Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1218
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l2l8 Reddeslob.

Reddeslob (Ulrich August), Münz- undMcdaillcngraveur zu Wien , wo er um 1780. dieAufsicht über nenn Stempelschncider der Kaiser!.Münzen halte, Viicolai's Weisen IV. 5 i 8 .

Redecker (Christian Ludolph), s. oben Vkeu-bourg.

Redel (Zacharias), ein Goldschmied zu Hallein Sachsen, geb. 1699. und gest. rsi 36 . Drey-haupr's Saalkreis , II. Th. Beyl. S. 122.

Redelmayer (Joseph), geb. zu Prag 1727.kam in 17/,4. zu dem Königl. Böhmischen Hofma-ler, Franz Müller, in die Lehre, verließ ihn aberund übte sich im Prager -Theater. Don da gienger zu F. L. Palko und malte zu dessen historischenArbeiten in Oil und Frcsco die Architektur, Blu-men u. a. Beywerke, nahm dann aber auch inFiguren den Styl desselben an und gehörte zudessen geschicktesten Schülern. Hierauf arbeiteteer, nebst Palko, in Dresden und Berlin , unterDibicna, und machte sich desselben großen (?) Ge-schmack in der Architektur eigen, Wenn er übri,gens seinen eigentlichen Lehrer Palko in der Groß-heir der Zusammensetzung, im Helldunkel und inkräftigem Ausdrucke nicht erreichte, so zeugen dochseine Altarblätter von einem — sanften Kolorit;und in seinen erstgenannten Hauptsachen konnteman ihn unter die beßten deutschen Künstler sei-ner Zeit zahlen. Nur Schade, daß er selten Ge-legenheit hatte, in großen Werken sein Talent zuäußern. Aus Liebe zu zwey Schwestern, die erernährte (auch ein schönes Lob!) blieb er unver-heurathet. Da er meist für Klöster arbeitete, sowurde er bey der Reform Josephs II. wie so vieleAndere, außer Thätigkeit gesetzt, und starb in sei-ner Vaterstadt 1788. an der Auszehrung im Kran-kenhause der Barmherzigen Bruder. Dort, nebenAnderm, sieht man von ihm drey Alkarblätter,und ebendaselbst in der Hospitalkirche U. L. F. zuEt. Borromäus eine Kupole. Mensel I. undEbendess. Museum IV. 107—8.

Redelykheid (Cornel), vermuthlich einholländischer Ingenieur. Derselbe hat über denFcstungsbau geschrieben: Verksnllelili§ over lleÄletsclarii in Vestin^werkeu (kotterä. 1766.8°.)mit i 5 . Kupfertafeln. Ob indessen nach seinereigenen Zeichnung, oder gar von ihm selbst gesto-chen, ist uns unbekannt. Scheibe!'s marhe-mar. BücherkenntnE Th. I- S. 624.

Reder, s. unten Boeder.

* Redi (Thomas), der Maler. MehrereBriefe in den kerkere pittoricbe sprechen vonihm, als von einem braven Komponisten, und rüh-men die Zeichnung, die Farbe und das Leben sei-ner Werke. Auch reiste er öfters auf freye Faust,einzig um nach alten Meistern zu studiren. Nochsieht man einige dergleichen Kopien und Anderesvon seiner eigenen Erfindung bey den Seinigen.Lcmri I. 227. Nach ihm hat Th Krüger (auchVerkruys genannt) das Leben etlicher Heiligen;dann ein Bildniß von M. A. Tilli (als Titelku-pfer zn dessen: katalogus klantiirum Hort! ?I-«sni kloreot. 1723. kol.) gestochen.

Redinger (David), geschickter Formschnei-der, aber schlechter Kupferetzer, in Zürich , um^7Zo. Man hat von ihm einige Bildnisse beyderGattungen, wie z. B. in Hol; dasjenige des An-tistes H. Bullingers; geetzt eines des Baselers-Professors der Theologie, I. C. Jselin (1787.), u. a.meist dunkeler Männer,

Redolfi (P.). Ein uns sonst ganz unbe-kannter Kupferstecher, von welchem in Möb-sen's Aerzrebildn. S. i 49 > ohne andern Na-men , als den seinigen, das Bildniß des ArztesI. H. Zannichelli angeführt wird.

RedondiUo (Don Jsidor), ein spanischerMaler des XVII- Jahrhunderts. Bey FiorilloIV. 3 i 3 . erhalt derselbe, leider! das kurze Zeug-

R e d 0 u t 6.

niß, daß seine Werke nichts enthalten, was einengroßen Künstler ehren würde, wenn er gleich um1686. von Carl II. zum Hofmaler ernannt wurde.

