rizo Rrinermann.
erhallen halte, um im Oktober desselben Jahres»ach Rom zu reise». Als er bey einer Unterre-dung äußerte, mit ihm nach Dresden zu gehn,um auch die dortige Gallerie zu studiern, erwie«derle Strack: Reisen Sie geradezu mit mir nachRom . Dies fuhr ihm wie ein Blitz durch dieSeele; der Gedanke an Rom halte ihn noch nichtbeunruhigt, weil er dies bisher für unmöglich ge-halten hakte. Er eilte daher zu dem HofmalerBöltncr, der unlängst aus Italien zurückgekom-men war, und erbat sich seinen Rath hierüber,da er wohl auf irgend eine Unterstützung hierinnicht hoffen könne, seine Baarschaft aber äußerstgering sey. Ein sechsmonatlicher Aufenthalt inItalien , versicherte ihn dieser, könne dem Land-schaftmaler mehr nützen, als ein sechsjährigesStudium auf Gallerten, und gab ihm den Trost,durch Nebenarbeiten auch etwas dort verdienenzu können, indem es Andern eben so gut gelun-gen wäre. Dadurch wurde sein Entschluß befe-stigt, und nun that er Strack den Vorschlag, ihmauf den Nothfall, wenn es dort nicht gehen wollte,mit 5 c>. Gulden auszuhelfen, um damit nach Deutsch-land zurückkehren zu können. Auf erhaltene Zusagereisten sie beyde im Oktober von Cassel nach Rom .Nach Erreichung dieses Zieles bangte ihm nun,wie er etwas würde verdienen können. Doch,Sorge von Freunden erleichterten ihm den Auf-enthalt. Vorzüglich ist ihm H. Biermann's, jezi-gen Landschaftenmalers in Basel , Güte unvergeß-lich, der ihn mit dem treflichen Ducros bekanntmachte, welcher ihm sogleich Beschäftigung gab.Hatte er sein Tagewerk vollendet, so eilte er indie Gegenden von Rom , um zu zeichnen. BeyDucros ward er mit der Aquarellmalerey bekannt,da er vorher nur in Oel zu malen wußte. Wider-wärtige Umstände nöthigten ihn aber, nebst Nahlund Biermann (man weiß nicht, warum?) Rom zu verlassen. Die Reise gieng über Mailand , denLag» Maggiore und von da über den Gotthard in die Schweiz , während alles Merkwürdige vonihnen gezeichnet ward, bis Luzern , wo R. ausGeldmangel sich von ihnen trennen mußte. Nunwanderte er nach Zürich , von wo er, nach eini-gem Aufenthalt, nach Frankfurt und Wetzlar kam.Bald hierauf erhielt er einen Ruf vom Kupferste-cher und Kunstverleger H. von Mechel, dem ermit Freuden folgte, weil er dort seine Freundeaus Rom wieder fand, und weil er mit Rechthoffte, sich dort zu vervollkommnen. Schon imersten Sommer seines Aufenthalts zu Basel wardin malerischer Hinsicht eine Schweizerreise veran-staltet, auf welcher ihn Haldenwang und Benz,ebenfalls geschickte Landschaftsmaler, begleiteten.Und so vergieng während der zehn Jahre seinesdortigen Verweilens kein Sommer, wo er nichteine malerische Wanderung in die obere Schweiz ,in den Revolutionsjahren dieses Landes aber einenAusflug in den Kanton Basel that, die ihm im-mer neue Belehrungen und Nutzen für seine Kunstbrachten. Seine letzte Reise gieng durch das Mün-sterthal im ehemaligen Bisthum Basel, das einenunerschöpflichen Reichthum an großen Naturscenendarbietet. Lange wurden ihm die Manier, die nurMode schuf, das Wasser und Grass?), und solcheDinge, die man beym Tuschen und der Aquarell-malerey aussparen muß, zur Last. Auf dieser letz-ten Reise nun wählte er sich ein bräunliches Pa-pier , das für dergleichen nahe Gegenstände ganzpassend war; auf diesem bearbeitete er die Schat-ten mit Aquarell und setzte dann die Lichter mitGouache auf. So erreichte er das Schäumendedes Wassers und jene kleinen Gegenstände, diesonst mitunsaglicher Mühe müssen ausgespart wer-den, und das nie werden können, was mit demAufsetzen so leicht geschehen kann. So findet eres nun auch, nach so manchen versuchten Manie-ren, daß Oel die vollkommenste Art der Male-rey ist, und bedauert, baß er nicht immer inOel malen konnte. Auf jener letzten Reise insMünsterthal hat er nun im Sommer 1806. einegroße herrliche Ansicht bey der Mühle von St.
Reinermann.
