Reiiaud.
Rein. ' 1245
verstorbenen wackern Contre-Admirals la Touche-Lreville in Marmor zu verfertigen, um solches inder Kaiserl. Gallerie zu St. Cloud aufzustellen; undeben so von dem, welcher einen Theil der Basreliefsam Piedestal sowohl als am Stamme der in 1810.vollendeten sogenannten Colonne der großen Armee,verfertigt hatte. Vorgedachtem Almanach warderselbe noch nicht einverleibt.
Renaud ( ). Ein solcher wird im K,l-
mnnsck cles Keaux-Krts i 8 o 3 . unter den damalszu Paris lebenden Gemäldehändlern genannt.
— — ( ). Und ebenfalls ein solcher,
Ebend. unter den damals zu Paris arbeitendensogenannten Sculpteurs prakticiens.
Renan ld ( ). So heißt*) im Tüblng.
Morgenbl. i8»g. ein Französischer Maler neuererZeit, einer der zwölf Professoren der Lcole <ispeinture et sculpture önns ls palnis qustrsnations, der dort unter die vorzüglichsten Künstlergezählt, und besonders sein warmes Colorit ge-rühmt wird; übrigens aber wohl kein Andrer alsder oben angeführte Nicl. Franz Regnaulr, oderdann der Joh. von Bapt. Renaud, oder endlichder unten folgende A. Renou seyn dürfte; amWahrscheinlichsten indessen der Erstre aus diesen' dreyen.
* Rene, s. Renat Boi'vin. Hier bemerkenwir noch, daß er nach I. Pipi eine Fischerey ge-stochen hat.
Renesse ( ). Von einem solchen gestochen,
und ohne andern Namen, als den seinigen, wirdirgendwo das Bildniß eines Studircnden genannt.
* Renk (Guido). „ Viele "(heißt es bey Lan;r
II. 2. 9.) „ halten ihn für das größte Genie
aus der Carraccischen Schule; auch hat keiner beyseinen Meistern so viel Eifersucht erweckt, wie Er.Ludwig konnte es nicht verhehlen, und begünstigtenunmehr, um ihn zu kränken, den Guercino , welchereinen ganz andern Weg einschlug. Auch Hannibalwarf es späterhin Albani vor, daß er Guido nachRom gebracht, und suchte nun seinerseits, ihmZampieri-entgegen zu stellen. Von seinem Zwan-zigsten an, wo er bereits Calvarts Schule verlassen,hatten die Carracci in ihm ein seltenes Kunstgenie,und ein hohes, ruhmbegieriges Gemüth entdeckt,das sofort nach etwas Großem und Neuem strebte.Im PallastDonfigliuoli und anderwärts findet manvon seinen jugendlichen Versuchen, bald in dieser,bald in einer andern Manier. Heute ahmte er dieEarracci nach; dann gefielen ihm die Formen vonCcsi; weiter strebte er nach der Rundung, und dergenauen Muskeldarstcllung von Passerotti; noch einandermal nahm er sich Carravaggio zum Muster vor.(Ein Beyspiel sehe man, in vorerwähntem Pallaste,an einer Sybille, die sehr schön aber mit Schattenüberladen ist). Endlich wählte er sich einen Styl,den eben ein Wort soll erzeugt haben, welchesHannibal sich eines Tags gegen Guido entfallenließ: Er sollte der Manier von Merighl schnurstrackseine andre entgegen setzen: Den geschloßnen Lichterndesselben ein Helles und offenes; seinem Rohen dasZarte; seinen schwankenden Contouren entschiedene,besonders aber seinen schlechten niedrigen Formenauserlesene und schöne. Dieses Wort wurzelte beyGuido tiefer, als Hannibal wohl nicht vermuthethatte. Don nun an wurde Anmuth sein Ziel; diesesuchte er in der Zeichnung, im Tocciren, im Colorite.Sehr vielen Gebrauch machte er jetzt von, Bleyweiß,einer Farbe vor welcher Ludwig sich scheute, und vonwelcher Guido hingegen sich die lange Dauer seinerWerke nicht vergebens versprach. Schon meynten
