Ryöb r a c ck.
er gleich selbst von Lord Oxford wo erhielt. Alleinnach einiger Zeit eröffnete er eine eigne Werkstäne;und nun wurde ihm allein jede Arbeit von Wich-tigkeit übertragen. R mußte, gleich den übrigenBrittischen Bildhauern, seine Kräfte größtentheilsan Mausoleen erschöpfen, wo die Decenz, Eitelkeitund Grillen der Besteller dem Genie gewöhnlichFesseln anlegen, und es in einen engen Kreis an-muthsloser Bilder bannen. Seine Methode z. B.im Hintergrund eine Pyramide anzubringen, diesich an die Wand lehnt, ist daher allerdings nichtzu loben; dafür aber sind seine Figuren gut ge-ordnet, einfach und edel. Die planlose Anhäufungder vielen geschmacklosen Denkmäler, welche in derWcstminster-Abtey das Auge beleidigen, nöthigteihn, seinen Werken nur einen geringen umfang zugeben, und mehr in die Höhe als in die Breite zuarbeiten. Ein von ihm hier errichtetes Mausoleumdes Generals Wade wird für sein Beßtes in dieserGattung gehalten; allein es bleibt immer ein ge-schmackloses Werk. Nicht viel besser sind seineDenkmäler von Jsaak Newton, und vom Herzogevon Marlborough zu Blenheim , und die Ritter-statüe Wilhelm III. aus Bronze, die zu Bristol 17ZZ.aufgerichtet, und ihm von dieser Stadt mit r8ov.Pf. Sterl. bezahlt wurde. Scheemakers Modell zudieser letzter» war weit besser gezeichnet, wurdeaber dennoch verworfen. Seine Büsten sollen vielAehnlichkeit besitzen, und mit großem Fleiß vollendetseyn. Ein Verzeichniß derselben giebt WalpoleS. /,7g. — Der eben erwähnte Scheemaker hattesich um die nämliche Zeit bekannt gemacht, und wardurch den Beyfall, den er wegen eines Denkmalszu Ehren Shakespeare's erhielt, unserm Künstlersehr gefährlich geworden; und noch mehr drohet«seinem Ansetzn Roubillac. Daher, um alle seineGegner zum Schweigen zu bringen, stellte er seinevier Meisterstücke, die Statuen desPalladio, JnigoJones, Flamingo und eines Herkules aus. Zudiesem letzter», dessen Kopf nach dem Farnefischenkopirt war, hatten die wohlgebautesten und stärkstenMänner in London , sämmtlich Faustkämpfer undBoxer, ihre Glieder hergegeben; die gewaltigen Armesind nach Broughton kopirt, die Brust gehörteeinem berühmten Fuhrmann, und die Lenden undBeine dem Maler Ellis, der das — Boxgymnaflumfleißig besuchte. Da dieses letztre edle Institut baldhernach durch eine Parlamentsakte unterdrücktward,so kann Rpsbraeck's Herkules als ein Monumentjener neuen Gladiatoren angesehen werden, undbefindet sich gegenwärtig auf dem Landsitze des Mr.Hoare zu Gtourhcad. Dieser Künstler, der nichtsweniger als Reichthümer gesammelt hatte, ließ seinenoch übrigen Kunstwerke, neben Anderm auch eineSammlung westlicher Zeichnungen im Geschmacke dergroßen italienischen Meister (?) öffentlich versteigern,und starb dann 1770. Von ihm, und dem oben er-wähnten Roubillac bemerkt Göde (III. rZb.) übn,gens richtig: „ Beyde kannten offenbar kein höheresZiel, als auffallende Stärke des Ausdrucks, unddie Ausführung eines von kaltem Witze geschraubtenGedankens; damit aberkannten Natur und Wahr,heit, und die aus der Verbindung beyder entsprin-gende einfache Größe nicht bestehen. Ihr stetesBestreben, den Ausdruck zu verstärken, hatte siedaher oft bis zur Carricatur hingerissen; und da siestets nach überraschenden Einfällen haschten, sowiderfuhr ihnen nicht selten, statt des Erhabenen das Gemeine, und statt des Tragischen das Burleskezu ergreifen. Im Mechanischen der Kunst kannman ihnen allerdings mehr als mittelmäßige Ver-dienste zuschreiben". Nach alle diesem könnten wiruns denn doch nicht mit dem Abbö de Fonrenaiereifern, wenn der Abbö le Blanc in seinen: verwessur leg Flors unsern Künstler — etwas schlecht-weg — einen gewissen Rysbraeck nennt. Da-gegen heißt es dann freylich in einer unsrer Hand-schriften: „ Rysbraect's Ausdruck war nicht alleinstark, sondern auch abwechselnd, mit einer Kühn-heit in der Manier, der es niemals fehlen kann,den Zuschauer einzunehmen. Zu gleicher Zeit warer in der Vorstellung des Gefälligen und der weib-
