Band 
Zweyter Theil [2].
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1272
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1272 Ricci.

(?) Formen empfahl. Noch bemerken wir, daßBermuden unsern Künstler wohl nicht ohne Grundmit Baptist Novara, der auch in Spanien arbei-tete, für Eine Person hält, hingegen Baglismvon seinem Aufenthalt in diesem letztem Lande kei-nerlei) Erwähnung thut. Fiorillo lV. 17/,. Ge-stochen nach dem unsrigen haben: C. Cork einenSt. Hieronymus in der Wüste (schönes Blatt);Ph. Thomaffin: Einen Fall des Lucifers, undCarl Borromäus auf den Knieen.

* Ricci (MarcusX Basan (Lll. scc.) setzt,nach Gewohnheit, sein Geburtsjahr, ganz irrig,in 1696. und sagt, daß er in der Blüthe seinerJahre ( 5 o. I. alt!) gestorben sey. Die Anmuthdes Styls seines Oheims Sebastian hatte diesemletztem viele Nachahmer erzeugt, unter welchensich unser Marcus besonders ausgezeichnet hat,der sich bann aber ganz auf die Landschaft legte,mit dem Oheim (der sich seiner häufig, besondersin Hintergründen bediente) ins Ausland gieng,und besonders viel in Paris und London arbeitete,/.ansi II. 21Zig. Noch an einer andern Stelle(t. c. 222-2Z.) heißt es von ihm:Dieser Künst-ler, welcher in der Landschaft die sichere Bahn vonTitian einschlug, seine Bilder aus den unmuthigenGegenden seines Geburtsorts Delluno entlehnte,und (wie Zanerri meldet), sich fast jährlich wie-der dahin begab, um seine Phantasie neuerdingsdamit aufzufrischen, wurde einer der treflichstenKünstler seiner Gattung in der VenetianischenSchule. Mit solcher Wahrheit hatten vor ihmWenige diesen Kunstzweig gecübt, und nach ihmKeiner ihn übertreffen. Um seinen ganzen Werthzu kennen, muß man mehr sehen, als das, waser bloß für Bilderhändler, oder etwa auf Perga-ment in Wasserfarbe gemalt, was noch immergraziös genug, aber freylich nicht von der Kraftderjenigen seiner Oelgemalde ist, die er mit Fleißausgearbeitet hat, und die man ebenfalls häufig,doch vorzüglich in England findet. Und noch warsein Kunstgeschmack selbst größer, als wie er sol-chen in seinen Werken zu Tage legte. Schöne Ar-beiten von ihm sollen sich, neben Anderm, auchim ehemaligen Königl. Schlosse zu Turin befinden(I. c. II. Z8H.) In Deutschland besitzt von ihm,unsers Wissens, die einrige Dresdner -Gallcrie8. seiner größer» Landschaften, auf Tuch ge-malt , mit mannigfaltiger Staffirung. Eon 5 .^iorillo ll. 181. und V. 5i8. Das Beträcht-lichste, was er selbst geetzt hat, ist eine Folgevon 2Z. Bl. mit dem Titel : Varia /f/rci

experlmenta ab ipsomet suctore invents, «le-lineata atyue incisa, et a me. Ono/o ,

Venetc» incisore in unum collecta etc. i/Zo.Venet. kol. von verschiedener Größe, auf welcheaber eben auch das Urtheil paßt, die das Lex.überhaupt von den sowohl von, als nach ihmgestochenen Blättern zu fällen scheint, LJach ihmgestochen nämlich haben: Bartolozzi , Chatclain,A. Faldoni, D. Foßati, Giampiccoli, I. New-ton, Spilsbury, F. Vivares, Volparo und Wag-ner, von welchen bey winkler besonders achtBlätter Venetianischer Landschaften von Bartolozzi (als dessen erste Arbeiten bey Wagner) selten, einegebirgigte Landschaft von Newton, und vier an-dere von Vivares artig, zwey Marinen von Wag-ner schön, und eine Folge von zehn Landschaften vonVolpato vollends sehr schön genannt werden. Lont'.

Etwas nach ihm befindet sich auch, woman's nicht suchen sollte, in den: Pombeauxctes princcs, xranlls Espitsines et untres kom-mes illustres 6e la Lranlle kretaZne, von E.M. Swing edirt.

(Natalis und Ubaldus). So heißen beyLanzi I. 542. zwey Maler von Fermo (ohne Zwei-fel von der Familie des gleich nachfolgendenDsiilius), Schüler des Maratta , und vielleicht,ehe sie nach Rom giengen, Lorenzino's von Fermo ,eines nicht unfeinen Künstlers aus uns unbekannterSchule.

