Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
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Ray m ondi.

biblischen und heiligen Geschichte: Adam und Eväessen von der verbotenen Frucht David hältdas Haupt Goliaths in die Höhe, von besondererEleganz und Richtigkeit der Zeichnung der un-schuldigen Kinder Mord (diese beyden nach Ra-phael, selten*)) eine H. Familie, wo der kleineStt Johann auf einem Postament eine Pfeife halt,nach einem Ungenannten (sehr selten) das Lebender H. Jungfrau in 17. Bl., durch ihre kräftigeAusführung eben so schön als äußerst seltendas Leben und Leiden Jesu in 56 . Bl. ebenso schön(beyde diese Folgen nach Dürer mit starken Taillendem Holzschnitte nachgeahmt). Don der letztemfindet man Kopien, mittelmäßig, aber sehr zartgestochen, welche von Merz: seyn sollen Chri-stus halt das Abendmal (oder das Blatt mir bestFüßen, weil die Füße aller Personen unter demTische zu sehen sind **)) eine Pieta (unter demNamen Maria mir dem bloßen Arme bekannt) Christus in der Glorie, zwischen Maria undJohann, unten St. Paul und St. Catherina (oderdie Fünf Heiligen) der Tod des Ananias -aus den Tapeten (von Marc Anton und AugustDenetiano, unter Aufsicht Raphaels gemeinschaft-lich gestochen) Simon der Zauberer, von St.Paul mit Blindheit geschlagen, ein kleines Blatt,das aber wegen derbe sondern Wahrheit der Cha-raktere in den Köpfen, und wegen der sehr flcis-sigen Behandlung vorzügliche Aufmerksamkeit ver-dient (dasselbe, was spätherhin Dorigny für dieTapeten gestochen) Paulus predigt zu Athen , fürdie Tapeten (Abdrücke vor den beyden Figurenauf der Ballüstrade des Marstcmpels äußerst sel-ten): Alle diese nach Raphael die schon obengenannte Marter von St. Lorenz (la 6ruticola<li I>orer>2o genannt), mit vieler Sorgfalt, inseiner beßten Manier, nach B. Bandinelli St.Georg mit der Königin Lydia, das einzige Blatt,welches mit dem wirklichen Namen: * sil ar. * Knt.bezeichnet ist, und wovon man üuch ihn für denErfinder hält St. Gregor liest die Messe, nachA. Dürer . Von weltlicher Geschichte: Alexanderverschließt die Bücher des Homer in den Kastendes Darius, oder vielleicht eher: Die Sibyllenrbücher werden in das Grab des Numa gelegt, undTod der Lncrezia (beyde nach Raphael), letzteresdas erste Blatt, welches M A. nach ihm gestorchen. Von Mythologischem: Das Urtheil des Pa­ ris (welches le Bruri, in Absicht auf Eleganz undRichtigkeit der Zeichnung, für den beßten unterallen damals bekannten Stichen hielt) Galatheaim Triumphwagen, ein Capitalblatt (die schönen

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Abdrücke sind ohne Schrift, die schlechtesten mit:van Kel8t, und: cle UosLi bezeichnet Apollostützt sich auf den Hyacinth (ihvh. sst. 19. wassomit M Anrons Geburtsjahr bezeichnet) derParnaß, von dem im Vatikan verschieden Bac-chus aus dem Fasse, ein schönes Blatt (alle vierewieder nach Raphael ) die Liebeshanvel der Göt-ter , so. Bl. nach Jul. Romano, von äußerster Sel-tenheit (Marictte besaß sie). Ferner von RaphaelsErfindung: Erster Entwurf zur Schule von Athen,aus dem Vatikan , ein Blatt, welches Einige fürRaphaels eigene Arbeit halten (äußerst selten)die Pest (il silorbsttc»), in guten Abdrücken, wiedie Kaiser!. Bibliothek zu Wien besitzt, äußerstselten die Kletterer, aus den Cartons der Pi-sanischen Kriege von M. Angelo die Zaubereyoder das Gerippe (le 8tre§c>22c>), nach Ebendems.oder nach Raphael das allerliebste kleine Blattdes Tanzes von neun Kindern. Die wenigen übri-gen uns bekannten Meister, nach welchen Marc An-ton , neben den schon genannten, gestochen hat, sindTh. Ghigi, Mantegna und F. Raibolini. Glücklich,wer sich im Besitze auch nur einiger dieser Blätter be-findet, die so unglaublich viel mehr werth sind,und uns einen unendlich reinern Begriff zumal vonRaphaels großem Geiste.geben, als Alles, wassonst in frühern oder sparhern Tagen nach ihmgestochen worden; wenn wir: Die Verklärung vonDorigny ; die beyden H. Familien von Poilly undEdelink; die Madonna della Sedia von Morghen,und eine ältere von van Schuppen (ohne den klei-nen Johannes); Madonna, die Gärtnerin von Des-noyers, nebst St. Johann nebst sehr wenig An-dern» (darunter gewiß nicht die großen Blatter vonVolpato) ausnehmcn wollen. In einer unserer No-titzen liest man bemerkenswerth:R. Blätter, sowie überhaupt die aller italienischen Meister, beziehtder Käufer besser aus Amsterdam , wo mehr dasVerdienst der Gattung, als das des Ausdrucks ge-schätzt zu werden scheint, als aus Paris , wo siein einem ungleich höhern Preise stehen".