Ryswick. i-ioz
lichen Schönheit nicht mittelmäßig ". Auch Dalla-way, dessen Geschmack wir indessen für nichtsminder als kanonisch halten, preißt (II. i55—H7.)unsern Künstler, als meist besonders glücklich inder Wahl seiner Stellungen, in der wunderschönenVollendung seiner Drapperien, und daß er seineAufmerksamkeit selten von den Hauptfiguren aufNebensachen ablenken ließ. Einigen seiner Bild-säulen, wie z. B. derjenigen des Doctor Radcliffzu Oxford , mangle es jedoch an Grazie, und dieDenkmäler des H. Nightingale und des GeneralWade sehen etwas zu theatralisch aus. Dagegennennt Er nun die Statüen des Königes Wilhelm zuBristol , und das Denkmal des Bischofes Houg inder Hauptkirche zu Worcestcr seine Meisterstücke,und zumal erstre die beßte Bildsäule in England.Noch wird endlich in einer unsrer handschriftlichenNotitzen ein „herrlich" geheißenes Basrelief ausweißem Marmor über einem Kamin in dem Find-lingshospital zu London angeführt, welches eineFrauensperson mit einem Kind im Arm darstellt,die von mehrern andern, sich verschiedentlich be,schäftigenden Kindern umgeben ist.
* Ryshraeck oder Rpsbregts (Peter),geb. zu Antwerven um 1627. Sein melancholischesTemperament (sagt von Männlich) zeigt sich inseinen Landschaften; sie sind zwar in Gasparo'sStyl, die Färbung aber gewöhnlich finster. InDeutschland besitzen von ihm: Die Gallerie znMünchen eine Landschaft mit Denkmälern undFiguren; Schlelsheim zwey mit hohen Bäumen,beyde mit Hirten und Vieh staffirt (lauter kleineBilder). Seine geetzten Blätter, deren Larrsch (V-490-98.) srchse kennt, tragen das Gepräg der Talentedieses Künstlers durch die glückliche Wahl der Lagenund das Edle in der Zusammensetzung. Einzig iit zubedauern, daß sie nicht mit einer fertigen Nadelausgeführt sind, und zumal das Blätterwerk nichtmehr Leichtigkeit hat. Sie sind dort rubrizier: DasDianenbad, die Frau im Schleyer, die Fischer(heißt bey Rost VI. 276. Landschaft mit einemSchloß an einem Flusse mit vielen Figuren), derSonnenaufgang, die Unterhaltung aufdem Straßen-bord, und die Frau mit dem entblößten Rücken.Alle diese Blätter in O.uerfol. sind mit: />.
SL. et exc. signirt. Gestochen nach un-
serm Künstler kennen wir kein sicheres Blatt. Dochgehört wohl eher ihm, als dem Folgenden, eineszu, das irgendwo mit: le l'ernps, />. p.
e. Lagers exc. somit ohne Namen des Stechersbezeichnet ist.
* — — (Peter Andreas), «inSohnDerers,geb. zu Paris ibgu. und gest. zu London 1743. wahr-scheinlich derjenige, den das Lex. am Schlüsse deSArt. dieses letztem, ohne Taufnamen, einen mittel-mäßigen, Fiorillo V. 617. hingegen, gleich seinemBruder G. Rxebraeck, einen achtungswürdigcnKünstler nennt, der in gleicher Gattung, wie leyttcr»gearbeitet habe, so daß freylich auch das Urtheildes Lex. (falls solches das begründetere wäre) diesen,wie jenen berühren kann.
Ryser (Brandin), der Arztneykunst Beflissenerzu Leyden . Derselbe zeichnete ein Bildniß desMohren I. E. I ttapirem nach dem Leben, undstach es auch, nebst noch Anderm, zu dessen vonH. de Wilhelm aus dem Lateinischen ins Hollän-dische übersetzten Abhandlung, welche beweisen —will: Daß die Sklaverey nicht gegen die christlicheFreyheit streike (Leyden 1741 oder 42.). RarhIef' sForrserz. von Gserren« gelehrt. Europa VII. ilH.
Ryssel (Heinrich vön), ein Juwelier zu Leip-zig , uin die Mitte des XVI. Jahrhunderts. EineLeichenpredigt erwähnt seiner beyläufig.
* Rpsrvick (Dirk, d. i. Theodor). SeinTisch in dem Grorrensaale zu Sanssouci ist mit:
ua» /fr/sik'/r/l!, Tlmstelollsmus, inv. ekler,
Ivöö. bezeichnet.