Martin in Oel gemalt, nebst mehreren kleineren,die ihm einen nicht unbedeutenden Rang unter denLandschaftsmalern anweisen müßen. Denn in die-sem größern Bilde ist dem Künstler ganz der Tonund das Kolorit von Ruysdael gelungen. Meu-sel's R. E> 188—92. und Bibl d. red. u.bild Bünste III. i. 62—7«. wo dieselbe Bio-graphie noch ausführlicher erzählt wird. AuSdieser letzten, holen wir noch Folgendes nach: Rei«nermann war von arme» Eltern erzeugt, die we-nig für seine Bildung thun konnten. — „Bey sei-nem Aufenthalte zu Rom " (heißt es dort) „mach-ten des geschickten Ducros Handlungen gegen ihnund gegen seinen Landsmann Kaiser , und die Ver-träge, die er mit ihm eingehen sollte, schüchtern;und da eben seine Freunde Nahl und BiermannRom verlassen wollten, auch Strack nach Neapel gegangen war, so sah' er sich auf einmal wiederganz einsam und verlassen. Dazu kam noch einefehlgeschlagene Bitte um Unterstützung an seine Va-terstadt; dies Alles bestimmte ihn dann mit denHH. Nahl, Biermann und Prof. Meyer aus Göt-tingen zur Rückreise nach Deutschland ". Bey sei-nen Ausflügen aus Basel während der Revolu-tionszeit fand er oft zu Reigoidswyl, bey demwürdigen Geistlichen, H. Bachofen, Wohnungund freundschaftliche Aufnahme; durch diese undandere Gelegenheiten ward dann auch dessen Sohnfür die Kunst gewonnen, wo sie zusammen jedenMorgen auswanderten und bis Abends auf diesenStreifereyen zeichneten und malten. Dies geschahbisweilen in Gesellschaft des ausgezeichneten Künst-lers. H. Wochers, der durch die ganze Zeit seinesAufenthalts in der Schweiz sein innigster Freundblieb, dem er mehr Belehrung in der Kunst ver-dankt, als so manches dickbeleibte Buch ihm nichtgewähren konnte. In dem Bisthum Basel fand erRuysdael in der Natur, und besonders sein Mas-er. — In den beyden angezeigten Werken, haupt-sächlich aber in dem letzter» (S. sg- 5 i. und 70.bis 76), mit fast ungebührlicher Weitläuftigkeit,zum Theil auch in Meusel's Arch. II. 1. 70.u. ff. 82. u. ff. findet sich die beßte Litteratur derArbeiten dieses Ermüdeten Künstlers. Zu demVorzüglichsten gehören wohl: Nach Bcrghem: DieHirten in den Apenninen und die beschäftigten Hir-ten; nach du Jardin die ruhende Hirtin und diewiderstrebende Dummheit; nach H. Roos ein Vieh-stück; nach Wouwermann ein Anger mit weiden-den Pferden, und ein zweytes Pferdestück; Dlät,ter verschiedener Größe, die daher auch von 5 . fl.Zo. Kr. bis auf n. fl. (das Diehstück nach Roos)kosteten; alle in Aquatinta, an welchen besondersdie zarte Behandlung, ohne Abbruch bestimmterAuseinandersetzung der Gegenstände durch die Be-leuchtung , gerühmt wurden; dann eine Menge Na-turscenen aus den Schweizerkantonen Basel, Bern ,Unterwalden, aus dem Münsterthal n. s. f. vonwelchen die beyden Ansichten: Bey Röche an derBirs und bey Gyswyl in Oberwalden, unter sovielem Schönen sür das Schönste geachtet wur-den, und kolorirt jedes 11. fl. kostete; die InselMeinau u. s. f. Zwey derselben: Ansicht des Lhu-nersees und Ansicht von Unterseen (179h.) werdenin dem: Journal k. billl. Künste 8. IOZ—7. genaubeschrieben und nach ihren Vorzügen und Gebrechensehr richtig beurtheilt: Die Zeichnung derselben seyrichtig; nur etwas zu flüchtig, und in den Bäumenbesonders von einem kleinlichen Charakter; dasangenehme Detail fehle; das Wasser sey zu gleich-färbig und ohne Wiedersehe!»: Dagegen die Be-leuchtung sehr gut gewählt, die Luft unverbesser-lich gut, und der Effekt des Ganzen in einer ge-wissen Entfernung meisterhaft. Aehnliche Kritikenvon seinen späthern Arbeiten: Lollection lle sixvues lie 8u,sse nach Biermann (1802.), die zueinem Basler-Nachdrucke von Coxe's Reisen die-nen sollten, und von zwey Ansichten von Straß-burg nach Sturz, finden sich in der Allg Runst-zeik. 8°. i 55 — 58 . u. 226—27. wo geglaubt wird:»Herr R. sollte die Arbeiten von Kunz, Prestelund Kobel noch mehr studiren". Drey Zeichnungen