Raymonds ( ). S. auch tQuiror in

den künftigen Zusätzen.

Raynaldi, s. Rainalds.

Raynon ( )- So heißt bey Gaulr de

iAr Gerinain, ohne Weiteres, ein französischerKunstliebhaber des XVI. Jahrhunderts.

* Ray 0 1 ( ). Nach diesem Bildhauer findet

sich eine Therme(Plato , der das Bildniß von Sokra-kcs hält) in der Sammlung von Thoinassl'n N". 17Z.

hüllt sitzt er auf der Schwelle des Emaangs eines Hauses, in einer sehr bequemen, aber edeln Stellung. DasGesicht ist ohne Bart, und die hinter ihm liegenden Werkzeuge lasten vermuthen, daß er sich, als von einerFreskomalerei» ausruhend, habe vorstellen wollen. Man kann sich keine simplere und dabey edlere Stellung,keinen natürlichern und doch eleganten» Wurf des Gewandes, und überhaupt keine anmuthiacre und wohlge-wandrere männliche Figur vorstellen, als dieses anziehende liebe kleine Bild ist. Marc Anton hat es mitviel Fleiß und Geschmack gestochen, und es ist eins seiner seltensten Blätter.

" Letzteres eines der berühmtesten Blätter von M. Anton, mit besonderer Leichtigkeit und Feinheit bearbeitet.«Man war" (heißt es bey Füßli I. m-i-.) «bisher der Meinung, daß Marc Anton diese Vorstellungzweymal gestochen habe, weil wirklich zwey, in Rücksicht auf die Behandlungsart sich sebr ähnliche Blätter da-von vorhanden sind, in deren einem am linken Ecke der »Platte ein kleines Fichtenstäudchen erscheint, welchesin dem andern nicht zu finden ist. Don pletro Kam hat indessen in einer neuen Abhandlung über Kupferstichegezeigt, daß eigentlich nur das erste dieser zwey Blätter von Marc Antonio gestochen, das andere aber eineKopie von einem seiner beßten Schüler sey; und Kunstkenner werden dieses auch bey genauer Betrachtung bev-der Blätter sehr wahrscheinlich finden; indem das erstere weit richtiger in der Zeichnung und leichter in derBehandlungsart ist. Benden diese» Blättern hat jedoch die Liebhäberey zum Sonderbaren und Seltenen in derKunst einen vcrhältnißmäßig sehr übertriebenen Werth beygelegt, indem das eine und das andere mehrmalenschon uni hundert und mehr Gulden verkauft worden ist, da dost» sowohl die Erfindung als die Anordnung desGanzen, ja selbst der Ausdruck der meisten Handelnden (einzelnen Schönheiten unbeschadet) merklich, weit vonRaphaels andern erhabenen und richtigen Ideen entfernt ist. Sein für das Erhabene und für die Grazievorzüglich empfänglicher Geist scheint durch das Schreckliche und Wilde, das bey einem vorsetzlichen und allge-meine» Kindcrmvrd gedacht werden kann, ganz niedergedrückt gewesen zu seyn".

26) Eines der vorzüglichen und selrenste» Blätter von M. Anton. «Man kann" (heißt es bei» Füstli I. io8.bis 109.) «in demselben zwar bemerken, daß die Behandlung des Grabstichels dem Kupferstecher noch sehrschwer gefallen seyn muß, weil alle Linien und Schraffierungen das Mühsame und Widerstrebende in ihrenZügen anzeigen. Desto mehr aber ist zu bewundern, daß, ungeachtet dieser großen Schwierigkeit, MarcAnton gleichwohl nicht die Umrisse aller Formen überhaupt, sondern auch das Cl'arakccristische der ausdrucks-vollen Kövke, in einem so kleinen Formate, mit einer Genauigkeit, Richtigkeit und Wahrheit gelietert hat, daßin dieser Rücksicht nichts zu wünschen übrig bleibt. Sogar die unter dem Tische im Schatten liegenden, i» man-m'gfaltiaen Lagen und »Wendungen befindlichen Füße der sitzenden »Personen sind mit so viel »Wahrheit und Ge-nauigkeit vollendet, und in so ungezwungenem und einleuchtend natürlichem Verhältnisse mit der Bewegungjeder Figur über dem Tische, daß man leicht bemerke» kann, Raphael habe anfänglich alle Figuren gauz ausge-zeichnet, ehe er durch Hinzusetzung des Tisches und des von solchem herabhangenden Tuches einen Theil dersitzenden Körper bedeckt hat"c

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