irbo Reuß.
vorbereitende Mathematik durch eigene Lehrer. Als-bann studirte er für sich selbst fort, und sein gan-zes Lebe» war fürdauernder Kunsteiser und Thätig-keit. Die Zimmcrmannskunst zumal hakte rr mitvielen neuen Erfindungen bereichert, und, unterder Leitung desOber-LandbaumeisterEzners, Meh<reres, besonders verschiedene Brückcnbauten aus-geführt. Um 1787. war er es, der die zwey soge-nannte Noth- und Retlungs-Maschinen bey Feuers-brünsten erfand, deren eine eine Art Wagen vorstellt,die in wenig Minuten so hoch geschraubt werdenkann, daß man die brennenden höhcrn Stockwerkevon oben zu bespritzen, und dort befindliche Perso-nen aus denselben zu retten vermag. S. eineBeschreibung derselben in dem Dresdner ge-lehrten Anzeiger, Jahrg. 1787. S- 353 . u. ff.Seine größte Freude ist, wenn seine Bemühungenetwas zum Beßren der Menschheit beytragen; unddiese Freude hat er in seinem Leben so oft genos-sen." So weit Beller. Don seinen übrigen Ar-beiten noch Folgendes. In 176-). baute er dasschöne große Brückenjoch der Meißner-Eibcbrücke(sein Gehülfe war der Conducteur « 5 . Riedrich);einen andern wichtigen Bau an derselben vollendeteer 1785. Von ihm kennt man ferner das soge-nannte Kleine Opernhaus zu Dresden ; in 1782.änderte er auch das Große zu einem herrlichen Rc-dontensaale -Reuß hatte in diesem letzter» schon1760. neben Andern, einen Resonazboden der Musikwegen angebracht; ein akustisches Kunststück, wassich nur noch zu Turin fand); das Komödienhausaus dem Bade zu Dresden ; 1782. die Brücke zuWcißenfels rc. Das Gerüste dann, was er amDresdner -Schloßthurme um 1778. bey Erhöhungdes Wetterableiters fertigte, wurde als ein wahresWunder der Baukunst angestaunt. In 1788.ward er zur Direktion des Maschinenwesens beyAufführung der Medea nach Berlin verschrieben,wo er vom Könige eine goldene Medaille zur Be-lohnung erhielt. Endlich soll er auch einige Rissegcetzt haben. Er starb zu Dresden 1792.
Reuß (Christian Gottlieb), der jüngere, desObigen Sohn, war Churfürst!. Sächsischer Hof-Eonducteur, Maschinen- und Hofzimmermeister,si. 41. I. alt, vor seinem Vater, 1786. Seit 178Z.führte derselbe den (schon früher angefangenen)Bau des alten Königl. Sachs. Schlosses Annaburg ,welches zu einem Soldatenknabcn - Institute (s.Rüger Geschichte und Beschreib, desselben, Leipz.1787. 8. S. 20. seq.) eingerichtet worden. Eswar die letzte und fast beendigte Arbeit, über welcheihn der Tod ereilte. S. über Vater und Sohn:Hasche Dresden I. S. 170. ll. C. 028. —Magaz. der Sachs- Gesch. I. S. 542. II- S.684. III. S. 191. V. S. 647. und Handschr.sIachrichren.
— — (Erasmus Thomas), war Churfürst!.Brandenburgischer Eisenschneider. Er ward 1668.als Leygebe angenommen wurde, seiner Diensteentlassen; denn seine Arbeit war sehr mittelmäßig.Nicolai. Ohne Zweifel ist derselbe mit dem nach-folgende» Thomas Eine Person.
— — (Hans Christian), s. oben Reiß.
— — (Johann), Medailleur, s. unten Tho-mas Reuß.
— — (Johann Philipp Daniel), war zu glei-cher Zeit und in gleicher Art, wie der folgendeI. W. Reuß, an d§r Universität zu Göttingen angestellt. Beyde untersuchten die Marmorarte»und Versteinerungen im Fürstenthume Göttingengenau, wußten sie sehr schön zu bearbeiten, undversendeten viel davon ins Ausland. Der Unsrige,der 1748. zu Koburg geboren wurde, trieb dabeyauch einen Kupfersiichhandel.
