Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1217
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R e b o u l.

Reboul (Mar. Theresia), Gattin des Malersund Senators Vien, geb. zu Paris nicht um 1720.wie Rost VIII. 14z. sagt, sondern 1726. und dortgestorben 18116. Dieselbe war seit 1757. (a. k.53 .) Mitglied der ehemaligen Malerakademie. Diemeisten ihrer Werke, die sehr geschätzt find, be-finden steh in dem Kabinette des Russischen Kai-sers. Sie war besonders stark in Blumen, Früch-ten und Vögeln. Im Salon von 176Z. sahman von ihr, neben Anderm, einen Stoßvogel,der ein armes Vögelchen packt. Von ihr geetztdann kennt man eine Folge von iZ. Vasen, theilsvon eigener, theils von ihres Mannes Erfindung;ferner verschiedene Fische und Muscheln. Irgend-wo finden wir auch von ihr angezeigt: Caravans6u Sultan , sllant ä Mecczue ( 5 o. Bl.). Rost l. b.cks sUmai« p. 297. VI/Lr.

( ) ein solches > Kupferstecher zu

Paris - wird irgendwo als Lehrer eines unten fol-genden Malers, Rochard's genannt, um 1808.angeführt.

Reccard (Gotthilf Christian), geb. zu Wer-nigerode 173h. war anfangs Prediger zu Berlin und kam sodann 1766. nach Königsberg in Preus-sen, wo er 1798. als Konsiflorialrath und Pro-fessor der Theologie starb. Zu seinem Lehrbuchezum Gebrauch in Schulen, welches 1765. zu Ber­ lin erschien und mehrere Auflagen erlebte, hat erdie Kupfer selbst gezeichnet.

Reccht (Ioh. Baptista), Maler von Como ,vornehmlich ein guter Freskante, arbeitete mit sei-nem Bruder, dem Ioh. Paul des Lex. in St.Giovanni u. a. Kirchen ihrer Vaterstadt. Dannzeichnete er sich auch answerts aus, wie z. B.in St. Carlo zu Turin , wo man ihn neben sei-nem Meister sieht. Er hatte einen gründlichenund starken Styl und eine kräftige Farbe In Ver-kürzungen wich er wenigen seiner Zeitgenossen. Donihm nennt Pasta in seinem Guida di Bergamo eine St. Grata, die zum Himmel steigt, ein wun-derliches Bild (mirsbllante clilerra). In derVenerie zu Turin arbeitete er zugleich mit seinemBruder und Anron Reccht, welchen Lanzi sei-nen , das Lch. hingegen Ioh. Baptista's (mansollte denken, beyder) Neffe nennt. Sie blühetenum i 65 o. LanLr II. 46869.

* Recco (Joseph). Eines der schönsten Bil-der von ihm sah' Lanzi im Hause der GrafenSimonen! d'Osinio. Sein schönes Kolorit hatteer in der Lombardie gelernt. I. 6ZZ.

(Peter), Bildnißmaler von Amsterdam ,um i8ic>. in Basel wohnhaft. Auf dem Kunstsa-lon desselben Jahrs zu Bern sah' man von ihmein Bildniß des H. Lucas Fischers von Basel ,und ein Mädchen, das einen Fensterladen öffnet,mit einem Knaben, der zum Fenster hinaus nachTrauben langt (dies 21" hoch und 17fr" breit-,beyde in Oel . Mit dem letztem gewann er einenPreiß von 10. Dukaten. Oeffenrliche Vlachr.

Rechberger (Friedrich), Kupferstecher, derin i 8 o 5 . zu Wien , seinem Geburtsorte, als Auf-seher der Kunstsammlungen des Grafen Frieslebte. Er bildete sich nebst Molitor u. a. bey Fried-rich Brand, und hat, wie es heißt, mehrere grössere Blätter in einer kräftigen und kecken Manierbearbeitet. Berruchs Reise nach Wien II.87. In der Sammlung von Handzeichnungen desPros. A- (6. Meißner (Leipz. 1811. S. 5 . N°. 5 >.)befand sich von ihm eine gebirgigte Landschaft miteinem weidenden Hirten in der Abendsonne, inSepia mit Gelb gchöht, in qn. Real-Fol. ausgeführt. Dann finden wir, daß das Wiener - Kunst-Und Jndustriecomptoir (180/,.) von ihm verlegthatte, eine: Suite geschmackvoll radnter Land-schaften nach eigener Erfindung, 4 Bl. (wird fort-gesetzt) 2. fl. L-j. kr. i. Th. 8. Gr. geb. Andere sei-ner Arbeiten erschienen bey Frauenholz zu Nürnberg .

stauch unten Rehberg und Rehberger,

Redöe.

