vielleicht aus Handwerkseifersucht, zum Theil Un-recht gethan, und er nicht so sehr zu verachtensey. Da nämlich, wo er mit etwas Anstrengunggearbeitet, bemerke man in seinem Styl den Cha-rakter von Francia, hinlänglich vergrößeit, mitschönem Relief, und überhaupt im Geschmackeder bessern Zeit; wie z. B. in seiner Geburt imInstitute zu Bologna .

Puppke ( ), Stadtbaumeister zu Posen

in Polen . Von ihm wurde das Schauspielhausdaselbst nach dem Muster des alten Schauspiel-hauses zu Berlin , aus welchem auch die Dekora-tionen hiehcr gebracht wurden, in 1802. aufgebaut.Er lebte noch 1808.

* purcell (Richard), nicht Robert, wiees im Lex. heißt, geb. in England um 17Z6. Donihm kennt man mehrere Bildnisse: Die drey Kin-der von Carl I. nach Vandyck; eine Dame imSommerhut, nach van der Myn; John Wittes,nach P. Pine; Lord Bute (176Z.), nach Ramsay;nach Reynolds John Manners, Marquis vonGranby; nach Jos. Vernet Copien von Daullö's:La drecque sortant äu Hain, und lo 1'urc qu!re^aräe pöckvr.

pusch (Jacob). So heißt in der Annaberg .Chronik I. 19a. ein Zimmermeister, der 1612. ander dortigen St. Annenkirche baute.

puschel ( ), ein Kupferstecher, von dem

man Bildnisse, wie z. B- des Königs FriedrichWilhelms von Preußen und deS Theologen Aug.Hermann Franke's, beyde ohne Namen des Ma-lers kennt. Daß derselbe etwa mit einem der obenangeführten pueschel oder Püschel Eine Personsey, scheint uns nicht unwahrscheinlich zu seyn.

* puschner (Joh. Georg). Von ihm kenntman das Bildniß des Arztes I. P. Wurfbainund einen krystallenen Spiegel (?), letztem mit1720. datirt, beyde ohne Namen des Malers.

puschenhofer (Peter), ein Münzmeister,den die Aedrissin von Thoren in ihre Dienste ge