Riedrich.
Liedrich (Christian), wurde nebst AntonGebhard Lühnhard, Christian Heinrich Ländler,und Ivhan Andreas Adam von i? 5 o— 5 V. alsKammer - Conducteur in Chursachsen angestellt.Chursachs. Hof- und Sraarskal. Liedrich warauch Rathsbaumeister zu Meißen , und bauete inGesellschaft des C. G Leuß »764. die Brücke,mit einem Kostenaufwande von 3 o,voo. Thaler,daselbst auf. Um 1780. scheint er gestorben zu seyn.Lurzgefaßre Geschichte der Elbbrücke zuMeißen (das 4 )
— — ( ), oder, und wohl irrig, Lüdrich,
aus Meißen; die Dresdner -Kunstausstellung von» 799 . zeigte von ihm Arbeiten, die wir aber nichtanzugeben wissen, ^c.
Liege! (Christoph), Kunstverleger, sonderZweifel auch selbst Kupferstecher zu Nürnberg , ver,muthlich zu Anfange des XVIII. Jahrhundert.Man benennt aus seinem Verlage Landkarten; soz. B. einen Schauplatz des Krieges am Rhein ;den Mailändischen Felvzug; Churbayern u. s. f.
— — (Heinrich), Hofzimmermeister des Chur-fürsten von Mainz . Derselbe befand sich, nebstseinen Gesellen, im Gefolge des Churfürsten beyder Kaiser-krönung 1742. zu Frankfurt . LrönungsrDiarium Baiser Carl VII. (in den Fourierlisten).
— — (SusannaDorothea), s. untenLieglin.
Lieger (Christian), Exjesuite und Verfasserfolgender hier anzuziehenden Schriften: Oniversae^rcliitscturse civilis (Wien 1756.) dann auch—IVIilitsris elements (Wien 17H8.); Llemcotosllsto6a la Hrckitsctura civil con las mss sinAuIa-ros observaciones 6e los mollernos (Madrid 1760.). Ob er als Architekt ausübend war, wissenwir nicht; wohl aber daß er erst als Professor derMathematik und Physik zu Goerz, hernach beymTheresia,, zu Wien , dann Königl. Spanischer Cos-mograph zu Madrid war, um um 1780. wiederzu Wien lebte.
— — (Hans), Stahlschneider in Schlesien.In dem ersten Theile der BrandenburgischenMünzbeluftigungen von Spies, findet man(S. 100.) von ihm eine mit , 6 ^> 5 . datirle Gedächt-niß-Münze auf die selbige Zeit zu Brcslau grassi,rende Pest, in Kupfer gestochen. Lonf. Sammt,berühmt. Medailleurs Nr. 52 ,.
— — (Jacob), Landschaftszeichner und Ku-pferstecher, Schüler von F. Kobel, geb. zu Mann-heim , gab von ,786—9,. eine Reihe von ,2. derschönsten Gegenden der Pfalz , von ihm selbst nachder Natur gezeichnet und gestochen. Meusel l.Neueres wissen wir nichts von ihm, außer daßes in der Allg- Runstz. S 108. von ihm heißt:Daß er um 180Z. zu Mannheim Unterricht imZeichnen gegeben , und daß ihn Meuset's tJ.L- L- (,809.) noch unter die Lebenden setzt. ImWmkler'schen Gantkatalog findet sich das detail,-lirte Verzeichniß erwähnter Blatter.
* — — (Johann). Als nach ihm gestochenführt man an: Dr. H. Stephanus (fer.VVols exc.)in gr. Fol. Anderswo heißt es auch: Ein Titel-blatt, Maria mit dem Kinde in den Wolken, un-ten ein Wappen und viele Figuren, nach I. G.L»eger von G. C. Bvdenehr'in gr. qu. Fol. gesto-chen. Daß letzterer, der zu gleicher Zeit mit Jo-hann gelebt haben müßte, nur eine und dieselbePerson mit Johann wäre, können wir nur ver-muthen.
— — (I. G.), s. den gleich vorhergehendenArtikel.
— — (Mademoisell). Von einer solchen sah'man um 1809. oder 10. in einer Kunstausstellungzu Mannheim ein vorzügliches Produkt von Kunst-stickerei Tüb. Morgend!. ,810. S. r 48 >
Liegt oder Lingk'(J. S.). Von einemsolchen sieht man zwey schön gestochene Blatter
Riep. 1291
nach Schubert zu der Charakteristik Luther's undFriedrichs II. im ersten Bande des Pantheons derDeutschen, gr. 8. Chemnitz 794 E. unter» Lingk.