Rechenbergs von), ein sachMcher Edel-mann. Im Kupfcrstichkabinette zu Dresden be-finden sich Trurins Qiscourz lii8tc>ri9ue8 surIr Liblo 2. st'om. in kal. mit Kupfern von Pi,cart und Houbracken, die er mit hohen (?) Farbensauber illumjnirt hat. Hasche Dresd . II. 255 .

Reck (B.). Don einem solchen uns sonst un-bekannten Kupferstecher findet sich ein Bildnißdes Rechtsgelehrten Ioh. Ernesti, ohne andernNamen, als den seintgen.

* Recknagel od. Becknagel ( ) hieß

David. Mit dem zweyten Namen benennt ihnHeinecke. Von ihm kennt man, ohne Anzeigeeines Malers, das Bildniß des Arztes Val . Flvckh.

* Reclam (Friedrich), nicht Franz, wieihn Basan (L6. gee.) nennt, eines ursprünglichenglischen Juweliers Sohn. Bey Pesire lernteer das Oelmalen. In seinem Achtzehnten reisteer nach Paris mit Empfehlungen an den Hofju,weiter M. l'Empereux, einen Verehrer der Künste,der selbst artig in Kupfer zu etzen wußte. Be,sonders aber war der Zutritt, den er zu dessenGemäldesammlung hatte, für ihn von großemNutzen. Alsdann besuchte er die Schule vonPierre. Nach seiner Rückkehr aus Italien fienger auch selbst an, mit Erfolg zu etzen; aber derTod unterbrach seine Arbeiten viel zu frühe 1774.Nach ihm haben Banse, Berger und Chodwiccki,meist Bildnisse, letzterer des Künstlers eigenessehr schön gestochen Hinwieder kennt man vonihm selbst geetzt, nach eigener Erfindung: Achtgebirgigte Landschaften aus Italien ; zwey andere,Gegenden um Paris ; eine Gegend um Rom , mitWasserfallen (Tivoli); eine andere artige) umBerlin ; einen Morgen und Abend nach Mouche-ron und Dubais . Dann mehrere Bildnisse vonPersonen am Preußischen Hofe, da er nämlichbesonders für die Prinzen Heinrich und Ferdi-nand Mannigfaltiges arbeitete. Rost II- 2«56.Meusel I. Etwas strenge, und vielleicht sehrübereilt, schrieb Winkelmann ci75L.) an seine»Freund Berendis über unsern Künstler, währenddessen Aufenthalt zu Rom : »Einen einzigen Lands-mann habe ich hier, einen jungen Maler aus Ber­ lin . Reclam; sein Vater ist, glaube ich, Hofju-welier gewesen, weil er aber einige Jahre inParis lebte, so (?) ist er verdorben, und wir sehenuns daher selten. Er wurde an mich von Paris aus empfohlen, und ich habe ihm sogar freyesQuartier angeboten."

Recuriro (Vultario). Ein Gantkatalogführt von einem solchen an: »11. Blätter Römischer» Könige: Romulus, Numa, Anc. Marcius, Tarq.Priscus, Servius LulliuS , nebst ihren Gemah-»linnen, unter dem Titel: rotnsnorum

unaoum guorunclam uxorum (V) su-,, toro" in 40.

Redde od. Rede, lat. Redaeus (Wil-helm), Bischof von Chichester in England, inder Mitte des XV>. Jahrhunderts, der beßke Ma-thematiker seiner Zeit, und zugleich Civil- undKtiegsbaumeister, baute das Kastell Amberley undden Düchcrsaal des Kollegiums zu Merton in go-thischem Styl. M/rrira b)cl. terx. I. i 53L/e 8>t. OonLtnut: l^onclres et les ^n^loin. Derverworrene Dallaway (I. 7677.) nennt ihn:Schüler von Merton (?), Bischof von Chichester ,und den vorzüglichste» Baumeister seiner Zeit.Dann aber setzt er, zuverläßig richtiger als Mi-lizia, sein Daseyn ins XI V. Jahrh, und nament-lich seinen Tod in i 385 an Dann zahlt er un-ter seine Bauten auch das Hauptporkal des Ko'-legiums zu Merton, und glaubt, aus dem Stylzu schließen, daß die dortige Kapelle nicht min-der nach seiner Zeichnung aufgeführt wurde. Dasoben erwähnte Kastell Amberley in der Grafschaft Sussex heißt hier sein Kastell; und auch hier sollbesonders das große Portal von seinen Talentenin der Kriegsbaukunst^?) zeugen.

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