seine Mitschüler, er würde wieder in den «erben-losen matten Styl der kurz vergangenen Zeit ver-fallen; was aber ganz nicht sein Thun war. Viel-mehr hielt er sich anfangs noch sehr an die Kraftder Carraccischen Schule, und suchte solche nurallmälig, doch immer mehr, mit einer Zartheit zumäßigen, welche jene zu verschmähen schien. Daherstreitet man sich, zumal in Bologna , noch immerüber die Frage: Ob Guido's erste oder zweyteManier den Vorzug verdiene? LNalvasia (abereben nicht jedermann mit ihm) hält die erstere fürdie angenehmere, die zweyte für die gelehrtere (?).Denn so viel ist gewiß, daß Guido sich immermehr bestrebte, seinen Werken jene Leichtigkeit zugeben, die so sehr daran gefällt; besonders aber jeneSchönheit, zumal in jugendlichen Köpfen, welche,nach Meng« Urtheil, keiner wie Er, erreicht hat.An solchen Bildern ist Rom fast noch reicher, alsBologna selbst. Dahin gehören seine Fortuna imCampidoglio, die Aurora von Rospigliosi, dieHelena von Spada, dieHerodias von Corsini, dieMagdalena von Barberini, u. a. die man fürwahre Wunder seiner Kunst ansieht. Dieses Schöne(sagte zwar sein steter und bitterer Feind Albano)wäre ein Geschenk der Natur (desto besser!); inder That aber war es die vereinte Frucht seinesStudiums nach der schönen Natur, nach Raphael,und nach den Etarüeu, Schaumünzen und Cameender Alten. Er selbst gestand, daß die MedicaischeVenus und die Gruppe von Niobe seine geliebtenVorbilder waren. Auch kam er in seinen Werkenbald immer auf sie zurück, aber mit so mannigfacherund so geschickter Veränderung, daß man desPlagiats keine Spur mehr fand. Eben so benutzteer Raphael, Correggio , Parmigianiuo, und denihm sehr werthen Caliari, von dem er tausendSchönheiten entlehnte, aber wieder mit so guterManier, welche selbst der Carracci Neid erweckenkonnte. Und wirklich waren seine Köpfe niemalsCopien, sondern Ideen seines Geistes, die er sich,gleich den Griechen, von der Schönheit gebildethatte, und dann nach seinen Zwecken zu gestaltenwußte. Irgendwo heißt es zwar, daß er sich einesTags für eine seiner Magdalenen den sehr gemeinenKopf eines — Farbenreibers zum Modell ge-nommen — sey es! aber unter seinem Pinsel wurdenun einmal ein wunderschönesFraucnbild daraus.**)So machte er's überhaupt mit seinem Nackten, be,sonders mit Händen und Füßen, worin er einMeister war; und eben so mit den Drapperien, dieer nicht selten aus A. Dürers Blättern entlehnte,aber ihnen jede Trockenheit benahm, und ihnen da-für bald das Fliegende, bald das Grandiose gab,je nachdem sein Gegenstand es erfoderte. Selbstseine Bildnisse, ohne deswegen ihre Gestalt zu an-dern, wußte er zu verjüngen, und ihnen man weißnicht wie viel Neuheit und Grazie zu geben; so B.seinem Sixt V. im Pallast Galli zu Osimo und demherrlichen des Kardinals Spada, bey dessen Erbenzu Rom . Seine Kopfe drückten Schmerz, Traurig-keit, Schrecken sogar aus, ohne ihnen deswegendie Anmuth zu rauben; er wandte sie auf alleSeiten, gab ihnen jede Art von Stellung — siegefielen immer. Und was am meisten in Erstaunensetzte, war denn doch die Mannigfaltigkeit, welcheer in so viel Schönheit zu bringen wußte — eineWirkung seiner fruchtbaren Phantasie, und seinergroßen Studien. Bis in sein hohes Alter zeichneteer auf der Akademie, und dachte immer auf etwasgefälliges Neues, auf daß man sich an seinen Werkennie übersättigen könne. Gern pflegte er seine Köpfein die Höhe zu richten, und sagte, es gebe hundertverschiedene Manieren, solches z» thu». Auf ebenso viele Weisen wechselte er mit den Falten seinerGewänder; doch waren sie alle weit, leicht — undAlle wahr. Seine jungen Köpfe erschienen bald in
») Gewiß irrig!
NK) Andre erzählen diese Kunstanekdote (wenigstens um etwas natürlicher) ganz anders: Daß nämlich Guiöo demGuercino, der ihn durch einen Freund fragen ließ, wer doch die Schönheit sey, von welcher er seine Frauen-bildcr entlehne? damit antwortete, daß er seinen häßlichen Farbenreider rief, sich stellte, als ob er nach diesemmale, und jenem dann den schönsten Magdalenenkopf, mit der Lehre wies: »Daß der ächte Künstler keinesModells bedürfe, wen» er die Idee des Schönen in seiner Seele trage."