— — (JohannWilhelm), war um ,780. alsGlasschleifer und Steinschneider bey der Universitätzu Göttingen angestellt. Geb. zu Koburg 1707.studirte er Anfangs, gieng dann in Kriegsdienste,und ließ sich endlich zu Göttingen nieder. Dort
Newich.
gab er Unterricht im Zeichnen, und etzte in Kupfer.So kennt man von ihm z. B. mehrere Ansichtender Gegend um Göttingen , wie diejenige desSchlosses Pleße u. s. f.
Reuß (Thomas). „In dem LepserschenMünzkaralog (Leipzig -791. S. 078.) wird eine(seltene) ovale Medaille ohne Iahrzahl (aber vomJahr 1662.) mit dem Bildnisse des Sächsischen Churfürsten Johann Georg I. (die Abbildung s. inTenzels Sachs NiedalUen-Rabiner D. II.Nah. 56 . II.) angeführt, welche von einemThomas oder Johann Reuß (ob dieß zwey ver-schiedene Medailleurs, oder nur eine Ungewißheitdes Vornamens bedeuten soll, weiß ich nicht)verfertigt wäre. Daßdorf in seinem 1801. zuDresden in gr. 8. erschienenen Aunnsmarl'sch-Historischen Leitfaden der Sächsischen Ge-schichte S. 86. 866 sagt, Johann Reuß sey
ihr Meister. Gedachter sseyserscher Katalog nenntdann auch (S. 201. IM, zz) ejne Medaille auf dieGeburt des Prinzen Friedrich, nachherigen erstenKöniges in Preußen, von 1667., auf welcher sichder Medailleur E- T Reuß schreibt, und zitirt dabeyDelrichs." So laufet die Notiz eines unsrerFreunde. Wir unsers Orts sind überzeugt, daßThomas kein Andrer als der von uns schon obenangeführte Erasmus Tbomas, dessen auch derLepsersche Katalog und Gelrich gedenken, Jo-hann aber eher ein eigenes Ens, und der J.Reußdes Lex. seyn dürfte.
— — s. auch Reis und Reus.
Reurer (Bartholomö), Maler zu München um 1699., etzte auch einen St. Hieronymus , ingr. Oclav, mit der Unterschrift: BarrholomsReurer, der ältere dieß Zunamens zu Mün-chen . Lipowsky.
— — (Christian), genannt Leander. Vonihm heißt es bey Lanzi I. 670. s. v. Asrür. „Erkam gerade in dem Jahr (1686.) nach Rom , alsBuda eingenommen ward, und benutzte diesenUmstand, Gegenstände aus dem Türkenkriege zumalen, welche ziemlich gut toccirl waren, aberihren Werth verloren, weil er deren zu viel machte."
— — (Johann Sebald). Einen solchen be-nennt eine gedruckte Stammtafel der FamilieSerpillus (oder Einende!) unter den Persona-lien, als einen Kunst- und Spaliermaler. Er ver-heyrathete sich 1679. und scheint gegen 1700. ver-storben zu seyn; sein Aufenthalt ist nicht zu bestim-men, vielleicht lebte er aber zu Negensburg oderdasiger Gegend.
— — ( ). So heißt ein Maler zu Berlin ,
der sich seit Anfang des laufenden Jahrhundertsbesonders auch mit der neuen Erfindung, aufMarmor Zeichnungen zum Abdrucken zu verferti-gen, oder der (schrecklich! sogenannten) Polyau-tographie, doch, wie es scheint, ohne besondernErfolg, beschäftigt hatte. Tüb. Morgenb!. 1809.S. 228.
Reurrer( ), erscheint 1808. zu Dresden ,unter den Schülern des Hofbaumeisters und Pro-fessors Hölzer. Die Dresdner -Kunstausstellungenzeigten von ihm architektonische Zeichnungen.
Rervich oder Reuwich (Erhard), von Ut-recht , begleitete den Mainzer-Doindechant B-vonBreirenbach, als dieser im Jahr i/,8Z. eine Reiseins gelobte Land unternahm. Die Beschreibungdieser Reise, welche mit Holzschnitten i,j86. zuMainz (das gegenwärtige Supplem. sagt unterJac. Heremberck unrichtig zu Augsburg i/,86 )erschien, nennt bey der Unterschrift unsern Erhärtals Drucker dieses Werkes; Breirkopf scheint da-gegen zu vermuthen, daß er nur der Herausgeberdesselben und p. Gchoiffer der eigentliche Druckergewesen sey. Denn (sagt B-) außer diesen Reisenist kein Werk mehr vorhanden, das den NamenRervichs führte; und doch benennt er weiterhin(unter den Buchdruckern der erster» Zeit, welche