Lr'egkhes (Johann). Derselbe wurde in,874. als Münzwardein des Bischofs von Lüttich für die Münze zu Loen, vom deutschen Reiche inPflicht genommen. Hirsch deutsch. Münz »archiv VII. ,40.
Lieg!in (Susanns Dorothea), soll verfaßtund herausgegeben haben: rZe« erfundenesModellbuch zum Nahen, Stricken, würkenund Weben. 6 Thl. mit Kupf. 4. ,767.
Liel (Andreas). So heißt bey Nicolai einHofmaler bey Churfürst Joh. Georg von Branden-burg , der aber in 1H99. aus dessen Dienste» nachAnspach gegangen sey.
Liem (Louisei, vermuthlich zu Dresden wohn-haft. Auf dem dortigen Salon 1797. sah man vonihr eine gestickte Landschaft, die gelobt wurde. H/sc.
Lien, er ( ) von Dresden . Von einem sol-chen heißt es in öffentlichen Blattern vom 1 .1804.daß er eine Zeichnung mit einem Anschlage von25,lwo. Rthlr. zu dem Denkmal eingereicht habe,das man in deer Grafschaft Mansfeld Lulhern zuerrichten gedachte! ! !
* Liemedyck (Johann van), s. Rymsdpckim Lcx. und unten.
Liep (Balthasar), gebürtig aus Kempten imAllgau, eines Kutschers Sohn, der neben sich nochzwey Zwillingöbrüder hatte, welche alle drey amVorabend vor III. Regum ,722. von dem dortigenFürsten zur Taufe gehalten wurden, und — wasanders als die Namen: Caspar, Melchior undBalthasar bekamen. Alle drey wurden geschickteKünstler. Alle drey wurden auf Kosten des Fürsten erzogen, der jeden seine Wahl selbst treffen ließ.Balthasar wählte die Malerey, und lernte beyFranz Herman zu Kempten , bey dem er starke Fort-schritte machte, da er aber dem Trunk ergebenwar, oft seine, vielleicht nicht unfeine Kunststücke imRausch wieder verdarb. Hierauf bildete sich derunsrige einige Zeit zu Rom aus, wo indessen seinZwillingsbruder, der Bildhauer, in der Kunst ihnnoch soll übertreffen haben, dort aber aus Neid er-mordet worden. Immerhin war auch Balthasargroß in seinem Pinie! (? und Colorit, welches an-genehm spielend, reizend und kühn behandelt ist.Für die Zeichnung ließ er öfters Andere sorgen,konnte aber, wenn er wollte, ebenfalls gut zeich-nen , was jedoch selten geschah. Eines seinerschönsten Werke ist seine Marter des St. kauremiusin der Kirche zu Büchelbach, 2. St. von Reite.In dem Benediktiner -Kloster zu Füßen ist das Hoch-altarblatt, die Verklarung, ebenfalls von seinerHand. Jedes derselben vollendete er innerhalbsechs Tagen, obwohl sie groß und mühsam vonFiguren (?) find. Erstres behält jedoch den Sieg.Seine schlechteste Arbeit ist die St. Etephanskirchein Augsburg . Die schönste hingegen soll das Bild-niß eines Wirths in Fihls, wieder 2. St. vonReite, senn, wo er manchen Tag vergnügt zuzu,bringen pflegte. I. Zeikler urtheilte öfters davon:Er hätte nie ein vollkommneres weder zu Rom nochzu Wien gesehen. In erwähntem seinem Lieblings-hause starb er 1764. nachdem er Tags zuvor nochseine Beichte und Communion im Kloster Füßen ge-nommen, sich mit etwas Beschwerde schlafen gelegt,und des Morgens todt in seinem Bethe gefundenwurde. Noch sieht man von ihm zu Reite, wo erverheurathet war, eine schöne Seitenkapell« ander Pfarrkirche, sehr angenehm in Fresco gemalt,und i» der Charwoche ein H. Grab. Dann in derPfarrkirche Johann deS Täufers zu Jmst, und zuJnspruck zu Wildau die Leidensstationei, sehr gutin Ocl; zu Maria Einsiedcln in der Schweiz eineKuppel im Chor ( diese wieder schlecht, denn er be-kümmerte sich nicht sonderlich um die Ehre, son-dern arbeitete nach seiner Lanne; bald für einen