-) Nach dem National-Dialett.

Ricci.

Ricci (Ostilius), von Fermo , lehrte in derletzten Hälfte des XVI. Jahrhunderts am Hofe zuFloren; die Mathematik. Der Großherzog ge-brauchte ihn zur Befestigung der Inseln Z)f undPomcgues.

* od. Ri?;i *) (Sebastian), geb. 166«.Sein erster Meister, Cervelli, führte ihn nachMailand , und von diesem und Lissandrino lernteer daselbst Alles was nöthig war, um in der Kunstweiter zu kommen. Don dort gieng es dann wei-ter nach Bologna, Florenz und Rom ; und kurzdurch ganz Italien , wo er irgend eine Bestellungerhielt; hierauf vollends über die Berge nachDeutschland, Frankreich, England ung Flandern .Hier war es, wo er sein Colorit vervollkommnete,das übrigens schon früher geistreich und schönwar. In so vielen Schulen bereicherte er seinePhantasie mit den schönsten Bilder», und gewöhntedurch fleißiges Kopiren seine Hand an mancherleyStyle. Sein besonderes Geschick, jede Maniernachzuahmen, hatte er mit Giordano gemein; vor-züglich aber gelang es ihm mit den Caliari's undBassanen; und zu Dresden hielt man vollendslange Zeit eine seiner Madonnen für einen Cor-reggio. So war er, wo man ihm je einen Gegen-stand zu malen auftrug, zu allen Stunden fertig,aus seinen Reminiscenzen etwas recht Gutes zuliefern. So nahm er z. B- in seiner Apostel-An-betung des Sakramentes in St. Justina zu Padua manche Idee aus der St. Johannskuppel zuParma; und sein St. Gregor in St. Alexander zuBergamo erinnert an denjenigen des Guercino zuBologna . Auch in den Bildern zu St. Cosma undDamiano, welche man für seine beßte Arbeit inVenedig hält, bemerkt man mehrere Nachahmun-gen, ohne sie eben Plagiate nennen zu dürfen.In seinen frühern Jahren war er eben in der Zeich-nung nicht fest gegründet; spätherhin lernte er da-von, was er nöthig hatte, und studirte noch alsMann »»ermüdet auf mehrcrn Akademien. SeineFiguren haben schöne, edle und graziöse Formen,ungefähr wie Paolo's; die Stellungen sind unge-mein natürlich, regsam und abwechselnd; die Zu-sammensetzung wahr und verständig. Obschon erseinen Pinsel fertig führte, machte er nicht denMißbrauch davon, um zu pfuschen. Alles ist mitGenauheit gezeichnet, löst sich vom Grunde, ver-nicht selten in einem azzurblauen Himmel besteht,auf welchem seine Madonnen und Heiligen sieg-prangen. Seine Frescogemälde haben sich gut er-halten, meist besser als die übrigen, welch letzkresbald von dem Mastix herrühren mag, dessen sichdie jünger» Venetianer bedienten, bald von demFarbenimpast, der bey ihnen minder stark, als beyden ältern war. Immerhin war Anmuth die Haupt-eigenschaft aller seiner Werke. Lansi1. 212iZ. Bey Fiorillo II. 17981. heißt es von unsersKünstlers Leben:An den Kaiser!. Hof nachWien eingeladen, führte er wichtige Aufträge fürdenselben aus. Von da begab er sich nach Florenz ,in die Dienste des Großherzogs; endlich wurde ernach England berufen, und bey seiner Durchreisezu Paris erwies man ihm große Ehre, und ernannteihn (1718.) zum Mitglicde der Akademie (zu seinemAufnahmsstück gab er eine Allegorie zur EhreFrankreichs )". Dann aber von seinem Kunstcharak-ter :Wiewohl Ricci ein angesehener Maler war,und durch ein gewisses Kolorit, oder, richtiger zusagen, durch eine gewisse Kunst in Entgegensetzungder Farben, die auf den ersten Blick das Aug'überrascht, sich allgemeinen Beyfall erwarb, sokann ich doch nicht umhin, ihn für einen Manieri-sien zu halten. Er benutzte allzeit fremde Erfin-dungen, und steckte seine Figuren beständig in die-selben nachläßigen Drapperien; auch seine Farben,wenn man sie genauer prüft, sind durchaus falsch,und von der Natur entfernt. Zanerri, einer sei-ner eifrigsten Lobredner, erklärt daher die SIEdes Nachdunkelns seiner Bilder, mit he>- /^»chtenGrundirung seiner Leinwand und »,n »bei zubereik