Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1243
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R e m b r a n d t.

betagtes Frauenzimmer im Klostergewand (a. b.St. Anna), die ein Mädchen lesen lehrt, wiedervon Walker, der Kaiserin Katharina zugeeignet,(das Urbild wahrscheinlich in Rußland ). Nochnennen wir hier unter dem Neuesten: Den Engel Gabriel , welcher Tobias und seine Familie ver-laßt; die Jünger von Emaus, den Haushalt einesTischlers, den Alten im Nachdenken, und zweyBildnisse des Künstlers, von I. de Frey; denguten Samariter, den Philosoph in Beschallungund denjenigen in Betrachtung, vonLonghi; St.Matthäus und drey anonyme Bildnisse, von Claesrsens: ein Bildniß von Rosaspina, und eins vonMassard dem Vater (diese i 5 . Bl. alle für's IV.VII. XI. XII. XIV XV. XVl. XIX. XXIV.XXVII.XXXVII.XUX.I.XIX.I.XX. u. I.XXI.Heft des Museum Napoleon , nach der Zeichnungtheils der Stecher selbst, theils anderer Künstler:Chery, Dabos, Dubois, Fragonard , Malbesie,Ewebac, Vallaerts und Vincents gestochen. Auchjenes andere Werk (Oaler. <lu IVIuseum Rapol.)von Filbol hat in seinem vierten Bande: Den Phi-losoph in Betrachtung, und dann des KünstlersBildniß. Ferner die Gallcrie du Palais Royal :Einen St. Franzisc, gezeichnet und gestochen vonvan de Berg und Guttenberg; den Bürgermeistervon Amsterdam , von Malbeste und Guttenberg; denFlammänder und die Flammänverin, von Jugoufund Doyer; die alte Holländerin, von Martini undGuttenberg, und die Mühle von Matthieu und De-quevauvillers. Endlich nennen wir noch : Den nächt-lichen Courier, der sich von einem Jungen durch denWald leuchten laßt, von A. Dartsch. Durch dieses-Blatt (heißt es bey Rost ll.ZHZ.) hat der Künstler ge-zeigt, daß er das Geheimniß Re»nbra»idr's stu-dirt, welches darin besteht, daß die Platte mitstarken Schatten Übergängen wird, ohne sie erstdurch die gewohnte Wiege vorzubereiten. Vieleder obigen Blätter, besonders die Englischen, odervielmehr ihre Urbilder, finden sich ausführlich be-schrieben bey Füstli IV. 22641.

Seit der Redaktion unsers Art. über Rem-brandr erhielten wir noch von einem unsererFreunde,was folgt:Es ist allerdings eine Thorheit, bloß einBlatt, seiner Seltenheit wegen besitzen zu wollen;allein die seltenen Stiche muß der Kunstsammlerso gut wie die Münzsorten kennen, weil man sonstoft ein Kupfer gegen ein wesentlich besseres ver-tauscht, und doch, als Waare betrachtet, viel-leicht 2Zoo. Procent vom Kapitale verliert; vor-züglich ist dieß bey Rembrandr's Blättern zu be-achten. So ist es wohl einem bloßen Kunstver-ständigen gleich, ob bey der Hochzeit des Jasonund der Creusa die Dame ein Häubchen oder eineKrone aufhat, wenn nur der Abdruck gut ist; aberder Eine gilt oft 7. und der Andere 70. Florin.Ein guter Abdruck von dem großen Coppenol istmit dem schwarzen Grunde nicht selten für ö. Louis-d'or zu erhalten; doch wird eben dieser mit demweißen Grunde mit 4600. Flor. bezahlt, ja indem Februar des Jahres 1778. legte, wie wir inirgend einer Zeitschrift lesen, ein Liebhaber zu Pa­ ris 1400. Livr. für ihn auf den Tisch, damit ernicht mit in dem öffentlichen Ausruf kommen möchte.Johann Lutma ohne Fenster und mit Fenster istsehr verschieden im Preiße; ob der Pferdeschwanzim Samariter weiß oder schwarz ist, müssen eben-falls die Dukaten entscheiden. Die Notihen derVarietäten, die der gewinnsüchtige Reinbrandcseinen Platten gab, und die Seltenheit derselbenmuß man fast immer im Handel und Wandel mitbeträchtlichem Geldverluste lernen; indem man meistin den gedruckten Büchern von diesen Geheimnis-sen der Kunsthändler wenig findet. Ucberhauptaber ist zu bemerken, daß seine Arbeiten fast täg-lich im Werthe steigen. Das sogenannte Hundcrt-guldenblatt, oder wo Christus die Kranken beilt,wovon gute Drucke noch gegen die Mitte desXVIII. Jahrhunderts nur zu 20Zg. Flor. stan-den , war ein dreyßig Jahre spälher bis 40. Du-kaien gestiegen. Die unbeträchtlichen und kleinenStiche desselben bezieht man aus Holland um ein

