Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1359
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Roßtäuscher.

von jenem kostbaren Plenarium, daß man es irrigdieser Aebtissin, die zu Ende des Xlll. Jahrhundertsdem Stifte vorstand, beylegte, indem die Endschriftlautete: in nomine Oomini e^c» in-

ciiAuus vocstus ?rs8bvter scripsi istum Lvan-^eiium, und dasselbe vermuthlich ein Geschenk voneinem der Sächsischen Kaiser sey.

Roßrauscher (Joh. Georg) war um 1789.als Kurfürstlich-Sächsischer Bauschrciber im Hen-neberg-Schlcusingischen angestellt, und lebte nochdaselbst 1811.

* Rosfun (I. van). Nach einem solchen,der aber vielleicht kein Andrer, als der G vanRossum desLex. ist, soll Matham uns Unbekanntesgestochen haben.

Rost (Carl Christian Heinrich), Kaufmannnund Kunsthändler in Leipzig , daselbst geb. 17 2.Ein um Wissenschaft und Kunst sehr verdienterMann, der dem angehuden Künstler das Studiumder Antiken dadurch erleichtern wollte, daß erzweyen nach Leipzig gekommenen italienischen Künst-lern, den Gebrüdern Ferrari, mittelst eines sieverbindenden Kontraktes, nie wieder nach Leipzig zu handeln, ihre Gipsformen abkaufte und dar-aus eine Gipsfabrik errichtete. Von 1780. an fandman bey ihm Abgüsse der schönsten geschnittenenantiken Steine in einer eben so feinen als dauer-haften Masse. Zu größerer Beförderung desKunststudiums erhielt er bald hernach die Erlaub-niß, aus der Kurfürst!. Gallerie auch 20. Stückeantiker Stalüen u. s. f. in Gips abgießen zu las-sen, und solche zum Kauf auszukneten. Meuf.Misc. Xll. Z60. Als Schriftsteller hat er sichbesonders durch sein: Handbuch für Aunstll'eb-baber und Sammler über die vornehmstenRupfersterstecher und ihre Merke verdientgemacht, von welchem von 1796—1801. fünfBände erschienen, und weiches fpäthcrhin durchss. G. Martini fortgesetzt wurde. Ein schon1792. gefaßter Vorsatz von ihm: VollständigeVerzeichnisse berühmter Stecher, mit ihren Bio-graphien und Bildnissen zu geben, blieb, nach-dem er mit demjenigen von Daniel Berger denAnfang gemacht hatte, weiter unausgeführt. Die-ser unecmüdet nützliche Männ st. 1798. Baur .

— — (Gottfried), geb. in Sachsen 1677. stu-dirte zu Leipzig und wurde 1697. als Schreibe-meister, bey den Aug. Herm. Fränkischen Anstal-ten, nach Halle berufen. Von ihm rührt die so-genannte Hallische oder Maisenhauserhand her.Daneben besaß er ausgebreitete Kenntnisse in derGeognosie, und war auch Wasserbaumeister andem bekannten Waisenhaule, dessen große Wasser-leitungen er zu Stande brachte. Gottfried st. 1760.zu Halle. Beschreibung des Hallischen Mai-senhauses (Halle 1799. 8°. S. 2oä). Ob etwavon seinen Vorschriften in Kupferstich erschienensind, ist uns unbekannt.

— — (I- G>) brüte um 1807. die Knpfer-stecherkunst bey Günthern zu Dresden , verfertigteauch, hiezu abzweckend, ganz artige Federzeich-nungen nach Waterloo, Woollet rc. Er ist zu Erfurt geboren und der Sohn eines dasigen Perükenma-chers. Ob er der Nämliche sey, der um 1808.eine Folge von Rheinlandschaften, nach der Zeich-nung von Schütze, im Verlage von Wilmaunszu Frankfurt am Mayn gestochen hat, ist uns un-bekant.

— -- (Joh. Laurenz) soll herausgegeben ha-ben: von Lust- und Runstgarren «.Nürnberg1748 . 8°.).

— — ( ) Nach einem dieses Namens

(kaum nach einem der Obigen hat J. V Schnorreine Vignette in Oval 4°. zu einem Hochzeitgerdichte 1792. geetzt.

H Bassin sagt (wir glauben richtiger) gerade das Ge,

«») Die Kinigl. Sammlung zu Dresden besitzt vonfertig, das übrige nur »och im Umrisse ist.