Red 0 ure (die Gebrüder), oder auch der ältereund jüngere genannt, aus Flandern , lernten bisMalerey bey ihrem Vater, und beschäftigten sichnun seil mehreren Jahren, die neuen Pflanzen,womit der botanische Garten zu Paris täglich be-reichert wird, zu schildern. Der altere, p. I.Redourö, war ein Freund des großen Botanikersl'Heritier, für den er eine Menge Zeichnungen zudessen Prachtwerken verfertigt har. Um 1790. un-ternahm er mit demselben eine Reise nach Eng-land, wo er sich mit der Kunst beschäftigte, kolo-riere Blätter mit nur Einer Platte (statt, daß mauehemals deren drey bis viere brauchte) abzudrucken.Wirklich lernte er alles Technische hievon vollkom-men, undgab den ersten Beweis (1799.) durch seinkostbares Werk: Des ?Iauce8 ßrasjies mit demTexte von Decandolle, welche bereite an Schön-heit jene Versuche übertreffen, die einige Zeit vor-her Oaruisseau in seinen kolorirten Blättern zude la Peyrouse's klare äes pyrenees angestellthatte. Damals schon trug der unsrige den Titeleines Malers des Nationalmuseums der Natur-geschichte, und bald hierauf eines Blumenmalersder Kaiserin. Um 1801. fieug er, nebst seinemjünger» Bruder und mehr Andern ihrer Kunstgc-noffen, an, die Blatter zu den: banales au icku-söum ö'Histocke narureile zu zeichnen, wovon1802. bey den Gebrüdern Levrault bereits das fünfteHeft erschienen war. Von j). I- bann sah manweiter (1805.) die von le Grand, unter seiner Lei-tung, in punkrirler Manier gestochenen und nach-her ausgemalten Kupfertafeln zu venrenar's^arllin <ie tVIalmaison (kol. karis eke2 krakelet)»und 1804. die ersten Hefte des neuen Prachtwerksseiner kiiiacees, welche jetzt bey Taffuart undGallier in Farben abgedruckt wurden und aller-dings einen wunderschönen Anblick gewahren,wenn gleich von ihrem innern (scicntivischcn) Werthenoch ziemlich verschieden gcurtheilt wird. Eben sorühren von ihm die Zeichnungen zu Michauyklara boreali-americanL (2. Vol. 4 ^> er 8^.-,und endlich Pstanzenabbildungen zu Rousseau sBotanik her, die (heißt es bey Fiorillo) bey Geß-ner(?) gedruckt wird, der, nach l'Heritiers Tode,über tausend Zeichnungen von diesem Künstler ge-kauft hatte. In i 8 o 5 . zeichnete Redoure dieseltene» Gewächse im Garten von Cels. Auchmalte derselbe nicht nur in Wasserfarben sehr kräf-tig, sondern auch in Del. Von ersterer Gattungsah' man besonders von ihm schöne Blatter aufdem Salon vom Jahr XII. welche eben auchfür die Kaiserin Josephine bestimmt waren. Inder Komposition seiner Früchte- und Blnmcustückebeobachtet er eine von Andern gewöhnlich vernach-laßigte Vorsicht, indem er nur diejenigen vereinigt,welche in einer und derselben Jahrszeit vorhandensind und sich auch in der Natur beysammen findenkönnen, ^rloriHo III. 642—40. ?Vo«n.

I—IV. spars. 7 I/Lr. Ein Blumenbild von ihm inAquarell erschien noch jüngsthin von ihm auf demSalon 1810. Der jüngere Bruder dann, vor-nehmlich ein talentvoller Dekorationsmaler, starb,noch in seinen beßten Jahren (1809.) zu Paris .Wegen seinen Einsichten und treflichen Ausfüh-rung in seinem Fache, hatten mehrere der geschick-testen Baumeister seine Arbeit gesucht, zu welcherer sich mit einem Freunde, H. Dubais , verbun-den hatte. Proben ihrer gemeinschaftlichen Kunstsieht man im Tribunalssaale, im Elysium, zuMalmaison, und besonders in dem Kaiser!. Pal-laste zu Compiegne. /erM. xmb/.

Dieser Art. war bereits abgedruckt, als wievon einem unserer Freunde, über die oben ange-führten sowohl, als, dem Anschein nach, nochzwey andere Künstler vom Geschlechte der Re-doure's ff. besonders in Absicht auf die Litteraturihrer Arbeiten reiche und genaue Notitzen erhielten.Dieser Art. lautet wie folgt: