1256 Restour.
Auch fuhr er unmerhin fort/ nach dem Nackten zuzeichnen. Eben so wetteiferte er mit Carl Vanlooin der schönen Tugend der Bescheidenheit/ als die-ser zum ersten Maler des Königes ernannt und Re-stour nun auch das Direktorat der Akademieihm abtreten / Vanloo aber es nicht annehmenwollte. Vielfach wurde jetzt unser Künstler vondem Herzog Regenten u. a. Großen beschäftig/.Eben so für Kirchen und Klöster. So j. B. fürdie Abteyen St. Germain des Pros uud St. Mar-tin St. Champs, wo seine Altarblätter: Paul,der die Hände auf Ananias legt, und das Wun-der am Teiche Bethesda besonders gerühmt wer-den. Nicht minder gut gelang ihm sein Alexandermit dem Giftbecher in der Hand, dem Arzt Phi-lippus gegenüber, das er (1747-1 bey einem Wett-streit mit andern Akademikern einreichte, und seinMoses auf dem Berge Labor, in der Abtey St.Denis. Seine große Kenntniß in der Perspektivsetzte ihn vorzüglich in Stand, Deckenstücke mitGlück zu malen. Für Friedrich II. zierte er dengroßen Saal zu Sanssoucy mit einem Triumphedes Bacchus und der Ariadne , welcher, so wohlwas Gedanken, als was dreiste Führung des Pin-sels bekrist, unstreitig zu seinen beßten Werken ge-hört. Besonders sticht eine große Gruppe im Hin-tergründe durch ihre wilde bacchantische Zügellosig-keit hervor. Dann sieht man in der Kirche St.Ludwig zu Versailles von ihm eine Geburt desHeilands, welche wegen ihres Helldunkels vieleVorzüge hat, indessen aber von andern seiner Ar-beiten noch übertroffen wird, worunter wir die ihrenPallast und ihre Zauberinsel zerstörende Armida,Hectors Abschied von Andromache , und Jakob,der dem Laban seinen Betrug vorhält, zählen. Inallen diesen Bildern zeigt sich zwar allerdings dasBlendwerk der Manier seiner Zeit, und der ver-kehrte Einfluß der damals herrschenden Kunstan-sichten; sie haben aber dennoch gute Figuren undStellungen, und befriedigen durch ihre schönenHintergründe die strengen Forderungen der Linear-und Luftperspektive. Fiorillo lll. Zsi—g^. Vor-theilhafter indessen spricht von ihm IDareler. Dortheißt es: »Er nahm die Manier seines geschicktenMeisters Jouvenet an, unterstützte denselben in leinenArbeiten; und wenn er nicht ganz ihm gleich kam ,und man eben kein großes Meisterstück von ihm aus-weisen kann, so ist er wenigstens unter unsern Künst-lern derjenige, den man am Beßten mit Jouvenetvergleichen darf. Auch war er angenehmer im Kolo-rit, und fähiger liebliche Gegenstände darzustellen''.Hierauf nennt Wareler noch von ihm sein Auf-nahmsstück in die Akademie: Arethusa, von Al-pheus verfolgt, und den Plafond aus der Biblio-thek St. Genoveva. Einen noch vollzähligem Preißerhält er von deFonrenai: »Seine Komposition"(sagt uns dieser, wir wissen nicht, ob nach eigenemoder fremdem Urtheil) »war edel, männlich, undfür große Effekte berechnet. Er wußte darin jenegeschickten und wohl überlegten Gegensatze, jenesglückliche Gegeneinandcrwogen der Massen, derSchatten und Lichter, eben so wie des Farben-spiels anzubringen. Sein Genie zog ihn zu großenGegenständen, die ihm Gelegenheit gaben, seineganze Kunst zu entwickeln, von welcher er fast alleTheile in vorzüglichem Grad inne hatte. Daherarbeitete er auch mehr für Kirchen als Kabinette.Nicht daß es ihm an Geschmack für angenehmeGegenstände fehlte; aber als Schüler Jouvenet'shatte denn doch die edle und ernste Gattung die-ses erlauchten Künstlers seine Vorliebe gewonnen.Seine Manier war breit und kehrte sich nicht skla-visch ans Detail, das er aber, vom ersten An-blick zu urtheilen, ebenfalls nicht zu vernachläßi-gen schien; denn er richtete, kurz, mit WenigemVieles aus. In allen seinen Bildern bemerkt manjenen großen Verstand, womit er sich über kaltesMachwerk erhob. Man bewundert darin die Grund-sätze einer sichern sowohl Linear- als Luftperspektiv,die sich auf vollkommene Kenntniß verwandter Töne,ihrer Refraktion und der Wirkungen des Lichts aufrrn Gegenstand gründete. Kein Künstler besaß
Retel.