Rota. LZ59

* Rosto (Johann). Die Vermuthung, daßderselbe Eine Person mit I. Baptist Rosto sey,der im Lex. unter dem Art. von tZ-klaus und Joh.Baptist erscheint, wird um soviel wahrscheinlicher,wenn man eine Stelle des Deutschen Merkurs(1782. IV. Vierteljahr 2ZZ. > die aus gutenQuellen geschöpft zu seyn scheint, dabey berück-sichtigt; dort wird sein Vorname mit JohannBaptist, sein Hauptname aber freylich in einerdritten Schreibart als Rosts gegeben Es wirdnämlich daselbst gesagt, daß Cosinus I. eine Ge-sellschaft Tapetenweber, deren Oberhaupt Joh.Baptist Rosts war, aus Flandern in iöH5. nachFlorenz kommenIi'eß. Theils wollte er mir ihrenKunstarbeiten Salviati, ponrormo und Broii,chino mußten die Zeichnungen und Cartons dazuliefern) seine Palläste auszieren; theils sollten siezur Einrichtung eines neuen Handelzwciges dienen.Rosts mußte innerhalb 6. Jahren seine Kunst an20. Knabe» lehren, für deren jcden der Großher-zog ihm monatlich 1. Dukaten zahlte. Sonach ge-geschah es, daß diese Kunst in Aufnahme kam,und die Florentiner bald ganz Italien mit Tape-ten versahen.

* Rosts (Joh. Baptist), s. den gleich vorhergehenden Art.

R 0 srvida < s. oben Helena von Rostorv.

* Rora (Martin), geb. um 1016. (BasanDä. sec. hat, nach Gewohnheit, irrig 1622.).Er arbeitete von iö 58 . bis gegen das Ende desXVI. Jahrhunderts. Es ist unbekannt, bey wemer das Zeichnen und Stechen gelernt habe; aberseine Werke beweisen, daß er ein Mann von gros-sen Fähigkeiten war, und daß er auch das Schöneund Angenehme auszudrücken wizßte. Er zeichnetedie Figuren sehr richtig, und ibre Außcnrneilemeisterhaft. Sein Grabstichel war von außeror-dentlicher Feinheit; sein Vertrag weder kalt nochungleich, ungeachtet seine Blätter nicht allemalganz ausgeführt sind. Freylich ist Mangel anWirkurH, so wie bey den meisten seiner damali-gen Kunstgenosseu, auch der Fehler an vielen Ar-beiten unsers Künstlers. Dieselben sind in guten Ab-drücken selten; Marierrehatte80 derbeßtenzusam-mengebracht. Die ältesten uns bekannten dacirtensind mit 1068. die jüngsten mit 1Ö92. bezeichnet.Rost III. i8ä—86. wo an die 20. seiner Blatterangeführt sind: Vörderst das Meisterstück seinesjüngsten Gerichts nach M. Angeio (i 56 g), mitder Bemerkung, daß, neben mehrern Kopie» des-selben, diejenigen von Wierix und Gaulticr diebeßten, und letztere dadurch zu erkennen sey, daßdas oben im Oval befindliche Bildniß von Dno-naroti nach der linken Schulter gekehrt ist *);dann ein zweytes jüngstes Gericht, von seinereigenen Erfindung (1670), ebenfalls ein schönes,dem Kaiser Rudolph ll. zugeeignetes Blatt; nochein drittes mit vielen Abweichungen, über welchemer gestorben, so daß erst Anehelm Boodt(?) solchesvollendet habe Dieses unterscheide sich von dcmvorigen dadurch, daß, an der Steile des Engelsin der Mitte, hier zwey weibliche Figuren stehen,die sich umarmen. Dieses letztere Blakt sey dasseltenere, aber nicht das schönere. Don dem er-ster» heißt es hey Mßli (l. .jg— 3 o.): „Der ge-schickte Mann hat in diesem vortr.flichen (in kräf-tigen und reinen Abdrücken freylich äußerst seltenen)Blatt das Zarte, welches die Kleinheit der Figu-ren nothwendig machte» mit dem kräftig Bestimm-ten und doch Leichten in der Behandlung so zuvereinigen gewußt, daß »ichs zu wünschen übrigbleibt, und in den Hauptformen aller Figuren dasCharakteristische der dem M. Angeio ganz eigenengroße» Zeichnung leicht erkannt werden kann" °>*).Neben diesen nennt Rost, der Minklerische Ka-talog und eine unsrer Handschriften: Die Bild-nisse der drey Kaiser Max ll. Rudolph II. und Fcr-

entbeil: 8ur I» g-iucke par rÄpport L» Lpscwllllir.

diesem Blatt einen Abdruck, worin nichts als der Kahn

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