Remühart. 124z

sehr Billiges; wogegen aber die Kapitalblätter die-ses Meisters dort am theuersten, aber auch vonaußerordentlicher Güte sind. Zu Paris erhält manletztere in guten Drücken zuweilen um ein mäßi-geres Geld. Mob sei, in seinen Aerzrebild-Nissen S. 11. macht die Bemerkung, daß der (auchin dem Handbuche von Rost und Huber) soge-nannte Advokat Tölling fälschlich diesen Namentrage, und dieß Portrait vielmehr, nachdem fürsehr richtig gehaltenen Kataloge des Aniadeusde Burgy (dessen vortrefliche Sammlung vonRembrandr's 170h. im Haag verkauft wurde) inPeter van Toll, einen Mediciner, was auch dieBeywerkc des Stiches zu bestätigen scheinen, um-geändert werde» müsse; wobey Mühsen aber nochden Zweifel äußert, ob der Name Peter v. Tollnicht unrichtig für Adrian v. Toll gesetzt sey, derzu Rembrandr's Zeiten als ein berühmter Arztzu Leyden lebte. Dieses Bildniß wurde in gedach-tem Verkaufe mit 200. Flor. bezahlt."

Remee; ein Beyname von Reinig. Lempur.

Reinlein (H.) So heißt bey v 0 n M u r r' sBeschr. der Marienk zu Nürnberg S. 10. ganzohne Weiteres, ein dortiger Bildhauer um 1464.

ReinnreIinann ( ), Professor der Zer-

chenkunst am Lyceum zu Mannheim um 1810.vielleicht von Zittau oder dasiger Gegend gebür-tig. Sein Name erscheint unter den Pranume-ranten von Rneschke's Geschichte u. Merk-würdigkeiten der Rachsbibliorhek zu Zirtau(Zittau u Leipzig 1811. 8°.).

Remois ( ). Nach einem uns sonst un-

bekannten Künstler dieses Namens hak N. Reg-nesson das Bildniß A- Fremin's, Sekretairs derKönigin Maria von Medics gestochen.

Remoisener( ). So heißt im ^Im»-nael, <les Vesux /Vrts 180Z. ein damals in Paris lebender Kupserstichhändler.

Remon (Christian), wohl Raymond, wurdeum r?Z 5 . als Hoflaquirer von dem Könige vonPolen und Kurfürsten von Sachsen in Dienstegenommen.

Rem 0 nd ( ) wird in öffentlichen Blattern

als: Lntrepre-neur ciselurt- an der in i8>o.vollendeten Colonne der großen Armee genannt. Ober selbst ausübender Künstler sey , ist uns unbekannt.

Remondini (Joseph und Sohn), s. untenP. Saiirinl.

( ) Ein solcher, uns übrigens un-

bekannter Kupferstecher, gab die vier Jahrszeitennach I. da Ponte (Dassano).

* Remp, s. Remb.

Rempfing (Peter), Goldschmied zu Aug,spurg, verfertigte für die dasige Domkirche einensilbernen Altar, der ZZo. Mark wog, mit derVorstellung des Leidens Christi. Es wurde 26.Jahre daran gearbeitet, und i 5 o 8 . kam er end-lich zu Stande von Srerren S. 464 .

* Reins, Re»n oder Ren (Caspar). SeinSt.Hieronymus von Eadeler, datirt ,»«- von röoZ.Dort heißt er Rein.

* Remsbarr (Carl). Basan Lölt. sec. sagtirrig, geb. zu Cvlln 1696. sr. 07. nicht (wie es imLex. heißt) 77. I. alt. Von ihm kennt man noch,neben dem im Lex. Genannten: Bataillen, Ge-schichten auS Alexanders Leben, »ach le Brun;den Scharmützel bey Caepi ii7»l ) nach P. De-cker ; Plan der Belagerung von Casal (1706.),ohne wciiern Name» als den (einigen; eben sodas Bildniß des Abts Mauruü Roll van Einsie-dein. Dann 12. Bl der berühmtesten Gärten zuAugsburg nach I. T. Kraus. Andere von dorti-gen Straßen, Kirchen und Klöstern, meist in derWölfischen Kunsthandlung.