besser als er jenes seltene Talent, einer platten Ober-fläche Tiefe zu geben, und alle seine Figuren mit Luftzu umringen. Inzwischen war sein Kolorit, ob-gleich schön, angenehm und kräftig, noch weit vonjener Magie entfernt, welche Carl Vanloo demseinjgen zu geben wußte, und worin überhaupt un-sere französische Schule noch so tief unter der vene-tianischcn und flammändischen steht". Noch nenntdann auch deFonrenai von ihm jenen Plafond in derBibliothek bey St. Genevieve, und bemerkt, daßauch seine Vaterstadt Rouen schöne Arbeiten vonihm besitze, wie z. B. eine Darstellung der H. Jung-frau in der dortigen Augustinerkirche. Ein neuererfranzösischer Kunstrichter, Gaulr de Sr. Ger-main endlich zieht unsern Restour de Troye vor, sagtdann aber S. 2-21. weiter von ihm: »Bisweilensah' man von ihm Bilder, welche von großen Ideen,von gelehrter Wissenschaft der Perspektive und vonKenntniß der Einigung der Töne und Lichtrefrak-tionen zeugen. Ei» wenig minder an das Jochseines Meisters gespannt, hätte er ohne Zweifeleinen für seinen Ruf günstigern Schwung genom-men; ohne seine allzueckigte Zeichnung, welchemehr an den bloß aus dem Groben gehauenen Mar-morblock, als an die Formen der Natur erinnert,würde man schönere Massen und angenehmeresDetail bey ihm finden. Dieses System, seineGründe durch gerade Linien und Vierecke anzuge-ben, machte einen seiner Lehrsätze aus, und zogihm und seinen Schülern den Spitznamen derEcole des Pointes zu". Nach ihm gestochen haben:Bildnisse Ä. de l'Armessin, Beaumonl, G. Benoist,Dupuis und Romauec (dasjenige der Dauphins vonLudwig XV. ); B. L. Henriquez, L. Mutel, N.Tardieu, I. C. Vasseur. GeschichtlichesI. Audran:St. Benedikt uüd St. Scholastica; P. Chenu,P. A. Kilian und N. Tardieu die Jünger vonEmaus vvas erste schön); C. N. Cochin: Jacobhält bey Laban um Rahe! an (schön); P. Drevet.Sohn, und M. G. Crophjus: Christus im Garten(das erstere sehr schön); wieder Cochin die Zerstö,rung des Gartens der Armida (schon-; N. Du-puis, P. A. Kilian und N. Tardieu, Sohn, dieHeilung des Gichtbrüchigen (letztres schön-; Mas-sard und le Vasseur Alexander und seinen Arzt (leVasseur schön); N. Tardieu wieder: Die Verklä-rung, St. Peter und St. Hieronymus ; le Das-seur wieder: Hectors Abschied von Andromache (schön). Dann wieder Cochin: Die Unterwerfungder Rebellen von NiSmeö unter den Konig Wamba(672.) für irgend ein historisches Werk. EndlichHerisser und Scorin das, was er, neben Andern,für eine Folge von 11. Bildern aus dem LebenB. H. Vincenz de Paula malte. /-H/cr. Vram-cÜ5. AFrc.
* Rest dut (Job. Bernard). So hieß des obi-gen Sohn und euier seiner bessern Schüler, derim Lex. am Schlüsse des Art. seines Vaters er-scheint. Das Bilduiß dieses letziern hat I. C. Dassseur nach unserm Joh. Bernard gestochen. Fie>-rillo 111. Z4ä. 7175 c.
— — ( ) vielleicht ein Sohn Ioh. Bern-
hards, wird im XlmÄNLLk ösaux H.rt8 r8uZ.unter den zu Paris lebenden Theatermalern imFache der Landschaft genannt.
R e st r i ck (Christian). So heißt bey LiorillöV. Zu. nach Evelyn (dlumismaca, ?ol. 1 .onü.697.) ein englischer Stempelschneider unter KönigJacob I. ohne daß letzterer uns weiter mit dessenArbeiten bekannt macht.
Rer ecke (Johann), Medailleur zu Hamburg .Ein Gantverzeichniß: Ansehnliches Münz - undMedalllen-Aabiner (Alb. Balemann's zuHamburg ) Lh. 11 . 17LV. S. 35 i. 2Z2. Zt>7. führtdrey Schaumünzen, datirt mit ib 65 . u. 1(172. vonseiner Hand an.
Rerel ( ) ein akademischer Maler zu Wien ,
um die Mitte des XVill. Jahrhunderts. Er ar-beitete an den fünf Gemälden, die von mehrern